Wellington – Upper Hutt – Hastings 621 km

Raue See und hohe Wellen bewirken schwankende Momente, von denen wir reichlich auf unserer Fährüberfahrt von Picton nach Wellington hatten. Die Cook-Straße befand sich in heller Aufruhr, so dass einige Gäste der Fähre mit der Seekrankheit zu kämpfen hatten. Beeindruckend war die Kraft der Wellen, die das Schiff tosend und aufschäumend auf und ab tanzen ließen. Selbst im Freien auf dem Oberdeck spürte man die Wucht des Wassers, welches in sprühenden Fontänen über das Schiff schwappte. Ein echtes Erlebnis! Trotzdem war es ein gutes Gefühl, nach verlängerter Fährüberfahrt in Wellington anzukommen.

Wir entschieden uns für den direkten Weg nach Upper Hutt, einem Vorort von Wellington, da wir der Einladung der neuseeländischen Familie gern folgen wollten. Der Zufall wollte es, dass der australische Familienvater aus Mackay, dessen Familie wir während unseres Aufenthalts in Australien besuchten, eine Schwester hat, die seit 26 Jahren in Neuseeland lebt und arbeitet. So erhielten wir bereits in Australien die Einladung, die wir nun gern annehmen wollten. Bereits von Picton aus nahmen wir mit Ann Kontakt auf und wußten, dass sie ihren Geburtstag feiern würde. Welch ein Zufall! Also eine Geburtstagsparty mit ganz vielen Gästen. Eine “organisch” gewachsene Topfpflanze im ”Brown Bag” (Pilztüte) samt Schleife aus asiatischer ”Wunderwickelschnur” eröffnete uns den Eintritt zu einer kunterbunten Party voller wildfremder Menschen. Ganz sicher waren wir an dem Abend die interessantesten Gäste, denn die Fragen der Partybesucher wollten nicht abreißen. Wir hatten einen sehr schönen Abend und eine wundervolle Feier, die uns mit reichlich Unterhaltung und viel Bier ”serviert” wurde. Eine schöne Einladung!

Bereits am Freitag unternahmen wir einen Abstecher zum Cape Palliser, welches den südlichsten Punkt der Nordinsel markiert. Die Anfahrt zum Kap erfolgt von Upper Hutt aus über die Rimutaka Range. Der Highway 2 schlängelt sich in zahlreichen Kurven über den 555 Meter hohen Pass. Von Featherston aus zweigt der Highway 53 nach Martinborough und zum Cape Palliser ab. Die letzten Kilometer zum Kap führen durch eine landschaftlich sehr abwechslungsreiche Gegend. Die Küste wirkt mit ihren bizarren Felsen, die durch die wilde Brandung geformt werden, sehr rau und schroff. Die oft meterhohen Wellen sind ein Paradies für Surfer, die sich insbesondere an den Wochenenden hier einfinden. An der Spitze des Cape Palliser dominiert ein Leuchtturm die Szenerie. Eine abenteuerliche Schotterpiste ist die einzige Verbindungsstraße. Insbesondere bei Sturm und aufgewühlter See ist diese Anfahrtsstraße nicht zu unterschätzen. Nach 220 Treppenstufen erreichten wir den Fuß des Leuchtturms und hatten eine wundervolle Aussicht auf die Küste des Cape Palliser und konnten sogar die Gipfel der Berge der Südinsel erblicken.

Written on September 30th, 2007 , Neuseeland Tags: ,

Kaikoura – Blenheim – Richmond – Picton 576 km

Nach 30 Tagen und 4.768 km auf der Südinsel ist es nun an der Zeit Abschied zu nehmen. Allerdings noch nicht ganz. Morgen werden wir erst einmal mit der Bluebridge Fähre zur Nordinsel übersetzen. Es verbleiben uns dann noch 2 Wochen in Neuseeland, ehe wir zu unserer letzten Station der Round-The-World Reise aufbrechen werden. Südafrika ist inzwischen schon ganz nah, obwohl es vor 38 Wochen noch ganz fern schien…

