Nach der Ruhe und der Entspannung in Sikkim folgte nun noch einmal Indien pur. Mit Delhi, der pulsierenden Metropole Indiens, haben wir uns genau den richtigen Ort für Indien total ausgesucht. In jedem Winkel der Stadt könnten die Kontraste kaum gegensätzlicher sein als in Delhi. Der Main Bazar in Pahar Ganj zum Beispiel ist die Lebensader im Zentrum von Delhi. Hier treffen Menschen aus aller Welt aufeinander. Touristen, Langzeitaussteiger, Arm und Reich. Alle versammeln sie sich hier und bilden ein kunterbuntes Wirrwar und verleihen diesem Ort seine Lebendigkeit. Auch die Metro, an der im letzten Jahr noch tatkräftig gebaut wurde, ist eine ganz besondere Erfahrung in Delhi. Hat man erst einmal das System verstanden, findet man sich in einem hochmodernen Hightech-Beförderungssystem wieder. Made in Germany. Unglaublich effektiv werden hier täglich abertausende Inder und Besucher in die Bahnen gepfercht, bis auch wirklich der letzte Reisende in den Zug passt. Drinnen dann ist es mit großer Wahrscheinlichkeit extrem kuschelig und engster Kontakt zu Mitmenschen ist garantiert. Trotz dieser ungewohnten Erfahrungen ist die Metro sehr praktisch und garantiert einen reibungslosen und schnellen Transport von einem Ort zum anderen.

Der übervolle Chandni Chowk Bazar in Old Delhi ist ein Eldorado für Fans von Straßenessen aller Art. Die kunterbunten Süßwaren laden immer wieder zum Selbstversuch ein, der jedoch immer mit dem selben Ergebnis endet: Das Zeugs ist so süß… man könnte glauben die eigenen Zähne haben mit einem Schlag ihr Ende gefunden. Für uns einfach ungenießbar. Andere Straßenauslagen sind wesentlich leckerer und mit ein wenig Vorsicht macht auch das Essen auf der Straße in Indien richtig Spaß.

Heute um Mitternacht geht es dann leider schon wieder zum Flughafen. Doch eine wichtige Erkenntnis nehmen wir mit nach Hause: Wir für unseren Teil haben Indien wieder einmal Lieben gelernt.

Written on Februar 25th, 2011 , Asien, Indien Tags: ,

Das die Zeit Veränderungen mit sich bringt, ist wohl nicht nur mir bekannt. Doch das sich innerhalb kürzester Zeit das Gesicht einer Stadt so gravierend verändert, dass man an einigen Stellen nur noch Masken sieht, ist dann mehr als verwunderlich. Gerade einmal 10 Monate ist es her, als ich Delhi in 2010 das letzte mal gesehen habe. Im Zuge etlicher Baumaßnahmen ist unglaublich viel Neues gewachsen und Altes wurde erneuert. Inzwischen verfügt Delhi über ein gut funktionierendes öffentliches Bahnnetz der Metrolinie. Nur irgendwie erschien mir heute noch der gesamte Komplex suspekt, denn bewaffnete Sicherheitsleute checken jegliches Gepäck per Scanner und jeder Passagier muß durch eine Schleuse und wird nach Waffen untersucht. Ein Gesichtszug mehr von Delhi!

Ich bin nach dem Flug recht platt. Am Abend stinkt die Stadt erbärmlich und eine graue Dunstglocke aus Smog verhüllt den Abendhimmel. Dafür schien heute tagsüber die Sonne und es war nach den langen deutschen Wintermonaten eine regelrechte Wohltat, die Energie des Feuerballs durch Mark und Bein strömen zu lassen. Ich freue mich auf morgen, wenn ich hoffentlich unkompliziert nach Darjeeling reisen kann und vor allem klare Bergluft durch meine Lungen pumpen darf.

