Nach nur 40 Minuten Flug von europäischen Außenpunkt La Réunion begrüßt mich Mauritius mit einem „Willkommen im Paradies“. Ich hätte selbst nie daran geglaubt einmal Mauritius Mahébourg Point d'Esny - www.immeraufderreise.denach Mauritius zu fliegen. Mein Klischee reichte bisher kaum weiter über ein Land voll mit nobler Luxusresorts und Hotels an weißen Sandstränden mit türkisfarbenen Meer, einer schillernden Unterwasserwelt und natürlich Mauritius als Hochzeitsinsel. Schnell jedoch wird mir klar, dass nicht alle Klischees tatsächlich auch der Wahrheit entsprechen. Aber der Reihe nach. Nach der Ankunft sehe ich mich mit einem sehr rasant fahrenden Taxifahrer konfrontiert. Nach der gewohnten europäischen Ordnung auf La Réunion ist der afrikanische Einfluss unverkennbar, denn die Ordnung ist dahin. Alles wirkt auf mich ein wenig chaotischer, schmutziger aber vor allem ärmer. Mauritius gehört zu Afrika und obwohl jährlich sicher unzählige Touristen den kleinen Inselstaat besuchen, ist bei den Einheimischen der Wohlstand nicht so verbreitet wie noch auf La Réunion. Doch die Menschen sind freundlich und gleich nach der Ankunft in Mahébourg wähne ich mich dem Paradies ein Stück näher. Meine Unterkunft liegt direkt am Meer und der Pool scheint mit dem direkt dahinter wellenden türkisfarbenen Meer zu verschmelzen. Bunte Fische tummel sich im Wasser und der Blick schweift zum Riff und auf das Naturschutzgebiet Ile aux Aigrettes. Hier geht Mahébourg in die endlose Weite über und von Massentourismus ist keine Spur. Die nächsten vier Tage werde ich also hier verbringen, ohne Plan und ohne Ziel. Lediglich der Wunsch ist vorhanden, einmal die schillernde Unterwasserwelt aus nächster Nähe zu sehen. Und natürlich die Riesenschildkröten, die auf der Ile aux Aigrettes beheimatet sind. Vielleicht leihe ich mir auch einen Scooter, um ein wenig von meiner näheren Umgebung zu erkunden. Ich lasse mich einfach treiben.

Leave A Comment, Written on Dezember 6th, 2017 , Afrika, Mauritius

Gut 20 Jahre mag es her sein, als ich einen Artikel in einer renommierten Zeitschrift über La Réunion gelesen hatte. Dieser Beitrag machte mich sehr neugierig, doch irgendwie verschwand er für Jahre aus meinem Gedächtnis. Erst als ich in Vorbereitung auf meine mehrwöchige Urlaubsreise in Internetforen und Reiseblogs stöberte, stolperte ich wieder über einen Eintrag über den wohl einsamsten Flecken Erde Frankreichs. Wo der wohl liegen würde? Nicht etwa auf dem europäischen Kontinent, sondern fast 12 Flugstunden entfernt im Indischen Ozean. Ein Internetuser beschrieb ein kleines Bergdorf im Talkessel Mafate auf La Réunion. Und jetzt war meine Neugierde wieder voll entfacht. Die ausgiebige Recherche hatte sich gelohnt und über einige Umwege fand ich dann auch eine Möglichkeit relativ unkompliziert nach Saint-Denis zu fliegen. Mit der französischen Airline French Blue war mir ein angenehmer Flug von Paris Orly aus vergönnt und sofort nach der Ankunft in tropischer Wärme befand ich mich im Urlaubs- und Entdeckungsmodus. Nach neun Tagen auf der Insel ist mir klar geworden, dass ich damit erst einen kleinen Vorgeschmack auf noch mehr La Réunion bekommen habe. Ich habe selten einen Flecken Erde besucht, der mir persönlich so viel Abwechslung zu bieten hatte. Egal ob weißer Sandstrand, lauwarmes Meereswasser, eine schillernde Unterwasserwelt, grüne Berge und verschlungene Täler, Vulkanlandschaften, Serpentinen, klare Bergluft, kreolische Lebensart und Architektur oder ein schillerndes Nachtleben. La Réunion bleibt mir ganz sicher in sehr guter Erinnerung und auch wenn es vielleicht kitschig klingen mag, als mein persönliches Paradies auf Erden!