Schade, doch leider wurde unsere Erkundung von Neuseelands Südinsel zu oft von Regen und wechselhaften Wetter begleitet. So konnten wir an der Westküste nur einen Sonnentag erleben. Und trotzdem war es eine schöne Zeit. Die Südinsel Neuseelands ist ein unglaubliches Stück Land auf unserer Erde. Hier liegt alles so dicht beeinander, doch selbst ein Monat ist viel zu kurz, um die Insel tatsächlich zu erkunden. Trotzdem können wir sagen, dass wir ein großes Stück Neuseeland in unser Herz geschlossen haben. Die Vielfalt der Natur, die Abwechslung von hohen Bergen, Gletschern, Bergseen, dichten Urwäldern, einsamen Buchten, goldgelben Stränden und rauer Küste wirken so faszinierend, dass der Abschied eigentlich viel zu zeitig kommt.

Wir freuen uns auf die verbleibende Zeit auf der Nordinsel. Morgen werden wir einer Einladung in Wellington folgen und eine neuseeländische Geburtstagsfeier miterleben. Anschließend werden wir wohl an der Ostküste entlang zur Coromandel Halbinsel fahren.

Written on September 26th, 2007 , Neuseeland Tags:

Akaroa – Hanmer Springs – Kaikoura 558 km

In Akaroa hatten wir einige nette Tage verbracht. Nachdem uns am ersten Tag das Wetter einen Strich durch unsere Rechnung machte, entschlossen wir uns noch einen weiteren Tag zu bleiben, um die Banks-Halbinsel zu erkunden. Der Entschluss hatte sich wirklich gelohnt. Hier gibt es so viel zu sehen und schöne Wanderwege erschließen die Halbinsel, so dass wir die Zeit richtig genießen konnten. Am Campingplatz in Akaroa trafen wir zwei junge Deutsche, die seit zwei Wochen in Neuseeland sind. Mit einem Work & Holiday Visa wollen sie für sieben Monate in Neuseeland bleiben, ehe sie anschließend nach Südostasien reisen möchten. Wir verplauderten unsere Zeit und hatten einen gemütlichen Abend. Wir wünschen den beiden alles Gute auf ihrer Erfahrungsreise im Kiwiland.

Nachdem wir in Akaroa unsere Zelte abgebaut hatten, entschlossen wir uns nach Hanmer zu fahren. Der kleine Ort ist durch seine Thermalquellen bekannt geworden. Im Jahre 1859 wurden die Quellen entdeckt und knapp 30 Jahre später wurde das erste Badehaus in Hanmer errichtet. Seitdem wurde das Thermalwasser für therapeutische Zwecke genutzt und später wurden hier während der beiden Weltkriege Soldaten in einem großen Rehabilitationszentrum behandelt. Heute lassen sich hier die Touristen so richtig verwöhnen.

Auch Neuseeland hält rasante und unerwartete Ereignisse parat. Nachdem wir Akaroa verlassen hatten und auf dem Weg nach Hanmer waren, da wurden wir Zeuge einer wilden Verfolgungsjagd auf offener Straße! Im Augenwinkel nahm ich einen Schatten war und einen Bruchteil einer Sekunde später raste ein Auto an uns vorbei, um in wilder Manier vor uns einzuscheren. Der nächste Hügel ließ das Fahrzeug mehrere Meter in der Luft fliegen. Zwei Sekunden später folgte ein Polizeiwagen in Zivil. Ob sie den Raser stellen konnten, keine Ahnung! Jedenfalls waren später einige wichtige Straßen mit Polizeiposten bestellt. Der absolute Wahnsinn!

Seit gestern sind wir in Kaikoura. Das Örtchen ist für seine Wale bekannt, die man aus der Luft, vom Wasser oder vom Land aus beobachten kann. Leider konnten wir keine Schwanzflossen sichten, dafür hatten wir an der Seelöwenkolonie auf der Kaikoura-Halbinsel Glück und konnte einige faule Meeresbewohner sichten, die sich auf den Steinen in der Mittagssonne ausruhten. Nur drei Meter vor uns lag ein riesiges Tier, dass sich durch unsere Anwesenheit nicht stören ließ.

