Thames – Manukau – Auckland 152 km

Nun sind wir wieder zurück in Auckland. Nach 62 Tagen und 9.046 km auf den Straßen der Nord- und Südinsel hat unsere Reise durch Neuseeland ein Ende gefunden. Es war eine sehr abwechslungsreiche, wenn auch manchmal verregnete Zeit. Das Land hat uns gut gefallen. Durch den offenen Kontakt zu den Kiwis konnten wir sehr viele Eindrücke sammeln und einiges über die Lebensmentalität der Leute in Erfahrung bringen. Sicherlich war der Partybesuch bei Anns Geburtstag der Höhepunkt unserer Neuseelanderfahrungen. Nun lassen wir die verbleibende Reisezeit in der City Garden Lodge ausklingen. Irgendwie verschlägt es hierher zumeist deutschsprachige Leute, doch das tut der Stimmung keinen Abbruch. Die Leute vermitteln einen das Gefühl einer großen Familie und der Backpacker tut einiges dazu, dass man sich in der Tat fast heimisch fühlt.

Wir sind gespannt auf Südafrika. Schon bald werden wir im Flieger sitzen, um uns dann wieder in einer ganz anderen Welt vorzufinden.

Written on Oktober 9th, 2007 , Neuseeland Tags:

Ohope Beach – Waihi Beach – Hahai – Coromandel – Thames 489 km

Coromandel, schon der Name klingt exotisch. In der Tat erinnerte uns die 80 km lange Halbinsel sehr an vergangene Tage in Indonesien. Kein Wunder, denn auch Coromandel ist vulkanischen Ursprungs. So sind an einigen Küstenabschnitten deutliche Spuren vulkanischer Aktivität erkennbar. Einst bedeckte mächtiger Kauriwald die Halbinsel, doch 150 Jahre Siedlungsgeschichte reichten aus, um das begehrte Holz zu schlagen. Der Kahlschlag nahm extreme Formen an, so dass heute nur noch winzige Restbestände des Primärurwaldes vorhanden sind. Während des 2. Weltkrieges sollten dann auch noch die letzten dieser Bäume geschlagen werden, doch eine Initiative lokaler Einwohner stemmte sich mit aller Macht gegen dieses Vorhaben. Diesen Menschen ist es zu verdanken, dass an der “309″ Road die “Kauri Grove” der Nachwelt erhalten blieb.

Die 309 Road war die erste Verbindungsachse von der Ost- zur Westküste Coromandels. Ein hartes Stück Pionierarbeit war nötig, um die Straße in den Fels zu schlagen. Sie verkürzt den Weg nach Coromandel Town um einige Kilometer. Früher galt das kleine Städtchen neben Thames als pulsierende Metropole Coromandels. Einst lebten hier über 7.000 Menschen, die hauptsächlich von der Waltwirtschaft und vom Gold angezogen wurden. Heute hingegen ist von diesem Rausch nicht mehr viel geblieben. Lediglich die schönen alten Holzhäuser zeugen von der kolonialen Vergangenheit, und verleihen Coromandel Town einen anheimelnden Charakter. Folgt man der Straße von Coromandel Town weiter nördlich, so gelangt man nach einigen Kilometern nach Colville, einer kleinen Siedlung, die etwas von der letzten Bastion auf dieser Halbinsel hat. Hier gibt es das nördlichste Café und die letzte Tankstelle. Eine unbefestigte Straße führt noch einige Kilometer weiter nördlich zum äußersten Zipfel der Halbinsel, doch leider verbieten alle Autovermieter die Straßen nördlich von Colville. Warum? Keine Ahnung! Vielleicht sollten wir bei JUCY-Rentals mal nachfragen. Auf jeden Fall ist Colville interessant, denn viele “Aussteiger” und Ruhesuchende haben sich hier in Communities zusammengefunden. Einige suchen den Weg zurück zur Natur, was hauptsächlich an der ökologischen Landwirtschaft zu erkennen ist. Andere hingegen ziehen sich in Meditation- und Glaubensgemeinschaften zurück. So findet man bei Colville ein buddhistisches Zentrum mit eigener Stupa!