Doch leider gibt es auch Schattenseiten… Eine Sache hat mich immer wieder beschäftigt: Wie kann eine so kleine Insel eigentlich die steigende Einwohnerzahl samt ihrem hohen Lebensstandard verkraften? Unser Wohlstand macht auch vorm “Paradies” keinen Halt und insbesondere die Umweltverschmutzung und das steigende Müllproblem machen La Réunion zu schaffen. Ich habe dazu einen interessanten Artikel im Internet gefunden, den ich an dieser Stelle empfehlen möchte: Abfall und Abwasser als Problem auf beiden Inseln von Sören Dammann

Leave A Comment, Written on Dezember 4th, 2017 , Réunion

Saint-Denis ist mehr wert als nur für die Ankunft und die Übernahme des Mietwagens. Die Stadt hat durchaus ihre Reize und wer gewillt ist hinter die Fassade zu schauen, der taucht bald tiefer in die kreolische Seele der 150.000 Einwohner großen Hauptstadt der Insel La Réunion ein. Die vielen schönen Kolonialgebäude erinnern an vergangene Zeiten und der bunte Mix aus verschiedenen Kulturen und Religionen spiegelt sich nicht nur auf den Straßen wieder. Saint-Denis lebt quasi von der Vielfalt seiner multiethnischen Atmosphäre. Es geht alles ein Stück weit lockerer zu und die Musik aus dem Straßencafé nebenan erinnert dabei nicht nur an französische Klänge. In Saint-Denis spürt man ganz deutlich einen Hauch von Afrika. Schwarzafrikanische Frauen in bunten Gewändern laufen durch die geschäftigen Hauptstraßen und von den Straßenimbissen weht auch immer wieder ein unvergleichlicher Geruch von Afrika. Unverkennbar ist auch die lebendige Musik, die vor allem die Jugend lautstark an der belebten Promenade und in der Rue de Paris erklingen läßt. Und auch das Nachtleben hat es in sich. Schließen in anderen Teilen von La Réunion schon gegen 21 Uhr die Türen der Restaurants, so fängt in Saint-Denis um diese Uhrzeit das Leben erst so richtig an. Die Küche der Stadt ist wirklich ein Genuss und auch der “After Work Drink” schmeckt an der lauen Abendluft umso besser. Ich für meinen Teil bin froh, dass ich mich der Hauptstadt voll und ganz hingegeben habe. Sie hat es mir mit einem wundervollen Abschied von La Réunion gedankt.

Leave A Comment, Written on Dezember 4th, 2017 , Réunion

Der Cirque de Salazie ist nicht nur wegen des angenehmen Klimas eine Reise wert. Die kleinen rustikalen Dörfchen inmitten der üppigen Vegetation sind eine wahre Pracht. Schier endlose Wanderwege erschließen den Cirque de Salazie und machen den Talkessel zu einem wahren Eldorado für Naturliebhaber. Daneben kommen auch Freunde architektonischer Schätzchen voll auf ihre Kosten. Zu Kolonialzeiten wurden unzählige Schwarzafrikaner als Sklaven auf die Insel gebracht. Sie sollten die Knochenarbeit für ihre Herren verrichten. Nicht wenigen von ihnen gelang die Flucht und sie fanden in den unzugänglichen Talkesseln Schutz und Heimat. Hier entwickelten sie über die Jahrhunderte ihre eigene Kultur. Heute prägen viele farbenfrohe Häuschen der Kreolen die niedlichen Bergdörfer. In Hell Bourg befindet sich die größte Kreolengemeinde der Insel. Der Ort ist neben Grand-Ilet ein wahres Schätzchen. Von majestätische Berggipfeln umgeben, wirkt Hell Bourg wie vor einer traumhaften Kulisse eines Amphitheaters. Zwei Tage im Cirque sind fast zu wenig, um die unzähligen Möglichkeiten voll ausschöpfen zu können. An jeder Ecke wartet ein neues Abenteuer und ein weiterer traumhafter Ausblick. Der Cirque de Salazie zählt ganz sicher zu einer meiner heimlichen Favoriten von La Réunion.

Written on Dezember 3rd, 2017 , Réunion

Der Sud Sauvage – Wilder Süden lockt mit Ruhe, Abgeschiedenheit und herrlichen Landschaften. Hier fährt man durch erkaltete Lavafelder, die sich durch den grünen Wald schneiden und an einigen Stellen sogar bis direkt an das Meer reichen. Am Grand Brulé fließt nach Vulkanausbrüchen seit tausenden von Jahren die Lava vom Vulkankegel den Hang hinab. Nach einem Ausbruch kann die Straße von glühender Lava überzogen werden. Ein kleines Wunder ereignete sich an der Kirche in der Nähe von Piton Sainte-Rose. Während eines Vulkanausbruchs ergoss sich ein riesiger Lavastrom und drohte die Kirche unter sich zu begraben. Es grenzte an ein Wunder, als sich der Strom unmittelbar vor der Kirche teilte und somit das Bauwerk verschonte. Auch die Steilküste beim Pointe de la Table ist nicht von schlechten Eltern. Hier peitschen meterhohe Wellen wild tosend an die Küste. Ein grandiosen Schauspiel was man stundenlang beobachten kann.