Written on September 20th, 2007 , Neuseeland Tags:

Dunedin – Oamaru – Fairlie – Akaroa 868 km

Seit mehr als einem Monat sind wir nun “On the Road” Neuseeland. Inzwischen sind wir etwas müde geworden. Ja, auch Reisen kann anstrengend sein! Folglich brauchten wir eine Ruhepause von dem rastlosen Reisen, die wir uns in Fairlie gönnten. Es klingt märchenhaft, doch eigentlich handelt es sich mehr um ein verträumtes Kaff im südlichen Canterburry.

Als eine Art “Überflutung der Sinne” entpuppt sich die Bergstraße von Kuwaru über Mt. Cook, Lake Pukaki nach Fairlie. Die verschiedenen Bergseen der Region spiegeln bei klarer Sicht und Windstille vorbildlich das Gebirgsmassiv der Südalpen wider. Die Aussicht ist so grandios, dass unbeschreibliche Gefühlswallungen den Körper erfassen. Bei so viel schöner Aussicht wird selbst das stärkste Reiseherz müde… Wegen Reizüberflutung geschlossen… Kein Wunder, dass wir Ruhe brauchten.

Das Gebiet bei Fairlie ist bekannt unter dem Namen “Mackenzie Country”, dass nach dem Viedieb James Mackenzie benannt wurde. Er galt als der größte Viehdieb Neuseelands. Mit seinen zusammengestohlenen Viehherden hielt er sich jahrelang in dem Gebiet versteckt. Schließlich machte er die Gegend so bekannt, dass sie für weiße Siedler interessant wurde, die mit unzähligen Schaffarmen die Landschaft prägten. Heute kann man den “Exportschlager” Schaf überall millionenfach auf den zwei Hauptinseln finden. Neben der Schafzucht spielt die Wasserkraft eine große Rolle im Mackenzie Country. Unzählige Wasserkanäle speisen Kraftwerke, die einen Großteil des Energiebedarfs Neuseelands decken.

Inzwischen sind wir nach Akaroa weitergefahren, was auf der Banks-Halbinsel bei Christchurch zu finden ist. Zwei riesige erodierte Vulkankrater bilden diese Halbinsel. Wunderschön gelegen findet man die herrlichen Naturhäfen Lyttelton und Akaroa. Viele einsame Buchten und Strände laden zu ausgiebigen Wanderungen ein. Vermutlich werden wir unsere Zeit auf der Halbinsel ausdehnen, da sie auf uns einen angenehmen Hauch von Ruhe und Geborgenheit vermittelt.

Written on September 15th, 2007 , Neuseeland Tags:

Milford Sound – Invercargill – Bluff – Dunedin 578 km

Auf der Southern Scenic Route schlugen wir den Weg nach Bluff ein, einem eher kleinen und unbedeutenden Ort an der Südspitze der Südinsel Neuseelands. Bekannt wurde der Flecken eigentlich nur durch seine riesigen Austern und durch die Fähre nach Steward Island, der dritten großen Hauptinsel Neuseelands. Wir versuchten vom Bluff Hill einen Rundblick auf die Küste und Steward Island zu erhaschen, jedoch war uns an dem Tag keine gute Sicht vergönnt. Schade das wir nicht vorab unserer Planungen Steward Island in unsere Reisepläne aufgegriffen hatten, denn ein Trip auf diese grüne Insel hätte sich sicherlich gelohnt. So bleibt uns nur die Gewissheit, dass wir einen Besuch auf dieser Insel nachholen werden…

