Den heutigen Abend verbrachten wir bei einer thailändischen Familie. An Heilig Abend trafen wir Familie Chaitham an der Chiang Rai First Church und folgten ihrer Einladung für den nächsten Abend in ihr Haus. Wir erfuhren eine Menge Gastfreundschaft und eine herzliche Begrüßung, so als ob wir fast schon zur Familie gehören würden. Im Gegensatz konnten wir ihnen von unserer langen Reise erzählen. Sie waren schlichtweg begeistert ob der vielen Erfahrungen, die man während einer so langen Zeit auf Reise erleben kann. Beide Seiten haben von dieser kurzen Zeit miteinander viel gelernt. Wenn wir das nächste mal nach Thailand reisen, sind wir herzlich eingeladen.

Tagsüber hatten wir uns an unserem Guesthouse Fahrräder ausgeliehen, um einen kleinen Ausflug in die Umgebung von Chiang Rai zu unternehmen. Auf einem Schild konnten wir vom Chiang Rai Beach lesen, was unser Interesse weckte. Natürlich hat die Stadt keinen echten Strand, liegt sie ja doch nur am Fluss Mae Kok. Doch die Idee einer kleinen Strandpromenade am Fluss entlang entzückte uns schon. Mit recht einfachen Mitteln entsteht ein echtes Strandgefühl. Wir hingegen genossen nur die Umgebung und was zu Essen und zu Trinken.

Morgen fahren wir mit dem Bus nach Chiang Khong, von wo aus wir am Mittwoch mit der Fähre nach Laos übersetzen werden.

Written on Dezember 25th, 2006 , Asien, Thailand Tags: ,

Hello and Merry Christmas. So ein tolles Weihnachtsfest haben wir schon lange nicht mehr erlebt. Unser Weg führte uns zu einem Restaurant am Hilltribe Museum, welches wir uns schon beim ersten Besuch am Museum für unser Weihnachtsessen ausgeschaut hatten. Cabbages & Condoms Restaurant sollte es also sein. Allein schon der Name klingt interessant. Dahinter verbirgt sich eine Organisation, die in Thailand wesentlich zur Familienplanung beigetragen hat und dies heute noch tut. Noch um 1975 lag der durschnittliche Kindersegen pro Familie bei sieben Kindern. Heute dagegen sind es pro Familie etwa zwei bis drei Kinder.

Beim Abendessen zündeten wir unsere kleinen Weihnachtsmannkerzen an und hatten so ein wenig vertraute Atmosphäre.

Schon beim Hinweg zu unserem Abendessen kamen wir an der Chiang Rai First Church vorbei und bemerkten den Gottesdienst und die vielen Stände auf dem Kirchengelände. Dies weckte unser Interesse und wir beschlossen, nach dem Abendessen einen Abstecher zur Kirche zu machen. Das haben wir nicht bereut, denn gegen 21 Uhr wurde der Gottesdienst in der Kirche beendet. Er glich eher einem Gospel-Gottesdienst. So viele Menschen auf einem Fleck habe ich noch nie zuvor an einem Gotteshaus gesehen. Auf dem Kirchengelände hatten sich mindestens 400 Leute versammelt, darunter Kinder und Alte, Reiche und Arme. Doch was wir dann erlebten, haben wir zuvor noch nie zu Gesicht bekommen: Pünktlich um 21 Uhr wurden an den Ständen die unterschiedlichsten Gaben an die Menschen verteilt. Für meine Begriffe ein erstaunliches Spektakel. Besonders schön fand ich, dass auch die Armen und Schwachen so Gaben von der Kirche erhalten haben. Es gab die unterschiedlichsten Sachen zum Essen: Pad Thai, Gemüse, Obst, Milch, Tee, Chips, Pommes Frites, Kuchen … Für jeden Geschmack war etwas dabei. Die ganze Sache glich inzwischen einem großem Volksfest, nur mit dem Unterschied der kostenlosen Gaben an alle Anwesenden.