Leave A Comment, Written on Dezember 1st, 2017 , Allgemein, Réunion

Durch die samtiggrüne Hügel- und Weidelandschaft der Les Hautes Plaines geht es stetig bergauf zum Piton de la Fournaise, einem der aktivsten Vulkane weltweit. Schon die Anfahrt zum Vulkan ist Abenteuer genug, denn mal wabert der Nebel über die Straße, dann wieder hat man freie Sicht, die mich unweigerlich an die grüne Landschaft Neuseelands erinnert. Auf etwa 1.000 Metern über Null atmet man klare Luft und genießt das satte Grün der dichten Wälder. Kaum hat man die befestigte Straße hinter sich gelassen, befindet man sich in einer unwirklichen Landschaft aus Asche, erkalteten Lavaströmen, bizarren Felsformationen und totem Geäst. Der Wind heult über die kargen Flächen, die allmählich von Flechten, Moosen und Sukkulenten erobert wird. Jetzt sind es noch etwa 20 km bis zum Kraterrand des Piton de la Fournaise, der nicht nur besonders aktiv, sondern auch gut zu erreichen ist. Wanderer wagen den Weg in den Krater selbst und können dort u.a. zum Bory oder Dolomieu Crater wandern. Die Schwierigkeitsgrade sind recht unterschiedlich, unterschätzen sollte man die Landschaft aber auf keinen Fall! Der trockene Wind peitscht durch den Krater und wirkt wie ein heißer Fön. Ebenso schnell können dichte Nebelwolken aufziehen und alsbald ist man nass bis auf die Knochen. Alles kein Kinderspiel! Einen Tag sollte man einplanen, wenn man direkt zum Dolomieu Kraterrand laufen möchte. Hin und zurück sind es etwa 5-6 Stunden Wanderung. Die Landschaft aber entschädigt für diese Strapazen.

Leave A Comment, Written on Dezember 1st, 2017 , Réunion

Die Landschaft im Cirque de Cilaos erinnert mich ganz stark an die Schweiz, auch wenn ich noch nie selbst dort gewesen bin. Vor einer atemberaubenden Kulisse liegt der kanpp 6.000 Einwohner zählende Ort Cilaos. Der Piton des Neiges dominiert die Szenerie. Mit 3.071 Metern ist er der wohl sensationellste Ort auf La Réunion. Auch in Cilaos spürt man eines der unzähligen Mikroklimata der Insel. Kaum hat man die Küste hinter sich gelassen, windet sich eine sehr enge und kurvenreiche Straße die Berghänge in den Talkassel des Cirque hinauf. Mehr als 400 Serpentinen muß man bezwingen und ganz nebenbei bietet sich unablässig ein spektakuläres Panorama. Unten an der Küste hatte es noch 33 Grad Celsius im Schatten und kaum 40 km weiter in Cilaos ziehen die Wolkenfelder immer dichter zusammen und lassen den ein oder anderen Regenschauer frei. Völlig zugezogen wirkt der Ort trist, grau und kühl. Erst nachdem die Sonne wieder durch die Wolken schaut, hat es angenehme 23 Grad. Von Cilaos aus führen unzählige Wanderrouten durch den Talkessel. Man könnte Tage oder gar Wochen in dieser Region verbringen. Die zwei Tage hier sind viel zu kurz und können nur einen kleinen Eindruck von dieser Landschaft hinterlassen. Trotzdem bleibt der Cirque de Cilaos in schöner Erinnerung. Mal wirkt er bizarr, dann wieder sanft, danach wild und entlegen. Die kleinen und einsamen Dörfchen wirken niedlich und doch entrückt wie am Ende der Welt. Für Wanderfreunde und Naturliebhaber ist dieser Teil La Réunions wohl einer der schönsten.