In unserem Durcheinander aus Informationsbroschüren – irgendwie wird man in Neuseeland ständig mit diesem Zeug versorgt – fanden wir eine Broschüre über die Southern Scenic Route, die uns von Bluff über Invercargill nach Dunedin führen sollte. Wir entschlossen uns für diese Route, da sie uns auch durch den kaum beachteten Landstrich “The Catlins” bringen würde. Dieser Landstrich ist mit Sicherheit der Höhepunkt des Südostens der Insel. Eine eindrucksvolle Felsküste, steile Dünen, Flußmündungen und einsame Sandbuchten sind das Markenzeichen von “The Catlins”. Der Küstenabschnitt bietet gute Möglichkeiten zur Beobachtung von Pinguinen, Seevögeln und Robben, von denen wir tatsächlich einige zu sehen bekamen. Interessant sind auch die vielen unbefestigten Straßenverläufe, die zu einsamen Meeresbuchten, versteckten Wasserfällen, dichten Regenwäldern, Felsenhöhlen und Fossilienrelikten führen. Leider können einige dieser Punkte nur bei Ebbe angefahren werden, da bei Flut eine Erkundung unmöglich ist. So blieb uns ein Blick in die “Cathedral Caves” verwährt, die eindrucksvoll die Kraft des Meeres erahnen lassen. Fast 30 Meter ragen die steilen Felswände dieser Höhlen in die Höhe, die einzig durch die Naturgewalt des Wassers geformt wurden. An “Nugget Point” hatten wir nochmals eine schöne Aussicht auf die stark zerklüftete Felsküste.

Auf den ersten Blick wirkte der Süden der Südinsel eher etwas fad auf uns, doch die schönen Wasserfälle und die versteckten Regenwälder belehrten uns eines besseren.

Written on September 10th, 2007 , Neuseeland Tags:

Wanaka – Queenstown – Te Anau – Milford Sound 619 km

That´s great! Queenstown, die Stadt des Bungy Jump. Hier wurde 1988 der erste Sprung weltweit durchgeführt. A. J. Hackett gilt als der Begründer des Sprungs am Gummiseil. Seitdem hält er mit seiner Firma das Patent an den meisten Gummiseilen weltweit. So fanatisch einst der Urvater des Bungy Jump war, genauso begierig sind seine Jünger, denn in Queenstown werden die Sprünge in die Tiefe wie am Fließband durchgeführt. Je höher, desto abgefahrener… Entweder man springt von der 43 m hohen Kawarau Bridge und taucht dabei seinen Kopf in die kühlen Fluten des darunter fließenden Flusses, oder man wählt gleich den waghalsigen Fall aus dem Hubschrauber über Queenstown. Dem Erfindungsreichtum an Gummiseilsprüngen sind wohl keine Grenzen gesetzt…

Nachdem wir die Freizeitmetropole Queenstown hinter uns gelassen hatten, erreichten wir Te Anau. Hier soll es angeblich den besten Campingplatz in ganz Neuseeland geben. Wie es dann auch immer so ist, hat man gleich das passende Bild vor seinem geistigen Auge. Umso ernüchtert ist man, wenn sich dieser Campingplatz als eher normal entpuppt. So waren wir mehr über die vielen gigantischen Motorhomes (riesige Campmonster auf vier Rädern) erstaunt, die den doch engen Campingplatz bevölkerten. Naja…

Von unserer Autovermietung hielten wir einen Gutschein für eine Fahrt mit dem Schiff im Milford Sound in den Händen. Dieses Angebot wollten wir uns nicht entgehen lassen, da von vielen Seiten der König des Fjordlandes angepriesen wurde. Von Te Anau führt die 121 km lange Milfoard Sound Road zum Milford Sound. Im Winter kann diese Straße durch Eis, Glätte und Schnee oft geschlossen sein. Also mussten wir uns vorab in der Info von Te Anau über die Straßenverhältnisse erkundigen. Doch das Winterwetter meinte es wohl gut mit uns, denn die klaren Nächte sorgten für eine eis- und schneefreie Straße, so dass der Anfahrt nach Milford Sound nichts im Wege stand.

