Vientiane. Großstadtleben wie im Vorort von Bangkok. Keine andere Stadt wirkte bisher so entspannt auf mich wie die laotische Hauptstadt Vientiane. Ob zu Fuß oder mit dem Fahrrad, Vientiane ist in jeder Hinsicht unkompliziert zu erkunden. Das Besichtigungsprogramm ist schnell abgehakt. Am Patuxai läßt es sich gelassen bei der Mittagshitze unter schattigen Palmen aushalten und wenn der kleine Hunger ruft warten an jeder Ecke kleine Cafés auf Kundschaft. Trotz der chinesischen Invasion geht´s hier noch recht entspannt zu. Die erste laotische Supermall, die 2015 ihre Pforten öffnen soll, wirkt so komplett überflüssig und will so gar nicht in das Gesicht von Vientiane passen, doch der “Fortschritt” des Konsums läßt sich eben auch in Laos nicht aufhalten. Wem jener Aufschwung der neuen Zeit zu viel erscheint, der macht einfach einen weiten Bogen um diese Zukunftsprojekte und findet sich in einer der kleinen Gassen nahe des Mekong bei den Garküchen und kleinen Suppenbars wieder oder genießt in einer der unverschämt guten Restaurants die ungezügelte Kochkunst der laotischen, thailändischen und französischen Küche.

Written on Dezember 15th, 2013 , Asien, Laos Tags:

Einmal VIP-Bus Kunterbunt von Vientiane nach Thakaek bitte. Und wenn möglich bitte pünktlich und bequem! Naja, nicht immer ist VIP auch wirklich wichtig… Oder wofür stehen die drei großen Buchstabenkürzel? Zeitangaben für Reisegeschwindigkeiten in Asien sind ohnehin mit Vorsicht zu genießen. Meist sind sie nur obligatorische Angaben, die man gern den Touristen unter die Nase reibt um zu zeigen, wie schnell der Transport tatsächlich möglich sein könnte. Aber nur dann, wenn nicht gefühlte einhundert mal auf dem Weg zum Endziel pausiert wird, nur so, um mal schnell noch einen Grillsnack aufzugabeln oder tausende schwarz gefüllte Plastiktüten ohne erkennbaren Inhalt im Laderaum zu verstauen. Nur keine Pinkelpause. Quatsch! Menschen benötigen keine Pause, auch nicht von der in Endlosschleife laufenden Unterhaltungs-DVD, die unaufhörlich Herzschmerz – Popsalat auf Laotisch in die Ohren feuert. Dem nicht genug, wird dieser Ohrenschmaus noch mit bewegten Bildern auf dem Flachbildfernseher im Großbildformat unterlegt. Jede Bewegung und jedes Lied erzeugt nach einer halben Stunde nur noch Schmerzen und es stehen noch endlose 6 Stunden bevor. Irgendwann aber erreicht auch ein VIP-Bus seinen Bestimmungsort und macht Kehraus. Jetzt lauern die Tuk-Tuk Fahrer auf ihre ahnungslosen Opfer. Nicht in jedem Fall ist der gemeine Tourist so planlos wie manch ein Laote glauben möchte. Im Grunde genommen sind die Laoten recht freundliche Menschen, ich werde sogar mit “How are you?” – Wie geht es dir? – begrüßt. Doch eigentlich wollte er nur wissen, wo ich denn genau hingefahren werden möchte. In die Stadt natürlich, denn in Asien liegen die Busbahnhöfe am Arsch der Welt und als Neuankömmling ist so ein Tuk-Tuk schon eine feine Sache, um die 4 km bis nach Thakaek zu überwinden. Aber beim Preis, der sowieso Verhandlungssache ist, bleibe ich hart. Die zuerst genannten utopischen Beförderrungsentgelte entsprechen der Fantasie des Fahrers. Also führt Beharrlichkeit und eine gewisse Uninteressiertheit zum Ziel, das Tuk-Tuk für einen Bruchteil des zuerst genannten Preises zu chartern. Aufgrund der Dunkelheit und des späten Abends entscheide ich mich für das erst beste Zimmer, das sich aber als ein Flop für die nächtliche Erholung herausstellt. Die Matratze ist mehr ein Federspiel im Kreuz, als eine Wohltat für Körper und Geist und die angebotene Decke gegen die Kühle der Nacht hat auch schon bessere Tage erlebt. Gegen fünf Uhr morgens hämmert dann noch der Nachbar unaufhörlich an seiner neu zu errichtenden Mauer herum, so dass an Schlaf nicht mehr zu denken ist. Ein Umzug ist die Lösung und das Mekong Hotel ist so komfortabel, dass allein schon das Bad die Größe des alten Zimmers erreicht. Sogar eine Badewanne ist vorhanden und der Preis ist erstaunlich niedrig für den angebotenen Komfort. So kann ich mich auch wieder angekommen fühlen und meinen Körper etwas zur Ruhe kommen lassen. Die Klimaanlagen in Vientiane haben mich etwas kränkeln lassen und ich hoffe hier auf etwas Genesung, um in den nächsten Tagen wieder mit neuen Kräften aufzuwarten.

