Noch einmal zurück zum Bergtempel Wat Phou, dem alten Khmer Tempelkomplex amFuße des Berges Phou Kao. Früher galt der Berg den Khmer als heilig, da die Spitze von Phou Kao an den Lingam vom Gott Shiva erinnert, auch bekannt unter Lingaparvata. Heute ist von dieser Verehrung zwar weitaus weniger geblieben, doch noch immer strahlt Wat Phou eine Anziehungskraft aus, die Jahr für Jahr mehr Touristen aus nah und fern hierher lockt. Allein die Anfahrt zum Tempel lohnt schon die Mühe, denn in der Mittagshitze brennt die Sonne noch erbarmungsloser als im Rest von Laos. Ich jedenfalls habe den Tag genossen, mit einem kleinen Zwischenstopp am Bergkloster entlang der Straße 12 und einer Mittagspause in Champasak, der Provinzhauptstadt, eigentlich mehr ein kleines und staubiges Kaff am Mekong, dass vor Stille nur so strotzt. Hier gewinnt Zeit noch einmal einen ganz anderen Rhytmus und die Uhren ticken langsamer. Tage werden zu Wochen und Wochen zu Monaten. Weihnachten in Laos fühlt sich auch ganz anders an als zu Hause. Doch im Restaurant mit Blick über die Stadt lasse ich den Tag würdig ausklingen und die Plastikbäume und die Weihnachtsbeleuchtung lassen sogar einen Hauch von Heilig Abend aufkommen.

 

 

Written on Dezember 25th, 2012 , Asien, Laos Tags:

Häufig kommt es unverhofft und dann auch anders als man denkt. So geschehen in den letzten zwei Tagen im Bolaven Plateau. Eigentlich hatte ich geglaubt, dass ich den Begriff “Pläne schmieden” aus meinem Sprach- und Denkgebrauch gelöscht hatte. Aber für meine Reisepartnerin gab ich mich einer groben Reiseplanung hin, die ich aber alsbald nach Verlassen von Pakse über den Haufen geschmissen hatte. Zuerst einmal raus aus dem “Trubel” und hinein in die Natur, so lautete das Ziel für die nächsten Tage. Einfach dem Weg folgen. Hinauf ins Plateau, dort wo der starke schwarze “Saft” seinen Ursprung kennt, den wir häufig bei Tagesbeginn in unseren Gläsern oder Tassen wiederfinden. Meist ähnelt der aufgebrühte Lao Kaffee einem Sirup, vermengt mit süßer Milch. Ein ganz eigenes Getränk und doch charakteristisch für diese Region von Laos. Einst kamen die Franzosen ins Bolaven Plateau und kultivierten als Kolonialherren den Kaffee an den wohl klimatisierten Hängen der Bergflanken. Später waren die Laoten so fit, dass sie in den Bohnen des Kaffeestrauchs ihre Erwerbs- und Lebensquelle entdeckten. Zu sozialistisch gepflegten Bruderzeiten gab es einen regen Kontakt zwischen der laotischen und der deutschen demokratischen Republik. Beide Staaten profitierten vom Verkauf der Bohnen ins westliche Devisenland. Heute erinnen noch alte IFA-LKW und Simson-Mopeds an die alte Freundschaft, auch wenn diese Gefährte inwischen schon sehr rar auf dem Plateau geworden sind.

Eigentlich hatten wir uns Tat Lo als Ziel gesetzt, doch auf der Fahrt nach Paksong machten wir ein ums andere mal an unterschiedlichen Wasserfällen, Ortschaften oder einfach nur schönen Ausblicken halt, so dass es alsbald später Nachmittag wurde und wir uns einer Führung durch eine Kaffeeplantage anschlossen. Mit Valerie aus Frankreich und einem weiteren jungen Mädchen aus Israel, ihren Namen konnte ich mir schon aufgrund der Aussprache keine zwei Sekunden merken, ging es durch die Bäume und Sträucher, mitten hinein in das Kaffeeanbaugebiet von “DAO Coffee”. Und nach all den Erzählungen und Lehrstunden bedurfte es einer intensiven Fahrt gegen die untergehende Sonne, um doch noch rechtzeitig vor Dunkelheit Paksong, die Hauptstadt vom Bolaven Plateau zu erreichen. Müde, dreckig und verspannt kehrten wir ins Green View Guesthouse ein, dessen Zimmer zwar wunderschön und günstig waren, dafür aber die Matratze vom Bett die reinste Katastrophe war. Hatte ich noch Verspannungen vom “Betonkissen” aus dem Phonsavan Guesthouse in Pakse, kamen jetzt ungewollte Federdruckmassagen aus dem Kern der Schlafunterlage hinzu. Gegen fünf Uhr morgens dann fühlte ich mich wieder daran erinnert, wie laut auch Asien sein kann. Fast wie an einer vietnamesischen Straße ertönten schrille Hupen, Glocken und Geläute an meine Ohren. So eine Provinzhauptstadt kann mächtig schrill und nervig sein, sei sie auch noch so klein! Erst auf dem morgendlichen Markt entschädigte uns Paksong für die unruhige Nacht und am Ortsausgang hatte ich dann wieder meinen Frieden mit diesem Flecken Erde geschlossen. Die anschließende Rückfahrt nach Pakse führte uns abermals an Wasserfällen vorbei, weiter ins Saeksum Pasum Naturreservat, einer wunderschönen Anlage mitten in der Natur. Einen besseren Ort als Ausklang des kleinen Abstechers hätten wir uns nicht auswählen können.

