Graskop – Nelspruit – Hlane Nationalpark – Hluhluwe Hilltop Camp (821 km)

Angekommen im Hilltop Camp in Kwazulu Natal´s Hluhluwe Nationalpark. Heute gibt´s nur eine kurze Wasserstandsmeldung, denn die Internetverbindung ist hier leider nicht gut genug für ausführliche Berichtserstattungen. Doch die Bilder der letzten Tage sind Eindruck genug, um unsere Erlebnisse im Ansatz nachvollziehen zu können.

Written on Mai 15th, 2014 , Afrika, Südafrika, Swaziland Tags: , ,

Lange hat es gedauert, doch nun haben wir es tatsächlich geschafft. Bei unseren zwei Dia- und Reisevorträgen im Frühjahr diesen Jahres haben wir Geldspenden für das New Hope Centre (siehe Link) in Bethany, Swaziland gesammelt. Mit der freundlichen Unterstützung unserer Besucher kamen so 39,53 € zusammen, die wir nun noch auf 60 € aufstocken werden. Diesen Betrag werden wir den Kindern in Swaziland spenden.

Infotext:

Swaziland, das kleine Königreich im südlichen Afrika. Hier leben ca.1,2 Millionen Menschen, 65% davon sind unter 21 Jahre alt! Tendenz steigend, denn durch die fortschreitende Ausbreitung der Immunschwächekrankheit AIDS sterben viele Swazis bereits in frühen Jahren. Schätzungen gehen davon aus, dass 4,2 von 10 Menschen mit dem tödlichen Virus infiziert sind. Swaziland ist damit weltweit das Land mit der höchsten Ausbreitung- und Ansteckungsrate von HIV. Durch den frühzeitigen Tod von Familienmitgliedern werden viele Kinder in Swaziland zu Halb- und Vollweisen. In manchen Familien sind es sogar die Kinder im Alter zwischen 9 und 12 Jahren, die das Familienoberhaupt bilden und für die jüngeren Geschwister sorgen! Ihnen werden durch die Immunschwächekrankheit nicht nur die Eltern genommen, auch soziale Bindungen gehen verloren. Bildung findet quasi gar nicht mehr statt. Viele Kinder erleben durch ihre Situation wirtschaftlichen, sozialen und körperlichen Abstieg. Hier setzt das New Hope Centre in Bethany, Swaziland an. Mit Hilfe von Spenden wurden bereits Objekte und Einrichtungen gebaut, in denen Kindern ein “Zuhause” geboten wird. Sie wohnen mit anderen Kindern in einer Gemeinschaft, Leben, Spielen und Lernen gemeinsam. Sie bekommen warmes Essen und Betreuung durch haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter.

Folgende Einrichtungen sind vorhanden:

- Kindergarten, Vorschule, Schule, Computerkabinett, Gartenprojekt, Tiergehege

Kosten und Finanzierung:

Ein Großteil des Geldes der Einrichtung stammt aus Spendengeldern. Weitere Spenden werden benötigt für:

- Finanzierung der Einrichtungsgegenstände, Fahrtkosten, Vorsorgeuntersuchungen, HIV/AIDS Untersuchungen, Präventionsarbeit, Essen, Mitarbeiterschulungen, Ausbildung der Kinder, Verwaltungskosten 

Wir hoffen mit dieser Spende einen Teil zum Ausbau dieser guten Einrichtung in Swaziland beitragen zu können.

Written on Juli 29th, 2008 , Afrika, Allgemein, Swaziland

Shewula – Hluhluwe – St. Lucia 768 km

Bereits im Krüger Nationalpark sind wir auf den Geschmack gekommen, einen Self Drive mit dem eigenen Auto in den verschiedenen Game Parks (Bezeichnung für Wildparks) zu unternehmen. Es verwundert also kaum, dass wir großes Interesse an der Erkundung des Hlane Nationalparks in Swaziland hatten. Mit einer Gesamtfläche von ca. 30.000 ha ist er der größte Park seiner Art im ganzen Land und beherbergt ein grandioses Refugium an verschiedenen Tieren. Die Besonderheit liegt aber bei den Löwen, die manchmal in den frühen Morgenstunden von der Hauptstraße aus beobachtet werden können. Im Jahre 1994 wurden hier nach 30 Jahren Abwesenheit diese Tiere wieder angesiedelt. Es folgten dann auch Leoparden und Geparden. Großkatzen sind zumeist sehr scheue Tiere. Daher verwundert es wohl kaum, dass wir wieder einmal kein Glück auf unserer Spurensuche nach den wilden Tieren hatten. Hingegen sahen wir viele Nashörner und Elefanten. Wir gelangten zu der Erkentniss, dass die Tiere im Hlane Park wesentlich scheuer auf Menschen reagierten als im Krügerpark. Trotz der zum Teil sehr schlechten Wege war aber eine Erkundung mit dem eigenen Auto möglich. Jedoch braucht man an einigen Stellen im Park sehr viel Feingefühl, um das Fahrzeug sicher auf den unebenen Pisten zu manövrieren. Vermutlich ist man mit einem Allradfahrzeug besser beraten, zumal beim Verlassen des Autos eine latente Gefahr besteht! Trotzdem hatte sich das Abenteuer Hlane Park gelohnt.