Der eigentliche Höhepunkt des Tages waren die wunderschönen Ausblicke von der Milford Road auf die schneebedeckten Berghänge, die sich steil aufragend an der Straße empor heben. Die alpine Welt von Fjordland ist beeindruckend. Anfangs versetzte die Sonne die Berghänge in ein grandioses Farbspiel, später sorgte der Regen für nasse Felswände, die von unzähligen kleinen Wasserfällen übersät waren. Ja, Regen ist im Milford Sound nicht ungewöhnlich. Im Durchschnitt regnet es an 180 Tagen im Jahr, von denen uns einer ”vergönnt” war. So empfing uns der 16 km lange Milford Sound wolkenverhangen. Er erinnerte eher an Muttis Waschküche. Leider baten sich uns nur sehr wenige Lichtblicke auf die steilen Berghänge, grünen Buchten und Berggipfel des Milford Sound. Schade, denn bei schönen Wetter sind die Ausblicke auf den Fjord sicherlich unvergesslich. Uns bleibt nach wie vor nur die Vorstellungskraft, die uns den Milford Sound in das Bild rückt, von dem uns bisher immer berichtet wurde - als unbeschreiblich.

Written on September 8th, 2007 , Neuseeland Tags:

Pohara – Greymouth – Franz Josef Glacier – Wanaka 986 km

Wir haben uns für die Fahrt entlang der Westküste der Südinsel entschlossen. Das Klima ist wesentlich rauer und mit Kilometer um Kilometer gen Süden spürt man die Nähe Neuseelands zum Südpol. Die Nächte rücken in ein ganz anderes Licht, wenn sternenklarer Himmel die Temperaturen unter Null Grad abfallen läßt. Nur gut, dass ein Heizer im Campervan seinen Dienst tut, denn ohne dieses kleine Ding täten wir sehr frieren. Doch bei selbstgekochten Glühwein lassen sich auch solche kalten Nächte aushalten! Eigentlich fragen wir uns fast täglich, warum in Neuseeland und auch in Australien Zentralheizungen eher unbekannt sind. Die schönsten und neusten Häuser verfügen selten über diesen Luxus, der uns Deutschen so elemantar erscheint. Zumeist verrichten Elektroheizer ihren Dienst, bestenfalls gibt es schöne Kamine, im schlimmsten Fall nur eine Wärmflasche!

Von Pohara aus führte uns der Weg nach Greymouth, wo uns das wohl typische Wetküstenwetter empfing. Es regnete unaufhörlich und ein kalter Wind vom Meer trübte jede Stimmung auf Besichtigung des Ortes oder der Umgebung. Auch der nächste Morgen sollte kaum besser werden. Lediglich ein paar kleine Auflockerungen am Himmel machten uns Mut, doch noch nach Punakaiki zu den “Pancake Rocks” zu fahren. Sie sind mit Sicherheit die größte landschaftliche Kuriosität in dieser Ecke der Westküste. Wind, Wetter und das raue Meer haben aus dem weichen Kalkstein Felsformationen herausgewaschen, die an eine Aufschichtung von Pfannkuchen erinnern. Die Felsen sind teilweise stark zerklüftet und werden noch immer von den Gezeiten geformt. Bei Flut werden einige Höhlen dieser Felsformationen mit Wasser gefüllt, welches unter starken Druck in die Ausgänge nach oben gepresst wird. Durch Felslöcher – Blowholes – entweicht dann das Wasser in meterhohen Wasserfontänen. Ein Schauspiel, welches uns aufgrund der nicht vorhandenen Flut versagt blieb.

Noch am selben Tag fuhren wir weiter nach Franz Josef, einer kleinen Ansammlung von Häusern, Gastronomieeinrichtungen und Beherbergungsbetrieben. Alles dient dem Zweck, den nahegelegenen Gletscher mit Touristen zu versorgen. In der Tat sind sowohl der ”Franz Josef Glacier” als auch der “Fox Glacier” die große Attraktion der Bergwelt. Verschiedene Führungen können gebucht werden, um diese Naturschönheiten zu bestaunen. Der Franz Josef Gletscher verzeichnet ein stetiges Wachsen und Schrumpfen. Im Frühjahr wächst er durchschnittlich einen Meter am Tag, im Sommer sind es noch 70 cm. Und trotzdem hat sich der Gletscher in den letzten Jahrhunderten enorm zurückgebildet. Seine derzeitige Größe, die Gletscherzunge ist 800 m breit, der Eispanzer bis zu 30 m dick, entspricht nur noch einem Bruchteil seiner einstigen Ausmaße. Und trotzdem sind beide Gletscher und die umliegende Region einen Besuch wert, der sich trotz des eher schlechten Wetters gelohnt hatte.