Die große Hauptattraktion Coromandels ist ganz sicher die bekannte Cathedral Cove, die im gleichnamigen Schutzreservat an der Ostküste der Halbinsel zu finden ist. Ein schöner aber auch anstrengender Wanderweg führte uns zum wunderschönen Sandstrand. Wind- und Wassererosion haben die Felsen der Küste deutlich geformt und an einigen Stellen Höhlen und Durchgänge geschaffen. So gelangt man bei der Cathedral Cove von einer schönen Bucht zur nächsten, wenn man den natürlich geschaffenen Durchgang im Felsen benutzt.

In Thames trafen wir auf einem Campingplatz auf einen deutschen Aussteiger, der nach viel Träumerei seine Segel in Deuitschland gestrichen hatte. Aus einem Dreimonatsvisum ist inzwischen ein 10-monatiger Aufenthalt mit fester Anstellung als Schreiner geworden. Wir führten ein sehr interessantes Gespräch mit ihm, was uns einige Dinge von Neuseelands Wirtschaft in ein ganz anderes Licht rückte!

Schon bald werden wir in Auckland unsere geliebte JUCY abgeben müssen. Südafrika steht vor der Tür und somit die letzte Station unserer Round-The-World Reise.

Written on Oktober 7th, 2007 , Neuseeland Tags:

Hastings – Gisborn – Te Araroa – Ohope Beach 746 km

Das Eastland ist die Heimat der Maori und der Ort Neuseelands, dessen Land von den ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages wachgegüsst wird. Das East Cape ist der östlichste Zipfel des Landes, deren Spitze von einem weißen Leuchtturm geziert wird. Normalerweise kann man das East Cape Lighthouse über 700 Stufen erklimmen, doch der Zugang zum Leuchtturm erfolgt über privates Farmland, so dass uns der Zutritt leider versperrt blieb.

Die Region Eastland ist eine der einsamsten Gegenden Neuseelands. Hier gibt es weder große Städte oder nennenswerte Siedlungen. Hin und wieder schmiegen sich die kleinen Küstendörfer in Buchten und an sagenhafte Strände, der größte Teil des Kaps hingegen ist menschenleer. Bereits in Gisborn oder Opotiki kann der Reisende zwischen zwei Routen wählen. Highway 2 führt auf dem direktesten Weg ans Ziel, der Highway 35 hingegen schlängelt sich auf 343 km um das Kap und erschließt damit die gesamte Region. Zeugnisse längst vergangener Tage findet man in Whangara und der Tokomaru Bay. Einst waren diese Ortschaften blühende Handelszentren, dessen alte Lagerschuppen und weit auf das Meer hinausreichende Pier letzte stille Hinweise jener Zeit sind. Bei Te Araroa zweigt die East Cape Road zum östlichsten Punkt Neuseelands ab. Die kurvenreiche Straße führt direkt an der Küste entlang und bietet grandiose Ausblicke auf die Weiten des Ozeans. An einigen Stellen hingegen ist äußerste Vorsicht auf dieser Straße geboten, denn herabstürzende Wasserfälle führen manchmal zu Erdrutschen, wenn nicht gerade das Meer die Küstenstraße gierig verschlingt! Trotzdem lohnt sich ein Ausflug, schon allein wegen des Anblicks der spektakulären Küstenlinie. Die angeschlagenen Warnungen sollte man aber unbedingt berücksichtigen, denn Leichtsinn wird an diesem Ort ganz sicher bestraft!

Erschöpft und beeindruckt kehrten wir dann in den einzigen verzeichneten Holiday Park des Ostkaps ein, auf deren Gelände sich auch das kleinste Kino des Landes befindet. Sicherlich hat dieser Campingplatz schon bessere Zeiten erlebt, doch Bauaktivitäten zeugen von der Modernisierung der Anlage. Glücklicherweise hatte uns das gute Wetter bis zum Abend hin begleitet, denn erst in der Nacht setzte starker Regen ein, der bis zum nächsten Morgen anhalten sollte. Der Anblick der hier existierenden Maori-Community löste großes Erstaunen bei uns aus. Zumeist wirken die Maori wie “Stämme in der Brandung”, deren Gesichtstätovierungen wie eine Kriegsansage anmuten. Hinter dieser Fassade verbirgt sich aber meist ein freundliches Wesen, welches uns auf diesem Campingplatz mehrfach entgegengebracht wurde.