Die Band auf der Bühne bot ein buntes Rahmenprogramm und auch der Weihnachtsmann war anwesend. Er beschenkte die Kinder mit Süßigkeiten. Die waren natürlich außer Rand und Band!

Am selben Abend wurden wir noch von einem Thai angesprochen. Er stellte uns seine Familie vor und lud uns für den nächsten Abend in sein Haus ein. Wir stimmten sofort zu. Endlich eine dieser Begegnungen die man erst dann bekommt, wenn man sich unter die Leute mischt und genug Zeit im Gepäck hat!

Der Weihnachtsabend klang für uns bei Kerzenschein und einem Cocktail aus. Auch so kann man Weihnachten verbringen.

Written on Dezember 25th, 2006 , Asien, Thailand Tags: ,

Nachdem uns in den Morgenstunden die Kälte wachrüttelte, entschlossen wir uns aus den Schlafsäcken zu erheben. In den letzten Tagen hat sich das Thermometer am Abend empfindlich gegen die 14 Grad Marke bewegt. Auch in den Morgenstunden ist es kühl. Kaum zu glauben, aber auch in Thailand kann man frieren. Im November letzten Jahres waren wir auch in Chiang Rai, nur dass die Temperatur damals wesentlich angenehmer war. Selbst die Thais frieren so stark, dass man viele Menschen mit Handschuhe, Mütze und dicke Jacke auf den Straßen sieht. Am Tag dagegen übersteigt die Quecksilbersäule schnell die 28 Grad-Marke, was die richtige Kleiderwahl freilich nicht leicht gestaltet!

Gestern Abend grübelten wir über die nächsten Tage. Sollen wir nun doch noch in Chiang Rai bleiben oder gehen wir noch vor Weihnachten nach Laos? Auch die komplizierten Visaangelegenheiten waren noch nicht geklärt. In Chiang Khong sollten wir die Antwort auf die Visa-Frage bekommen. Doch schon am Busbahnhof von Chiang Rai stellte sich heute raus, was wir in den letzten Tagen von einen glaubwürdigen Thai gehört hatten. Kurzerhand hat die laotische Regierung beschlossen, für einige Nationen – darunter auch Deutschland – das Visa bei Ankunft auf 30 Tage an allen internationalen Grenzübergängen auszudehnen. Diese Tatsache ist so neu, dass viele Thais offensichtlich davon noch keine Kenntnis erlangt haben, bzw. ihr Wissen darüber an Rucksacktouristen ungern preis geben! Schließlich verdienen einige Leute mit der Visabeschaffung im Land ihr Geld…

Also werden wir nun ganz sicher am 27.12. nach Laos gehen.

Also heute doch nicht nach Chiang Khong, sondern kurzerhand nach Chiang Saen. Das Ziel: Das sagenumwobene Goldene Dreieck, die Grenze zwischen Thailand, Laos und Myanmar. Kaum als wir in Chiang Saen angekommen waren, standen wir vor dem gewaltigen Mekong Strom, der in Asien für unzählige Menschen die Lebensader darstellt. Meine innere Vorfreude auf das Neue, was uns hinter diesem Wasserlauf erwarten wird, kannte kaum Grenzen. Wir freuen uns auf Laos!

Zu Fuß zum Goldenen Dreieck sollten es neun Kilometer in eine Richtung sein. Mit dem Taxi kam die Strecke nicht in Frage. Schließlich wollen wir die Reisekasse nicht strapazieren. Also die Beine in die Hand genommen und los. Nach ungefähr zwei Kilometern Fußmarsch erreichten wir “Gin´s Guesthouse”. Das Schild pries Fahrräder zur Ausleihe an. Damit konnten wir die restlichen Kilometer ohne Probleme zurücklegen. Allerdings ist der Begriff Fahrrad für einige Vehikel der unpassende Ausdruck. Mehr Rost als Fahrrad – doch hauptsache es rollt! Am Ende brachten uns die Dinger auch wirklich dorthin, wo wir ankommen wollten.