Die Wege an der Westküste können teilweise sehr lang werden. Inzwischen haben wir fast 1.000 km zurückgelegt. Besonders die Straße am “Haast Pass” kann in den Monaten Juni, Juli und August sehr schneereich und glatt sein. Oft ist sie dann geschlossen. Auf 563 m Höhe markiert sie die niedrigste Verkehrsroute über die Südalpen. Folgt man dem Straßenverlauf, gelangt man nach Wanaka. Von dieser Stadt haben wir bereits einiges gehört. Als niedlich und toll beschrieben, machte sie auch auf uns einen schönen Eindruck. Gelegen am “Lake Wanaka”, dessen Wasser von Bergen umrahmt wird, gilt das Gebiet bei Wanaka als beste Skiregion in den Südalpen.

Wir feierten weder Apres Ski, noch jagten wir die schwarzen Pisten hinab, doch gönnten wir uns eine abendliche Aussicht am See auf die wunderschöne Bergkulisse.

Written on September 5th, 2007 , Neuseeland Tags:

Picton – Motueka – Pohara 583 km

Von den beeindruckenden Marlborough Sounds setzten wir unsere Fahrt zum Abel Tasman National Park und der Golden Bay fort. Wer mit dem Auto in die Marlborough Sounds fährt, der sollte die schmale Küstenstraße ”Queen Charlotte Drive” nicht verpassen. Sie verbindet die beiden Hafenorte Picton und Havelock. Sie gehört sicherlich zu den schönsten Strecken der Region, verlangt jedoch gerade bei Gegenverkehr in engen Kurven fahrerisches Geschick. Und trotzdem ist diese Fahrtroute die beste Alternative, um von Picton aus auf kürzestem Weg zum Abel Tasman National Park zu gelangen.

Wir hatten uns für eine Erkundung des Nationalparks und der Golden Bay entschlossen. So führte uns die Fahrt über Nelson nach Motueka. Früher lebten in der Umgebung der Stadt Maori vom Stamm der Ngati Rarua. Eigentlich war das Örtchen bisweilen eher ein unbekannter Fleck auf der Landkarte, doch mit zunehmenden Tourismus entwickelte sich Motueka zum Sprungbrett mit direkter Anbindung an den Abel Tasman Park. Neben Tourismus spielt der Anbau von Obst, Gemüse, Hopfen und Tabak eine wichtige Rolle. Im Sommer kommen zu den unzähligen Touristen noch Erntehelfer aus Neuseeland und Übersee dazu, so dass sich die Stadt regelmäßig zu einem multikulturellem Zentrum entwickelt. Von dieser Lebendigkeit war bei unserem Aufenthalt allerdings wenig zu spüren. Noch hat die typische Hauptreisezeit in Neuseeland nicht eingesetzt, so dass nicht nur fast leere Campingplätze auf uns warten, sondern auch lukrative Angebote und Geschenke unterbreitet werden. Neben den typischen Touren in den Abel Tasman Park zu vergünstigten Preisen erwartete uns auf unserem Campingplatz ein Spa-Pool mit freier Benutzung. Tolle Sache! Wir entschieden uns nicht für eine Tour, sondern fuhren mit dem Auto nach Kaiteriteri. Hier warten goldgelbe Strände, blauer Ozean und kleine Häuschen auf den Besucher. Noch herrscht absolute Ruhe, doch im Sommer platzt der Ort aus allen Nähten, da er unzählige neuseeländische Touristen anlockt, aber auch als Ausgangspunkt der kleinen Wassertaxis in den Abel Tasman Park dient. Aufgrund des wechselhaften Wetters wählten wir nur eine kleine Wanderung durch die Bucht von Kaiteriteri. Als besonders lohnenswert erwies sich der kurze Weg zum “Split Apple Rock”, einem Boulder (versteinertes Meeressediment), der durch eindringendes Wasser in zwei Teile zersprungen ist. Diese balancieren auf Felsen, die bei Flut regelmäßig unter Wasser stehen. Somit scheint dieser Boulder auf dem Wasser zu schwimmen.