Inzwischen haben wir das Kap bei strahlenden Sonnenschein umrundet und befinden uns auf dem Rückweg nach Aukland. Unsere verbleibende Camperzeit werden wir wohl auf der Coromandel Halbinsel verbringen, ehe wir das Auto in Aukland abgeben werden.

Written on Oktober 3rd, 2007 , Neuseeland Tags:

Wellington – Upper Hutt – Hastings 621 km

Raue See und hohe Wellen bewirken schwankende Momente, von denen wir reichlich auf unserer Fährüberfahrt von Picton nach Wellington hatten. Die Cook-Straße befand sich in heller Aufruhr, so dass einige Gäste der Fähre mit der Seekrankheit zu kämpfen hatten. Beeindruckend war die Kraft der Wellen, die das Schiff tosend und aufschäumend auf und ab tanzen ließen. Selbst im Freien auf dem Oberdeck spürte man die Wucht des Wassers, welches in sprühenden Fontänen über das Schiff schwappte. Ein echtes Erlebnis! Trotzdem war es ein gutes Gefühl, nach verlängerter Fährüberfahrt in Wellington anzukommen.

Wir entschieden uns für den direkten Weg nach Upper Hutt, einem Vorort von Wellington, da wir der Einladung der neuseeländischen Familie gern folgen wollten. Der Zufall wollte es, dass der australische Familienvater aus Mackay, dessen Familie wir während unseres Aufenthalts in Australien besuchten, eine Schwester hat, die seit 26 Jahren in Neuseeland lebt und arbeitet. So erhielten wir bereits in Australien die Einladung, die wir nun gern annehmen wollten. Bereits von Picton aus nahmen wir mit Ann Kontakt auf und wußten, dass sie ihren Geburtstag feiern würde. Welch ein Zufall! Also eine Geburtstagsparty mit ganz vielen Gästen. Eine “organisch” gewachsene Topfpflanze im ”Brown Bag” (Pilztüte) samt Schleife aus asiatischer ”Wunderwickelschnur” eröffnete uns den Eintritt zu einer kunterbunten Party voller wildfremder Menschen. Ganz sicher waren wir an dem Abend die interessantesten Gäste, denn die Fragen der Partybesucher wollten nicht abreißen. Wir hatten einen sehr schönen Abend und eine wundervolle Feier, die uns mit reichlich Unterhaltung und viel Bier ”serviert” wurde. Eine schöne Einladung!

Bereits am Freitag unternahmen wir einen Abstecher zum Cape Palliser, welches den südlichsten Punkt der Nordinsel markiert. Die Anfahrt zum Kap erfolgt von Upper Hutt aus über die Rimutaka Range. Der Highway 2 schlängelt sich in zahlreichen Kurven über den 555 Meter hohen Pass. Von Featherston aus zweigt der Highway 53 nach Martinborough und zum Cape Palliser ab. Die letzten Kilometer zum Kap führen durch eine landschaftlich sehr abwechslungsreiche Gegend. Die Küste wirkt mit ihren bizarren Felsen, die durch die wilde Brandung geformt werden, sehr rau und schroff. Die oft meterhohen Wellen sind ein Paradies für Surfer, die sich insbesondere an den Wochenenden hier einfinden. An der Spitze des Cape Palliser dominiert ein Leuchtturm die Szenerie. Eine abenteuerliche Schotterpiste ist die einzige Verbindungsstraße. Insbesondere bei Sturm und aufgewühlter See ist diese Anfahrtsstraße nicht zu unterschätzen. Nach 220 Treppenstufen erreichten wir den Fuß des Leuchtturms und hatten eine wundervolle Aussicht auf die Küste des Cape Palliser und konnten sogar die Gipfel der Berge der Südinsel erblicken.