Written on Dezember 21st, 2012 , Asien, Laos Tags: ,

Und die Boardsteinschwalben fliegen tief. In Vientiane treffe ich auf diese Exemplare, die an jeder Ecke bei Nacht auf ihre Beute warten. Vornehmlich männliche Kundschaft. Der ein oder andere Ausländer vergnügt sich dann mit diesen jungen Dingern… Nicht immer ist es ein schöner Anblick, wenn bierbäuchige, zottelige, grauhaarige oder kahlköpfige Gestalten aus Übersee sich mit jungen Asiatinnen zeigen!

Die Nächte in der Unterkunft sind häufig kurz. Mal brummt eine Klimaanlage, dann kommt gegen drei Uhr morgens die Müllabfuhr und anschließend kleffen die Straßenköter im Takt. Fängt erst einmal so ein Vieh an zu bellen, dann stimmen gleich 20 weitere Köter ein Lied dazu an!! Am liebsten würde man die Tölen… aber es sind ja auch nur Geschöpfe von irgendwem…

Meine Überlegungen treiben mich in die Provinz von Vientiane. Ich möchte gern zum Stausee Nam Ngum. Mal sehen was die nächsten Tage noch so bringen.

Written on Dezember 18th, 2012 , Asien, Laos Tags:

Ungelogen der kürzeste Flug meines Lebens katapultierte mich in nur 30 Minuten von Luang Prabang nach Vientianne. Einmal kurz rauf, mit Service on Board, dann schnell wieder runter. Die Alternative dazu wäre die Busfahrt gewesen. Doch wenigstens 8-10 Stunden im Bus hocken, nein danke! Meine letzte Busfahrt durch die Karstberge im Norden bis nach Vientianne ist mir in unangenehmer Erinnerung geblieben. Da half selbst das VIP am Bus nichts, denn die Straße windet sich in aberhunderten Kurven bergauf und bergab bis nach Vientianne. Die knapp 380 Kilometer werden dann zur härtesten Probe, wenn neben, vor und hinter dir die Leute die Plastiktüten zücken, um ihr morgendliches Frühstück darin zu entleeren. Spätestens wenn der gesamte Bus nach Erbrochenen riecht, hält es selbst der stärkste Magen nicht mehr aus.

In Vientianne angekommen, fühlt sich die laue Abendbrise schon um einiges wärmer an als in Luang Prabang. Die Zeit der langen Hosen und Hemden hat nun tatsächlich ein Ende. Bei etwa 30 Grad auch kein Wunder. Gleich an der unscheinbar schwarz leuchtenden That Dam Stupa habe ich ein günstiges Zimmer bezogen. Alles in Ordnung. Nur die bösartigen Straßenköter verschaffen sich Ehrfurcht. Mistviecher!