Wir wollten dem Geheimnis des “Kiwis” näher auf dem Grund gehen. Betrachtet man den Nordwestzipfel der Südinsel auf einer Landkarte, so erinnert dieser an den Schnabel eines Kiwis. In Wirklichkeit verbirgt sich aber hinter dieser Landzunge das “Farewell Spit”, ein Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. Die Landzunge wächst noch immer aufgrund starker Meeresströmungen und Winde von der Westküste, die reichlich feinen Sand an das Spit anlanden. Dadurch konnte sich hier eine einzigartige Dünenlandschaft entwickeln.

Von den Hügeln des Abel Tasman Parks bis zu dieser Landzunge erstreckt sich die Golden Bay, ein malerisches Feuchtgebiet mit unzähligen interessanten Ausflugszielen. Hier befindet sich auch der “Kahurangi Nationalpark”, der einen Großteil des Nordwestens der Südinsel bedeckt. Mit steilen Bergflanken und zerklüfteten Gipfeln der Tasman Mountains ist dieses Gebiet fast unbewohnt.

Wir nutzten unsere Zeit zu einem Besuch der “Pupu Springs”, die ihren Zulauf über ein artesisches Tunnellabyrinth beziehen. Hier sprudeln pro Sekunde 40 volle Badewannen reinstes Wasser aus der Erde. Die Quelle gilt, neben einer weiteren Quelle unter dem Festlandeis der Antarktis, als reinste der Welt.

Heute konnten wir doch noch einen Besuch im Abel Tasman Park vornehmen. Obwohl sich wieder Sonne, Wolken und ein paar Schauer abwechselten, machten wir eine kurze Wanderung zu den ”Wainui Falls”, die inmitten dichten Regenwaldes wundervoll gelegen sind.

Written on September 1st, 2007 , Neuseeland Tags:

Taupo – Wanganui – Wellington – Picton 642 km

Nun machen wir die Südinsel unsicher. Nachdem wir durch eher uninteressante Landstriche des Southland der Nordinsel gereist sind, haben wir heute die Fähre von Wellington nach Picton genommen. Uns verbleiben 30 Tage für die Südinsel. Bereits der erste Eindruck des “Marlborough Sounds” machte uns neugierig auf das, was uns hier in dem einem Monat erwarten wird. Marlborough Sounds steht für ca. 1.500 Km Küstenlinie, die durch ein “versunkenes” Mittelgebirge entstanden ist. Ein System von “untergetauchten” Tälern formt diese Region. Steile Berghänge, die heute lediglich schmale Halbinseln bilden, zeugen noch heute von dem ehemaligen Gebirge.

Mit der “Bluebridge” Fähre ging es in knapp 3,5 Stunden von Neuseelands Hauptstadt aus nach Picton. Wir wählten die Bluebridge als Alternative zur bekannten “Interislander” Fähre aus, da der Preisunterschied zwischen beiden Anbietern erheblich ist. Eigentlich hatten wir erwartet, dass die Fähre stärker ausgelastet sein würde, als sie es tatsächlich war. Lediglich das Unterdeck war mit Autos gefüllt, das Oberdeck hingegen komplett leer. Zu Spitzenzeiten, hauptsächlich im Sommer, sind die Fähren meist ausgebucht. Wir dagegen genossen den Luxus angenehmer Ruhe in der Lounge der Fähre, in der uns ein Film und etwas Musik die Zeit der Überfahrt verkürzte.

Written on August 27th, 2007 , Neuseeland Tags: ,

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