Das Goldene Dreieck ist nicht vielmehr als ein Punkt, an dem unzählige Pauschaltouristen mit großen klimatisierten Bussen vorgefahren werden, um am Hinweisschild ein Foto machen zu können. Ganz nebenan gibt es dann noch etliche Souvenirstände und gekühlte Getränke.

Am gestrigen Tag hatten wir noch eine aufschlussreiche Unterhaltung mit dem Besitzer von “Orn´s Bookshop” in Chiang Rai. Im Verlauf unseres Besuchs in seinem Buchladen hatte ich das Gefühl, dass es sich bei dem Besitzer um einen Deutschen handeln musste. Also fragte ich nach. Zu unserem Erstaunen erzählte er uns, dass er bereits 1988 Deutschland verlassen hatte und seither nur sporadischen Kontakt nach Hause pflegt. Der Typ hat die Wende nie mitbekommen! Er führte fast 10 Jahre lang ein lukratives Guesthouse in Chiang Mai, ehe es ihm nach einem Tapetenwechsel anmutete. Seither ist er in Chiang Rai und hat einen kleinen Laden für gebrauchte Bücher unterschiedlicher Sprachen. Mein Tipp: Das Angebot ist wirklich gut und der Buchladen sehr zu empfehlen. Er erzählte uns viele Dinge über das System in Thailand. Für Thailänder ist es schwierig, Ausländer in einem Unternehmen zu beschäftigen. Der Staat belegt dies mit hohen Steuern. Ein eigenes Geschäft dagegen stellt kein Problem dar. Außerdem dürfen Ausländer in Thailand kein Land auf eigenen Namen kaufen und besitzen. Dies geht nur dann, wenn der Name eines Thais im Kaufvertrag steht. Dies beherbergt aber auch Probleme, die schon einige Farangs zu spüren bekommen haben. Etliche haben auf diese Art und Weise viel Geld verloren, indem die Grundstücke und Häuser auf den Namen der thailändischen Frau ausgestellt waren. Wenn dann die Frau nicht gehalten werden konnte, war plötzlich der Ausländer alles los – Grundstück, Haus und Geld! Manch ausländischer Zeitgenosse sollte also vorab überlegen, was und wie er es in Thailand tut …

Auch mit der Arbeitsmoral ist es bei den Thais nicht so gut bestellt. “Lieber die dunkelste Kneipe als der hellste Arbeitsplatz”. Thais feiern für ihr Leben gern und machen alles was Spaß macht. Arbeit gehört nicht dazu! Allerdings kommt bei einem durchschnittlichen Tagesverdienst von 150 – 200 Baht (ca. 3,20 bis 4,20 EUR) auch nicht viel Freude auf!

Written on Dezember 23rd, 2006 , Asien, Thailand Tags:

Ich sehe die blauen und roten Stempel an, blättre voller Bewunderung in unlesbaren Unterschriften und vielsprachigen Tintenklecksen, falte fromm die Hände. Dann stecke ich den Pass in die hintere Gesäßtasche und mache mich auf die Reise. (Kurt Tucholsky)

Endlich halten wir unser Visum für Vietnam in den Händen. Am 24.01.2007 können wir also offiziell einreisen. Nun allerdings stehen wir noch vor dem Rätsel um Laos. Nach ungefähr 12 Anfragen bei verschiedenen Travellagenturen haben wir ca. 15 verschiedene Antworten. Jetzt sind wir der Meinung, dass wir unser Glück an der Grenze zu Laos allein versuchen sollten, da uns niemand eine sichere Auskunft über die Modalitäten des Visa On Arrival für Laos geben kann. Sicher ist nur, dass wir auf jeden Fall ein solches Visum bekommen werden. Unsicher dagegen, ob nur für 15 oder doch für 30 Tage und zu welchen Preis!

Verbringen wir nun doch Weihnachten in Laos oder bleiben wir noch in Thailand? Das wird der heutige Abend entscheiden.

Sind heute in Chiang Rai – morgen vielleicht schon in Chiang Khong und dann in Laos!

Written on Dezember 21st, 2006 , Asien, Thailand Tags:

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