Written on Februar 11th, 2011 , Asien, Indien Tags:

So schnell vergeht die Zeit. Die ersten zwei gemeinsamen Wochen mit Caro sind zu Ende und ab jetzt reise ich allein nach Darjeeling und Sikkim. Eine gute Wahl, denn in Delhi klettern die Tagestemperaturen inzwischen über 40 Grad im Schatten und auch Pahar Ganj, der Hauptanziehungspunkt für Rucksackreisende aus aller Welt, lädt nicht unbedingt für einen längeren Aufenthalt ein! Hier treffen so einige Menschen aufeinander, geschäftige Inder, Kommisionhungrige Taxi- und Rikschafahrer, westliche Aussteiger, Spirituelle, organisierte Bettler und Straßenkinder. Lediglich das “Cottage Crown Plaza” Hotel war eine gute Wahl, denn es bietet sehr viel Gegenwert für relativ wenig Geld.

Eigentlich sollte ich heute schon in Darjeeling sein, doch manchmal ist das Reisen doch eine hinterlistige Sache. Wenn immer alles so einfach wäre.. Da habe ich bewußt die Kingfisher Airline ausgesucht, da man über diese Fluggesellschaft viel Gutes lesen kann, doch manchmal folgt das Gute erst einmal dem Schlechten. Dass die Flüge in Indien häufig überbucht sind, davon hatte ich schon zu Beginn der Reise gehört. Natürlich trifft dieser Umstand auch mich! Nachdem ich am Domestic Airport einchecken wollte, sagte der Angestellte der Airline, es gäbe ein Problem mit meinem Flug und ich solle bitte warten. Neben mir waren noch vier weitere Inder betroffen, darunter ein junges Paar, das auf Flitterwochen nach Darjeeling und Sikkim reisen möchte. Ich konnte mich gut mit ihnen unterhalten und sie waren mir bei den folgenden Verhandlungen sehr behilflich. Nachdem die indischen Landsleute mit gewohnter Nachdringlichkeit auf den Servicemitarbeiter von Kingfisher einredeten, konnte ich mich mit meinem Frühstück gemütlich zurücklehnen. Irgendetwas würde schon passieren. Nach drei Stunden hielt ich dann auch wirklich mein Ausweichticket für den 11. April in den Händen und als Entschuldigung eine Rückbuchung des bereits gezahlten Flugentgelts. Nun fliege ich also kostenfrei nach Darjeeling. Ich habe mich mit dem Paar von heute schon für morgen verabredet, so dass ich mit ihnen gemeinsam das Taxi vom ca. 3 Stunden Fahrtzeit entfernten Bagdogra Flughafen nach Darjeeling teilen werde. In der Hoffnung das es morgen klappt und ich am Abend tatsächlich an meinem Ziel angekommen sein werde.

Written on April 10th, 2010 , Asien, Indien Tags: ,

Ursprünglich sah unser Plan vor, einen Ruhetag in Delhi einzulegen um ein wenig auszuspannen. Nicht das uns der Lärm von Delhis Main Bazaar gestört hätte oder wir irgendwie schockiert über die Zustände in Delhis Straßen gewesen wären, doch irgendwie trieb es uns hinaus und wir wollten bereits am ersten Tag die Stadt erkunden. Delhi hat viel zu bieten, das kann man in allen Reisehandbüchern nachlesen. Handbücher sind immer gut um einen Überblick zu bekommen, doch die wahre Reise spielt sich nicht an geplanten Reisevorschlägen aus Büchern ab, denn die eigentlichen Geschichten ergeben sich aus dem Unerwarteten, den nicht geplanten Details, den Dingen am Rande. So entschieden wir uns für eine zügige Abreise aus Delhi, doch nicht ohne eine kurze Tour durch die Stadt unternommen zu haben. Sightseeing bei 38 Grad Celsius hin oder her, doch das Humayun-Mausoleum war es wert. Ein wirklicher Prachtbau aus dem 16. Jahrhundert, der als Prototyp der Mogul Mausoleen gilt. Übrigens folgt der Bauplan des weltberühmten Taj Mahal eben diesem Vorbild in Delhi. Weitere interessante Bauwerke folgten, doch als wir zu einer abentlichen Party mit der Freundesqlicue um Ashok (unserem Fahrer) eingeladen wurden, war die Reisegeschichte für den gestrigen Tag perfekt. Nach einigen kalten Getränken und abwechslungsreichen Gesprächen zog es uns durch die nächtlichen Gassen von Delhi zurück ins Hotel, denn schließlich ging es heute bereits nach Mandawa. Zuerst unspektakulär, sieben Stunden im Auto! Mandawa ist der Zwischenstopp auf dem Weg nach Bikaner. Nur die wenigen Menschen, die alten Handelshäuser (Havelis) und die entspannte Atmosphäre geben uns Auftrieb für die nächsten Tage. Wir sind doch noch platt, vom Flug und von der gestrigen Party.