Written on September 30th, 2007 , Neuseeland Tags: ,

Taupo – Wanganui – Wellington – Picton 642 km

Nun machen wir die Südinsel unsicher. Nachdem wir durch eher uninteressante Landstriche des Southland der Nordinsel gereist sind, haben wir heute die Fähre von Wellington nach Picton genommen. Uns verbleiben 30 Tage für die Südinsel. Bereits der erste Eindruck des “Marlborough Sounds” machte uns neugierig auf das, was uns hier in dem einem Monat erwarten wird. Marlborough Sounds steht für ca. 1.500 Km Küstenlinie, die durch ein “versunkenes” Mittelgebirge entstanden ist. Ein System von “untergetauchten” Tälern formt diese Region. Steile Berghänge, die heute lediglich schmale Halbinseln bilden, zeugen noch heute von dem ehemaligen Gebirge.

Mit der “Bluebridge” Fähre ging es in knapp 3,5 Stunden von Neuseelands Hauptstadt aus nach Picton. Wir wählten die Bluebridge als Alternative zur bekannten “Interislander” Fähre aus, da der Preisunterschied zwischen beiden Anbietern erheblich ist. Eigentlich hatten wir erwartet, dass die Fähre stärker ausgelastet sein würde, als sie es tatsächlich war. Lediglich das Unterdeck war mit Autos gefüllt, das Oberdeck hingegen komplett leer. Zu Spitzenzeiten, hauptsächlich im Sommer, sind die Fähren meist ausgebucht. Wir dagegen genossen den Luxus angenehmer Ruhe in der Lounge der Fähre, in der uns ein Film und etwas Musik die Zeit der Überfahrt verkürzte.

Written on August 27th, 2007 , Neuseeland Tags: ,

Orewa – Waikite Valley – Rotorua – Taupo 520 km

Wo eigentlich stehen sich Himmel und Hölle im Angesicht gegenüber? In Rotorua! Man kann die Abgründe der Erde förmlich riechen, denn der alles überlagernde Geruch in der Stadt riecht nach Schwefel – banal auch nach faulen Eieren. Und trotzdem rangiert Rotorua auf der Beliebheitsskala der Touristen ganz oben. Kein Wunder, denn nirgendwo sonst auf der Nordinsel gibt es so viele Naturwunder auf einer Stelle. Ein riesiges Thermalgebiet erstreckt sich von Rotorua bis nach Taupo und macht diese Region so einmalig. Spuckende Gysire, dampfende Krater, blubbernde Schlammlöcher, stinkende Erdlöcher und warme Thermalquellen – all das liegt so dicht beeinander und macht Rotorua und Taupo für Touristen so interessant.

Folglich zog es auch uns in diese spannende Region, jedoch hatten wir einen ganz besonderen Tipp, dem wir nachgehen wollten. Durch das Internet hatten wir erfahren, dass es im Waikite Valley einen tollen Campingplatz geben soll, dem ein öffentliches Thermalbad angeschlossen ist. Vorerst nichts besonderes, doch die Benutzung der verschiedenen Pools ist bereits im Preis der Übernachtung eingeschlossen. Und dem war so. Die drei großen Pools werden von einer heißen Quelle gespeist, dessen Wasser mit 74° C an die Erdoberfläche tritt. Überall im Tal zischt und dampft es. Das Wasser der Pools hat Temperaturen von 38° – 41° C und sorgt selbst bei kalter Außentemperatur für wohlige Körperwärme. Dieser Tipp hatte sich echt gelohnt!

Rotorua ist für seine großen Thermalgebiete bekannt. So kann man beim “Höllentor” das aktivste dieser Thermalgebiete bestaunen. Die Urgewalten der Erde sind allgegenwärtig.