Morgen möchten wir nach Siphandon zu den 4.000 Inseln im Mekong. Der starke Wind, der uns heute bereits fast vom Moped geweht hatte, könnte vielleicht dafür Sorge tragen, dass wir noch einmal unsere Reiseplanungen über den Haufen werfen. Wer weiß schon was passiert. Ich lasse mich da einfach mal überraschen und warte ab was kommen möge.

Written on Dezember 16th, 2011 , Asien, Laos Tags:

Bereits gestern haben wir die Grenze von Thailand nach Laos überschritten und sind inzwischen in Pakse angekommen. Ich hatte vergessen wie langwierig der Grenzübertritt auf dem Landweg sein kann. Papiere hier, Formulare dort, anstellen am Schalter fünf, Passkontrolle am Schalter sechs um dann festzustellen, dass für das Einreisevisum noch das große weiße Formular fehlt, welches neben dem kleinen weißen Formular bitte auch noch ausgefüllt werden muß. Also gut, das ganze Spiel wieder von vorn. Inzwischen wird die Schlange der Wartenden immer länger, doch eiserner Wille führt letztlich doch zum Ziel und am Ausgabefenster am anderen Ende vom Gebäude wartet tatsächlich mein Pass mit dem schillernden Visum, welches mir für die nächsten 30 Tage Aufenthalt in Laos gewährt. Visum bei Ankunft… Wie praktisch! Die anschließende Busfahrt bringt uns in 50 Minuten nach Pakse und spätestens beim Anblick vom Stadtzentrum werden Erinnerungen an das Jahr 2007 wach. Hier aussteigen, dann dort vorn die zweite Straße rechts abbiegen und weiter geradeaus über die Sandpiste ins Phonsavan Guesthouse, dort wo während meiner Weltreise das junge Kalb die halbe Nacht nach der Mutter schrie, mich dafür aber nicht schlafen ließ. Ich hatte die Absteige recht postiv in Erinnerung und nach wie vor ist dieser Ort eine gute Wahl! Wir fühlen uns auf Anhieb wohl und bleiben. Die ersten zaghaften Schritte führen uns zum Inder, der sich nach all den Jahren auch kein Stück verändert hat. Für die nächsten Tage wird die Reiseroute geplant. Der Bergtempel Wat Phou beeindruckte mich schon während der Weltreise und auch heute war ich abermals von diesem Ort tief berührt. Dieser Tempel atmet Geschichte und strahlt seine Energie! Ein gutes Gefühl.

Morgen geht es dann weiter nach Paksong und Tat Lo ins Boleaven Plateau, zu den Wasserfällen und Elefanten. Die großen Rucksäcke werden im Guesthouse verstaut und nur die nötigsten Sachen eingepackt. Rauf aufs Moped und raus in die Natur. Der Weg ist das Ziel und dieses Ziel wird lohnenswert.

Written on Dezember 14th, 2011 , Asien, Laos Tags:

Nachdem wir am 11.01. aus Thakaek losgefahren sind, hat es uns inzwischen nach Pakse verschlagen. Am gestrigen Tag entschlossen wir uns dazu, für den 13. und 14. Januar ein Motorrad zu leihen, um die Umgebung von Pakse und das Bolaven Plateau zu erkunden.

Das Plateau ist bekannt für seinen Kaffeeanbau, der bereits zu sozialistischen Zeiten durch die ehemalige DDR gefördert wurde. An allen Stellen auf dem Bolaven Plateau entdeckt man noch heute viele Relikte aus vergangenen Zeiten… Alte IFA LKWs und Mopeds der Marke Simson zieren die Wege auf der Hochebene und Minoltanksäulen erinnern an Früher. Auch ein Guesthouse im Stil der DDR Baucontainer findet sich im Pakxong. Eine Übernachtung auf dem Plateau spielte für uns keine Rolle, so dass wir nur die Ruhe und das laotische Treiben genossen. Bei einem sehr guten Kaffee Lao und einem unheimlich scharfen Gurkensalat verweilten wir ein paar Augenblicke in der eigentlichen “Hauptstadt” des Plateaus.

Der Weg nach Pakxong ist nicht nur wegen des guten Kaffees einen Ausflug wert. Auf der Fahrtstrecke zwischen Pakse und Pakxong kann man immer wieder von der Hauptstraße abzweigen, um den Schildern zu den unzähligen Wasserfällen zu folgen. So viel schöne Natur, Urwald und unglaubliche Stille hatten wir bisher in keiner Weise in Laos erleben können. Obwohl uns Laos inzwischen sehr gut gefällt, gibt es wieder und wieder Eindrücke, die das bisher Erlebte noch übertreffen können! Der Tad Fane Wasserfall ist ohne Umschweife der wohl schönste Wasserfall von Laos. In zwei großen Säulen stürzt hier das Wasser mehrere Meter in die Tiefe. Vom gleichnamigen Resort hat man den besten Überblick über das grandiose Naturschauspiel.

Gegen fünf Uhr abends traten wir unsere Heimreise nach Pakse an. Inzwischen hatte sich die Sonne in einem gold-gelben, rot gefärbten Himmel getaucht. Nach so viel Eindrücken braucht es jetzt Ruhe, um den heutigen Tag Revue passieren zu lassen.

Written on Januar 13th, 2007 , Asien, Laos Tags:

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