Written on März 30th, 2010 , Asien, Indien Tags: ,

Angekommen, das ist der wahre Ausdruck für eine Anreise mit Hindernissen. Nun ja, eben solche sind es, die uns immer wieder den süßen Geschmack des Individuellen auf der Zunge zergehen lassen. Doch eins nach dem anderen. Wer hätte gedacht, dass wir in Deutschland mal wieder Abenteuer Bahnfahrt erleben würden. Vorweg, die Deutsche Bahn hat uns schon so einige Male Überraschungen angedeien lassen, doch das aufgrund eines “Personenschadens” mal eben unsere Reiseplanung ins Wanken kommen könnte, nein das haben wir nicht erwartet. Doch zügig und reibungslos entließ uns der Schaffner an irgendeinem Provinzbahnhof, an dem mal soeben ein Bedarfshalt des Anschlußzuges für die Meute nach Hamburg eingerichtet wurde. So klappte dann auch der Check In im Hotel in Hamburg reibungslos, doch der Service offenbarte uns noch eine weitere nette Überraschung, die wir uns natürlich nicht entgehen lassen wollten. Service: “Am Vorabend checken wir für sie ihren Flug ein, damit sie am nächsten Morgen ruhig und gelassen in den Flieger steigen können.” Gesagt getan! Blöd nur das plötzlich meine Daten mit der von Caro vertauscht wurden. Ich war nicht mehr ich und Caro nicht mehr Caro. Vielmehr gingen unsere Daten eine gemeintschaftliche Symbiose ein, die auch die nette Dame am Service nicht mehr in der Lage war zu entwirren. So entschied sie sich zu einem kühnen Schritt, denn Service heißt auch, den Serviceempfänger mit einem Getränk bei Laune zu halten. Kurzerhand hielten wir also zwei Bier in der Hand, gelangten auf unser Zimmer und hatten tatsächlich 30 Minuten später alles im Griff, als unsere Pässe und Boardingkarten für den Flug am Service des Hotels abholbereit lagen. So flogen wir am Morgen des 28. März völlig entspannt nach Wien, verkrampften kurz, als beim Flug von Wien nach Delhi über Afghanistan die Maschine in Turbulenzen geriet und wir mehrere Minuten ordentlich geschüttelt wurden, dann aber sicher und wohlbehalten kurz nach Mitternacht in Indiens Hauptmetropole landeten. Auch der Deal mit unserem Fahrer schien geklappt zu haben, denn per Augenkontakt war schnell klar, dass es sich um den bereits in Deutschland gebuchten Chauffeur handeln mußte. So gelangten wir problemlos durch das nächtliche Straßengewirr mit Kühen, Autorikschaws, Hunden, Kleingetier, LKWs, Bussen, Fahrrädern … zum Hotel, wo bereits die nächste Überraschung auf uns wartete. Leider hatte man verpasst, uns zum richtigen Datum den Raum zu reservieren, er würde erst gegen 13 Uhr, also in 10 Stunden bezugsfertig sein. Da das Hotel ausgebucht war, blieb uns nur die Suche nach einer anderen Bleibe, die aber dank Ashok (unserem Fahrer) schnell organisiert war. Müde und erschöpft ließen wir uns fallen und konnten doch am nächsten Morgen das bereits gebuchte Hotel beziehen, diesmal auch mit einem klasse Zimmer.

Written on März 29th, 2010 , Asien, Indien Tags:

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