Da aber überall Eintrittspreise erhoben werden, mussten wir uns für eines dieser Gebiete entscheiden. Wir wählten mit “Waiotapu” das farbenprächtigste aus. Die Eintrittspreise wurden in den letzten Jahren stark an den Besucherstrom angepasst und trotzdem lohnen sich die 25 NZ$ pro Person auf jeden Fall. Das “Wai-O-Tapu Wonderland” erstreckt sich über eine Fläche von 18 km², wovon allerdings nur ein kleiner Teil für die Besucher zugänglich ist. Drei Rundwege führen durch das bunte “Allerlei” der Natur, die sich hier in allen Formen, Farben und Gerüchen präsentiert. Die Erde steht so stark unter Anspannung und Hitze, dass das Gebiet von Kratern, heißen und kalten Seen, Schlammlöchern, dampfenden Erdspalten und Gysiren übersät ist. Die Farbenpracht der verschiedenen Naturwunder fällt sofort ins Auge. Hervorgerufen werden diese durch die Ausfällung von verschiedenen Elementen und Verbindungen. Vor allem Schwefel dominiert die Szenerie. Sämtliche Bäume und Büsche in der Region um Rotorua und Taupo tragen einen gelben Schleier, der auf den hohen Anteil von Schwefel in der Luft schließen lässt.

Eine besondere Attraktion von Wai-O-Tapu Wonderland ist der “Lady Knox Gysir”, der täglich gegen 10.15 Uhr künstlich zum Ausbruch gebracht wird. Eine kleine Menge Seifenlauge (ca. 300 Gramm) ist nötig, um beim Gysir eine Wassereruption auszulösen. Durch die verminderte Oberflächenspannung des Wassers stößt der Gysir seine Fontäne mehrere Meter in die Luft. Ein tolles Schauspiel, was täglich unzählige Gäste anlockt.

Der heutige Weg führte uns nach Taupo, das ebenfalls für seine Thermalaktivität bekannt ist. Einen Abstecher nutzten wir, um den “Huka Falls” einen Besuch abzustatten. Wild und tosend stürzt sich der Fluss in mächtigen Stromschnellen durch eine 15 m breite Öffnung und ergießt sich mit bis zu 235.000 Litern pro Sekunde anschließend in ein Becken.

Written on August 23rd, 2007 , Neuseeland Tags:

Ahipara – Hokianga Harbour (Opononi) – Orewa 460 km

Von Ahipara und 90 Mile Beach setzten wir unseren Weg in Richtung Hokianga Harbour fort. Da unser Termin für die Fähre von der Nord- zur Südinsel in Reichweite kommt, beschlossen wir die Route durch Northland etwas zu verkürzen. Wir folgten der Westküste und gelangten über einige Nebenstraßen zum Hokianga Harbour, der als große Bucht oder Fjord beschrieben werden kann. Tief schneidet sich das Wasser in das Landesinnere und die Küstenlinie ist gesäumt von großen Mangrovenwädern, einsamen Sandstränden und riesigen Sanddünen. Hokianga Harbour wurde vom legendären polynesischen Seefahrer Kube benannt, der diesen Landstrich den Namen “Hokianga Nui O-Kube” gab. Übersetzt bedeutet das soviel wie Startplatz von Kube. Angeblich soll Kube an dieser Stelle seine Erkundungsreise durch Neuseeland beendet haben. Früher war der Harbour wichtiger Umschlagplatz für die Holzindustrie, die hier einen großen Hafen beim Ort Kohukohu hatte. Nachdem aber die Vermarktung des Holzes eingestellt wurde, wurde es still um diesen Landstrich. Kommunen und Hippies nutzten die kleinen Orte des Hokianga Harbours als Rückzugsgebiet.

In der Nähe des kleinen Örtchens Wairere stießen wir auf ein Hinweisschild mit der Aufschrift “Wairere Boulders Nature Park”. Wir folgten der Beschilderung für einige Kilometer und fanden uns wenig später in einem “Märchenland” wieder. Zwei Schweizer Auswanderer haben in Eigeninitiative einen Rundwanderweg in einer geologisch interessanten Umwelt geschaffen. Über Brücken und Laufstege führt ein Wanderweg durch Wald, vorbei an einem rauschenden Fluss und zwischen unzähligen Felsformationen entlang. Die bizarren und riesigen Steine sind mit einer dichten Moosschicht überzogen und verleihen dem Ort zusätzlich einen besonderen Charakter. Von dem Schweizer Erbauer dieses Naturparks bekamen wir später auch noch den Tipp, dass am Hokianga Harbour riesige Boulders zu finden sind, die die großen Brüder der bekannten ”Moeraki Boulders” sein könnten, die auf der Südinsel Neuseelands zu finden sind. Und in der Tat, nach einer kleinen Wanderung am Strand entlang fanden wir die gigantischen “Murmeln”, die aus schlammigen Sediment der Urmeere entstanden sind. Im Kern dieser überdimensionalen “Murmeln” befinden sich Pflanzenreste und Muschelstückchen. Mit einem Duchmesser von mehr als vier Metern sind diese Boulders Zeugnisse einer längst vergangenen Zeit.