Leave A Comment, Written on November 30th, 2017 , Réunion

Ein 11-stündiger Flug mit FrenchBlue von Paris Orly nach Saint Denis auf La Réunion im Indischen Ozean läutet den Urlaub ein. Vor vielleicht 20 Jahren hatte ich mal einen Artikel über eine Insel gelesen, die fernab von Europa bei Madagaskar und Mauritius zu finden sein soll. Das was ich über diese Insel noch in Erinnerung hatte, machte mich neugierig auf eine Entdeckungsreise. Und jetzt bin ich hier. Mit jeder Menge Entdeckungsgeist will ich nun meine Erinnerungen in der Realität auffrischen. Ich bin sehr gespannt auf La Réunion, eine Insel die übrigens als französisches Überseegebiet fast auch einen Hauch von Europa verbreitet. Zumindest der Euro ist hier genauso bekannt wie zu Hause auch. Aber die ersten Eindrücke zeigen auch ein ganz anderes Stück von “Europa”… bunt, gelassen, entspannt, verträumt, wild, malerisch und mit einer gehörigen Portion kreolischer Lebensart und zugleich auch indischer Kultur. Auf nach La Réunion!

Leave A Comment, Written on November 27th, 2017 , Réunion

Augen auf und tief durchatmen und bitte das Anschnallen nicht vergessen! So könnte man die Vorbereitungen und die Anfahrt zum Le Maido Aussichtspunkt auf über 2.200 Metern über dem Meeresspiegel beschreiben. Von Saint-Gilles-les-Bains geht es in knapp einer Stunde Autofahrt in schwindelerregende Höhen.La Réunion - www.immeraufderreise.de Wer bisher noch keine Begegnungen mit den Serpentinen auf Réunion gemacht hat, wird spätestens bei dieser Fahrt Bekanntschaft mit ihnen machen. Hunderte messerscharfe Kurven winden sich von wenigen Metern über Null hinauf zum Le Maido am Rand des Cirque de Mafate. Bei schönen Wetter genießt man von hier aus eine wunderschöne Aussicht auf den Talkessel von Mafate und die Küste bei Saint-Gilles-les-Bains. Leider ist das mit Aussichtspunkten so eine Sache. Mal hat man das Glück alles sehen zu können, beim anderen mal kann man durch den dichten Nebelschwall der aufziehenden Wolken kaum die eigene Hand vor den Augen erkennen. Ich mache Bekanntschaft mit dem Nebel und kann leider nur die Kulisse erahnen. Vermutlich hätte ich meinen noch vom Flug erschöpften Körper viel eher aus den Federn hiefen sollen, dann wäre auch mir ein Blick auf den Cirque und die Küste vergönnt gewesen. So bleibt mir “nur” die Anfahrt dorthin in Erinnerung, doch auch die war spektekulär genug!

Leave A Comment, Written on November 27th, 2017 , Réunion

Die letzten Tage meiner Reise habe ich im Süden von Sri Lanka verbracht. Von den Bergen ging es zuerst nach Udawalawe und später weiter an die Küste nach Tangalle, ein kleiner und verschlafener Küstenort, an dem der Massentourismus noch nicht Einzug gehalten hat. Weihnachten im Baumhaus. Das war auch anfänglich fast der der Höhepunkt, denn wirklich anfreunden wollte ich mich mit dem Strandleben nicht. Nachdem das Landesinnere mehr Abwechslung als gedacht geliefert hatte, erschien mir der Strand nahezu trist und eintönig. Hinzu kam auch noch die Tatsache, dass ich für diesen Teil der Reise eigentlich keine konkreten Pläne hatte. Aber ein Reiseführer wirkt hier wahre Wunder und alsbald war klar, ich wollte in das intelektuelle Zentrum der Südküste nach Matare. Doch die Zimmersuche im Ort gestaltete sich mehr als schwierig. Am Polhene Beach versammelten sich tausende Einheimische zum bunten Treiben. Viele Hotels hatten schon über Wochen hinweg ihre Zimmerbuchungen komplett und für mich Individualisten gab es keinen Platz mehr. War dann doch mal ein Zimmer frei, so wurden dafür Wucherpreise verlangt, die in keinem Verhältnis zur angebotenen Leistung standen. Erst nach fast zweistündiger Sucherei ließ sich tatsächlich das letzte Zimmer am Surferstrand von Matare auftreiben. Versöhnt mit dem Strand wollte ich sogar in die tosenden Wellen eintauchen. Nicht überall an der Südküste kann man unbeschwert in das Meer gehen, denn die starke Strömung und die teilweisen bis zu 5 Meter hohen Wellen sind schon ein gewisses Risiko. Die letzten Tage meiner Reise verbringe ich nun in Rathgama, unweit vom Touristentrubel in Hikkaduwa. Der Strand dort zählt zu den bekanntesten in Sri Lanka. Kein Wunder das es tausende Ausländer hierher zieht. Der gesamte Ort scheint derzeit in fester Hand von russischen Landsleuten zu sein. Insgesamt ist der Ort nicht ganz nach meinem Geschmack, für einen Abstecher ist er aber durchaus gut genug.

Written on Dezember 29th, 2015 , Asien, Sri Lanka

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