Written on Dezember 17th, 2012 , Asien, Laos Tags: ,

Auf ein Neues und auf ein Altes. Bis bald, so ruft uns noch jemand hinterher. Nicht imaginär sondern real sind die Worte. Ein Abschied aus Laos. Schön und spannend, abwechslungsreich und bunt, so wie das Land. So endet eine Party, auf der wir nach kurzem Gespräch sofort eingeladen sind. Ich wollte nur nach einem Wasser fragen, doch anschließend sitzen, stehen, tanzen und trinken wir auf einer laotischen Geburtstagsparty bis spät in die Nacht. Mehre Getränke werden ausgeschenkt, Essen angeboten und um Mitternacht gibt es eine Geburtstagstorte, die mit einem seltsamen Brauch jedermann ins Gesicht und in die Haare geschmiert wird. Tortenschlacht der anderen Art. Und doch ist es witzig und schön diese Feier miterleben zu dürfen. Das war es dann mit Vientiane, auf Wiedersehen Laos. Bis bald!

Heute Morgen dann führt uns der Weg in mehreren Etappen vom Morgenmarkt Talat Sao in Vientiane bis zur Freundschaftsbrücke, die den Mekong überspannt und Thailand und Laos verbindet. Hier gibt es einen ziemlich regen Grenzverkehr und einen offiziellen Grenzübergang, den auch wir für die Rückreise nach Thailand benutzen. Es geht weiter zum Flughafen in Udon Thani. Ein lachendes Flugzeug gleitet in nur einer Stunde über Land und Leute hinweg und katapultiert uns nach Bangkok. Stau, Lärm und Chaos. Ein Schwamm, der alles und jeden in sich aufsaugt. Bangkok! Unsagbar voll ist die Stadt. Hier ist das Treiben wesentlich unenspannter als in Vientiane. Kein Vergleich. Morgen dann steigen wir in den Zug. Holzklasse. Noch einmal der Musik rollender Räder auf stählernden Trassen lauschen. Ab in den Süden von Thailand und raus aus aus der Stadt. Etwas Strandleben, Nachtmärkte und fangfrischen Fisch erleben. Ich bin sehr gespannt, was uns zu Silvester erwartet.

Written on Dezember 28th, 2011 , Asien, Laos Tags:

Der heutige Tag führte uns mit der Buslinie 14 von Talat Sao (Morgenmarkt) nach Wat Xieng Khuan. Die Busfahrt erwies sich als abenteuerlich! Eine von den berüchtigten Sandpisten der Hauptstadt führt in den ca. 30 Kilometer südlich von Vientiane gelegenen Buddha Park. Unterwegs trafen wir eine feiernde Gemeinschaft auf drei Lastwagen. Die Laoten verstehen es ebenso gut zu feiern, denn auf dem in der Mitte fahrenden Lastwagen spielte eine Liveband mit Schlagzeug, Bass, Gitarre und einheimischen Instrumenten. Ein sonderliches Bild, jedoch lustig mit anzuschauen.

Im Wat Xieng Khuan sucht man vergebens nach Mönchen oder gar einem Kloster. Es ist lediglich ein Garten, in dem seit Ende der 1950er Jahre ein Mann Namens Luang Pu Bounleuang Betonfiguren der indischen, buddhistischen und laotischen Mythologie errichtete. Reiche Spender unterstützten den Mann in seinem Schaffen und versuchten somit, etwas Gutes für ihr eigenes Karma zu tun.

Inzwischen ist ein sehr skurriler Park entstanden, der aber den Eintritt von 5.000 Kip rechtfertigt. Die wohl prächtigste Figur der Anlage ist ein kürbisartiges Gebäude, das etwa 9 Meter in die Höhe ragt. Durch das Maul eines Njak gelangt man ins Innere und auch auf das Dach der Konstruktion. Von hier oben hatten wir einen sehr guten Überblick über den gesamten Park.

Written on Januar 6th, 2007 , Asien, Laos Tags:

Für den heutigen Tag hatten wir uns einen Ausflug zum etwa 100 Km nördlich von Vientiane gelegenen Nam-Ngum-Stausee vorgenommen. Vom Talat Sao (Morgenmarkt) fahren fast stündlich Busse in Richtung Thalat. Für die Fahrtstrecke ist ein Entgelt von 9.000 Kip (0,76 EUR) pro Person fällig. Angenehm ist aber die Tatsache, dass sowohl Einheimische als auch Ausländer den gleichen Preis zu zahlen haben. Das ist nicht immer so! Oft wird ein kleiner Aufschlag von 2.000 bis 4.000 Kip fällig. Nicht viel, aber doch etwas ungerecht, denn schließlich ist nicht jeder Ausländer gleich eine Geldmaschine!