In der Nähe des kleinen Örtchens Opononi befindet sich eine riesige Sanddüne, die den Eingang zum Hokianga Harbour markiert. Sie erinnernt mit ihren Ausmaßen sehr an die großen Sanddünen des 90 Mile Beach, der einige Kilometer weiter nördlich bei Ahipara seinen Ursprung findet.

Eine weitere Attraktion dieses Landstriches befindet sich Unweit des Harbours, die Waldreservate Waipoua und Trounson. Einst waren große Teile Neuseelands von riesigen Urwäldern bedeckt, deren Baumbestand hauptsächlich aus den mächtigen Kauri-Bäumen bestand, deren Stammumfang 20 Meter erreichen konnte und die mit einer Höhe von über 50 Metern alle anderen Pflanzen des Waldes überragten. Die Bäume wurden während der Besiedlungsgeschichte Neuseelands Opfer des gierigen und unersättlichen Kolonialmarkts. Meist fanden sie Verwendung für den Schiffs- und Häuserbau. Später dann zapfte man die lebenden Bäume an, um aus ihnen den “Kauri-Gum” zu gewinnen, der zu Farben und Lacke verarbeitet wurde. In 200 Jahren Besiedlungsgeschichte wurden über 2000 Jahre alte Wälder auf ein heutiges Niveau von 7.455 ha dezimiert, was weniger als 1% der ehemaligen Waldfläche Neuseelands entspricht! Das neu gewonnene Weide- und Ackerland war durch nährstoffarme Böden geprägt, welches der Landwirtschaft wenig Ertrag einbrachte. Noch heute leiden große Teile Neuseelands an ausgeprägter Erosion, die durch die Abholzung der Wälder hervorgerufen wurde.

Written on August 20th, 2007 , Neuseeland Tags:

Whangarei – Kerikeri – 90 Mile Beach – Ahipara 371 km

Die Fahrt von Whangarei zur Bay of Island stand unter schlechten Vorzeichen. Das Wetter hatte sich in der Nacht zu einem echten Dauerregen gewandelt, wodurch am Morgen unser Campingplatz in Whangarei eher einer Schlammpiste glich. Der Regen sollte uns auch den gesamten Tag über begleiten.

Auf der Staatsstraße Nummer 1 fuhren wir also weiter Richtung gen Norden. Unser Ziel war die Bay of Island und der 90 Mile Beach. Kurz vor Kerikeri ereilte uns das gleiche ”Leid” wie in Australien. Schon die gesamte Autofahrt über waren die Steinschläge auf der Frontseite des Campers nicht zu überhören. Als sich im Augenwinkel dann ein großer Schatten vor mir auftat, krachte es erheblich an unsere Windschutzscheibe. Zuerst hatten wir das Gefühl, dass sich ein riesiger Stein direkt in den Innenraum durchgeschlagen hätte, doch es war “nur” ein Steinschlag so groß wie ein Daumennagel. Sofort war uns klar, warum auch in Neuseeland eine Steinschlagversicherung angeboten wird! Nur gut, dass dieses Problem innerhalb kurzer Zeit gelöst werden konnte und der Steinschlag nun kaum mehr zu sehen ist.

Das schlechte Wetter sollte uns bis zum Abend begleiten. Auf einem Campingplatz in Kerikeri konnten wir erfahren, wie schnell sich kleine Bäche in riesige und reißende Flüsse verwandeln können. Ein Fehltritt hätte gelangt, um von den Wasserfluten davongerissen zu werden. Am nächsten Morgen war aus dem reißenden Wasserstrom wieder der normale Bach geworden und nichts erinnerte mehr an das Hochwasser vom Vortag.

Unter diesen Umständen freuten wir uns auf einen Besuch bei den Kerikeri Wasserfällen, die auch als “Rainbow Falls” bekannt sind. Sie liegen am Kerikeri River tief im Regenwald, können jedoch auch über eine Straßenanbindung erreicht werden. Aufgrund der starken Regenfälle waren die Wanderwege geschlossen, so dass uns nur der kleine Rundweg direkt an den Wasserfällen blieb. Durch den Starkregen ergossen sich die schlammigen Wassermassen mit unüberhörbaren Getöse über die Felskante. Hinter den Wasserfällen befindet sich eine große Höhle, die einst einem ganzen Maori-Stamm als Zufluchtsort vor anrückenden Feinden gedient haben soll.

Von einem Freund hatten wir den Tipp bekommen, unbedingt den 90 Mile Beach zu besuchen. Alle Autovermieter in Neuseeland verbieten per Vertrag das Fahren am besagten Strand, so dass wir uns einer organsierten Tour angeschlossen hatten, die neben 90 Mile Beach auch Cape Reinga im Angebot hatte.

Cape Reinga ist der Ort, wo Südpazifik und Tasmanisches Meer aufeinander treffen. Sowohl das Kap als auch 90 Mile Beach liegen auf der Aupori-Halbinsel. An der schmalsten Stelle der Halbinsel liegen zwischen West- und Ostküste nur 10 km. Eine unbefestigte Straße führt die letzten 20 km von Te Kalo zum Cape Reinga, wo ein alter Leuchtturm das Kap als Wahrzeichen ziert. Von hier aus geht der Blick auf die Weite der beiden Meere hinaus. Meist weht an Cape Reinga ein stürmischer Wind, der sich bei Regen auch noch sehr kalt anfühlen kann, wodurch wir uns nur einige Minuten freiwillig an diesem Platz aufhalten wollten. Für die Maori hat das Kap eine mystische Bedeutung: Sie glauben, dass an dieser Stelle der Geist der Toten zurück in seine Urheimat “Hawaiki” wandert.

Die Maori nennen den 90 Mile Beach “Te Oneroa O Tohe” (der lange Strand von Tohe). Eigentlich misst dieser Strand keine 90 Meilen. Mit 64 Meilen oder 103 km ist er trotzdem beachtlich lang. Bei Sonnenschein – der leider kaum vorhanden war – muß der Sand dieses Küstenabschnittes unglaublich weiß erscheinen. Die hohen Dünen ragen einige Meter hoch in den Himmel und bieten einen wunderschönen Anblick. Durch den “Te-Paki-Stream” fahren die Tourbusse direkt an den Strand und folgen diesen für knapp 75 km zurück nach Waipapakauri. Einige Wagemutige haben an diesem Strand schon ihr Auto eingebüßt. Keine Versicherung Neuseelands bezahlt einen Schaden oder gar Totalverlust des Autos an 90 Mile Beach. Kein Wunder, denn die Strömungen vom Meer, der lose Sand und das abfließende Wasser von der Halbinsel verwandeln diesen Strandabschnitt zu einer abenteuerlichen Piste, die schnell zum Alptraum für Autofahrer werden kann.

Written on August 18th, 2007 , Neuseeland Tags:

Auckland – Orewa – Whangarei 272 km

Nach anfänglicher Reisemüdigkeit und Umgewöhnung auf das neue rollende Heim, haben wir uns inzwischen wieder voll und ganz der Erkundung des neuen Reiseziels hingegeben. Der Weg führte uns von Auckland aus über Orewa nach Whangarei, der Hauptstadt des winterlosen Northland. Ganz winterlos erschien uns der heutige Tag allerdings nicht, nachdem wir in den letzten Tagen von der Sonne verwöhnt wurden.

Whangarei ist das Zentrum von Northland. Die Ölraffinerie ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung für die Region und die vielen Boote im Hafen bieten interessierten Reisenden Mitsegelgelegenheiten an.