Der Nam-Ngum-Stausee entstand Anfang der 1970er Jahre, als eine Staumauer für ein Wasserkraftwerk errichtet wurde. Heute ist der Stausee vor allem an Wochenenden ein sehr beliebtes Ausflugsziel für die Laoten. Für ausländische Touristen erscheint mir dieser Platz fast wie ein kleiner Geheimtipp, denn wir waren neben einem schweizerischen Pärchen die einzigen gesichteten Ausländer auf dem riesigen Areal. Es gibt auch sehr nette Gästehäuser auf den unzähligen kleinen Inseln, die in der Folge der Flutung des Tals entstanden sind. Einst waren es Bergkuppen, heute sind es Inseln.

Wir entschlossen uns für eine einstündige Fahrt auf dem See. Nach zähen Verhandlungen schipperten wir also für ca. 4,60 EUR auf dem riesigen See. Wenn man den gesamten See erkunden möchte, oder gar den Holzeinschlag der unter Wasser eingeschlossenen Bäume beobachten möchte, braucht man mindestens zwei oder drei Stunden auf dem See. Uns langte jedoch die eine Stunde, denn im Gegensatz zu den vergangenen Tagen ist es wieder sehr heiß geworden.

In den nächsten Tagen wollen wir uns noch den Buddha-Garten Wat Xieng Khuan anschauen, um vermutlich am Montag nach Lak Sao weiterzureisen.

Written on Januar 5th, 2007 , Asien, Laos Tags:

Nachdem wir gestern auf der wohl bergigsten Etappe von Luang Prabang nach Vientiane auf der Nationalstrasse 13 gefahren sind, erlebten wir die sonderlichsten Erfahrungen während dieser Busfahrt. Ungefähr vier Stunden lang schlängelte sich der Bus alle 50 Meter nach links nach rechts, und wieder nach links und wieder nach rechts. Selbst der stärkste Magen hat auf dieser Tour mit den Problemen der Fliehkräfte zu kämpfen! Einigen Leuten im Bus erging es ähnlich schlimm wie uns … das war unser Trost! Gegen 17.30 Uhr erreichten wir dann auch mit kleiner Verspätung Vientiane. Die Suche nach einem Guesthouse stellte uns auf eine harte Probe, da fast alle Häuser ausgebucht waren. Mit dem Tuk Tuk kreisten wir fast eine Stunde durch die Hauptstadt, ehe wir beim That Dam, einer kleinen Stupa, das Bouasy Guest House fanden. Es ist ein sehr neues und modernes Guesthouse, in dem wir jetzt für ca. 5,80 EUR die Nacht verbringen.

Am heutigen Tag brauchten wir eine ganze Zeit, um uns von den Strapazen der gestrigen Busfahrt zu kurieren. Nachdem aber alle Kleinigkeiten verschwunden waren, entschlossen wir uns zu einem Spaziergang durch Vientiane. Als Hauptstadt erscheint Vientiane doch sehr überschaubar und verhältnismäßig ruhig. Nicht zu vergleichen mit Bangkok in Thailand. Am Patou Say, dem gewaltigen Triumphbogen am Ende der Avenue Lane Xang, legten wir eine Pause ein. Von hier oben hat man eine guten Rundblick über Vientiane. Erstaunlich, wie grün und weit auseinander gezogen die laotische Metropole ist.

Der anschließende Fußweg von ca. 20 Minuten führte uns zum laotischen Wahrzeichen – That Luang. Seit 1991 ziert diese Stupa das Staatswappen von Laos und ist Ausdruck der laotischen Kunst- und Architekturtradition.

Written on Januar 4th, 2007 , Asien, Laos Tags:

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