Uns hingegen interessierten mehr die Wasserfälle, die über einen Wanderweg (Walkway) zu erreichen sind. Allerdings bekamen wir erst später mit, dass dieser Wanderweg aufgrund von Hochwasserschäden gesperrt war. Eine Brücke hielt wohl den Fluten nicht stand. Also mussten wir uns für den Weg entlang der Straße entscheiden, der nicht so eindrucksvoll war wie der Walkway durch den Wald. Dafür wurden wir aber bei den “Whangarei Falls” für die lange Wanderung durch die Stadt entschädigt. Eindrucksvoll stürzen sich die Wasserfälle 25 m in die Tiefe und ergiessen sich dabei in ein Bassin, gefüllt mit blau-grün schimmernden Wasser. Die klare Luft ist angereichert von den feinen Wassertröpfchen, die durch die Wucht des Aufpralls der Fälle aufgewirbelt werden. Bei Sonnenschein brechen sie das Licht in alle Spektralfarben und lassen unzählige Regenbögen über den Wasserbassin schimmern. Ein schöner Rundwanderweg führt durch einen dichten Wald, der die Fans von ”Frodo & Co.” ganz sicherlich an den Kinofilm “Der Herr der Ringe” erinnert.

Auch der heutige Ausflug zu den ”Waipu Caves” führte uns durch eine bezaubernde Landschaft. Die Höhlen sind mit Stalaktiten und Stalagmiten ausgefüllt und Glühwürmchen leiten durch das Labyrinth aus Kalkstein und Wasser. Der Höhleneingang war durch den Regen sehr nass und glitschig, wodurch uns leider der Weg in die 175 m lange Höhle versperrt blieb.

Trotzdem hatten wir einen schönen Tag und konnten einer Gruppe japanischer Schüler beim Abseilen an der Felskante zu den Höhleneingängen zuschauen.

Written on August 15th, 2007 , Neuseeland Tags:

Nach einem guten Flug sind wir nun auf der “anderen Seite” der Welt angelangt, der uns zudem noch durch “Shrek The Third” versüßt wurde, so dass keine Langeweile aufkam. Ein wunderschöner Wolkenhimmel und eine grandiose Sicht begrüßten uns über Aukland und das Wetter schien es diesmal gut mit uns zu meinen, ganz anders als bei der damaligen Ankunft in Australien.

Vom Flughafen stiegen wir direkt in den Shuttle Bus, der uns quasi vor der Tür unseres Hostels in Aucklands Stadtbezirk Parnell absetzte. Wir hatten schon über das Internet das Hostel vorgebucht und waren sehr erstaunt über das tolle Zimmer und die super Atmosphäre. Irgendwie hatte es viele deutschsprachige Reisende an diesen Ort verschlagen, so dass nach Monaten “Kommunikationsstillstand” endlich mal wieder Austausch mit Gleichgesinnten möglich war.

Bereits am Abend machten wir einen Spaziergang zu unserem Autovermieter, bei dem wir am nächsten Tag die “JUCY-Lady” in Empfang nehmen sollten. Schon der erste Eindruck des Campers gefiel uns. Nun sind wir uns nach völlig unkomplizierter Autoübernahme einig, dass dieses Gefährt von einer Frau ausgestattet wurde, denn der Innenraum hat eine sehr wohnliche Atmosphäre und ist farblich abgestimmt mit allen Details, sogar mit dem Besteck und Schneidebrett! Einfach grandios. Nach der Eingewöhnung auf Linksverkehr in Australien fällt nun das Fahren in Neuseeland gar nicht schwer, zumal der neue Camper auch noch über Automatikgetriebe verfügt.

Inzwischen fühlen wir uns wie eine “Blume im Wind”, denn ohne genaue Vorstellung und Reiseplan lassen wir uns wohl die nächsten 60 Tage auf der Nord- und Südinsel treiben. Nach ausführlicher Informationsflut wissen wir, dass es an jeder Ecke so viel zu sehen gibt, dass die Auswahl der Reiseziele schwer fällt.

Written on August 11th, 2007 , Neuseeland Tags:

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Immer auf der Reise – Reisegeschichten von André Muschick

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