Um endlich die wilden Katzen zu Gesicht zu bekommen, versuchten wir unser Glück noch einmal im Hluhluwe-Umfolzi Park. Hier leben inzwischen schon mehr als 200 Löwen und eine Vielzahl von anderen großen Tieren. Der Park zählt zum Highlight von Südafrika und ist neben dem Krüger Nationalpark wohl der schönste des Landes. Hier macht die Tierbeobachtung riesigen Spaß. Unzählige “lebendige Straßensperren” gehören zu einem Self-Drive im Park dazu. Hinter jeder Kurve könnte wieder ein Nashorn oder ein gewaltiger Elefantenbulle lauern. Im kleinen Toyota Tazz gewinnt man recht schnell respektvollen Abstand vor mächtigen Rhinos, noch größeren Elefanten oder gar einer ganzen Büffelherde. An den Wasserstellen tummeln sich unzählige Zebras, Giraffen, Gnus und anderlei Getier, nur die Großkatzen verstecken sich wieder im dichten Gebüsch des Nationalparks. Die Freude ist trotzdem riesig groß, da die Tiere wesentlich greifbarer sind, als wir es bisher erlebt hatten. Täten wir nicht in unserem kleinen Tazzy sitzen, dann könnten wir per Allrad gleich noch die Wetlands von St. Lucia komplett erkunden. So aber bleibt uns nur die Nationalstraße 2, um dem ausgedehnten Feuchtgebiet einen Besuch abzustatten. Hier gibt es die höchst bewachsenen Dünen der Welt, die weltweit höchste Dichte von Riedböcken, unzählige Krokodile und Nilpferde. Der St. Lucia Wetland Park ist ideal für ausgiebige geführte Wanderungen mit einem Ranger oder Selbsterkundungsfahrten mit eigenem Auto. Per Allradfahrzeug kann man sogar die Wetlands bis nach Mozambique befahren. Die Vegetation besticht durch Grasland und des gesamte Areal wird sowohl von Süß- als auch von Meereswasser überflutet. Das schafft ideale Voraussetzungen für Mangrovensümpfe, in denen sich die Krokodile und Nilpferde heimisch fühlen. Manchmal kann es sogar vorkommen, dass sich eines der großen Tiere bis auf die Straßen des kleinen Ortes verirrt. Vorsicht ist deshalb immer angebracht!

Written on November 1st, 2007 , Afrika, Südafrika, Swaziland Tags:

Eh Baba! When I say right then you indicate right, allright? Nee, nicht allright! Woher sollte ich denn wissen, welche Handlungen hinter den merkwürdigen Bewegungen der Dame auf der Straße vor unserem Auto stecken sollten. Das ist eben Afrika. Ich weiß inzwischen nicht mehr, wie oft wir nun schon von der Polizei in Afrika angehalten worden sind. Jedesmal ist es eine neue Geschichte. Einmal wurden wir gefragt, wie es uns in Afrika gefällt und wie lange wir in Südafrika Urlaub machen würden. Wow, acht Wochen! Das ist toll. Genießt die Zeit und fühlt euch sicher. Wir sind für euch da… Naja, Polizei sieht man wirklich häufig. Beim zweiten Stopp musste ich dem Polizisten erklären, welche Bedeutung mein internationaler Führerschein hat. What is it? Nun, das ist meine internationale Fahrerlaubnis, die in verschiedenen Sprachen ausgeführt ist, damit jeder in der Welt sie deuten kann. Hier ist Russisch, da ist Englisch, das ist Französisch und hier ist Deutsch. Großartig, oder? OK, alles klar, du darfst weiterfahren. Beim dritten mal dann musste ich dem Polizisten genau lauschen, dass ich mit einer unverheirateten Frau auf Reise wäre und wie das möglich sei. Wenn ich nun Vater werden würde, dann müsste ich viel Geld zahlen. Vielleicht auch Tiere! Keine Ahnung. Jedenfalls war der Mann in Uniform gar nicht an der Verkehrskontrolle interessiert, sondern hielt mir zuerst einen Vortrag und dann machten wir freundlichen Smalltalk, da er der deutschen Fußballnationalmannschaft einiges abgewinnen konnte. Das ist sie, die Polizei in Afrika. Gut nur, dass sowohl in Südafrika als auch in Swaziland die Bestechlichkeit der Polizei kein wirkliches Problem ist…

Von der Polizei zum Handwerk. Im Mlilwane Wildlife Sanctury gibt es den “Mercedes” aller Backpacker in Swaziland. Vermutlich betitelt die Tourismusbehörde diese Billigherberge so, weil sie inmitten des Wildlife Areals von Mlilwane liegt. Leider ist der Backpacker schon etwas in die Jahre gekommen, trotzdem vermittelt er einen gewissen Charme. Handwerker waren eigentlich vor Ort, um das kleine Problem im Bad zu beheben. Hier war zwischen Toilette und Waschraum ein Loch in der Wand, da vermutlich ein übermütiger Reisender irgendwann einmal die Mischbatterie der Dusche zerlegt haben muß. Jedenfalls war die Wand aufgestemmt und der gesamte Schutt lag in der Duschkabine. Am ersten Tag schauten die Handwerker nach der Dusche. Das Werkzeug wurde abgestellt und der Schutt aus der Dusche halb ausgekehrt. Ja, nicht ganz sauber! Danach waren die Handwerker vorerst nicht gesehen. Später dann trafen wir sie an der Bar bei kalten Getränken und einer Runde Billard. Am besagten Tag passierte kein weiterer Handgriff mehr an der Dusche. Am zweiten Tag waren die Handwerker wieder vor Ort. Diesmal bauten sie tatsächlich eine neue Mischbatterie an, um jedoch zwei Stunden später wieder Billard zu spielen. Am dritten Tag dann begannen die Handwerker gleich ihre “Arbeit” mit einem ausgedehnten Spiel am Billard. Ob inzwischen schon der Brausekopf angeschraubt wurde, das Loch in der Wand geschlossen ist und der Bauschutt komplett beseitigt wurde? Wer weiß! Das ist eben Afrika…

Written on Oktober 27th, 2007 , Afrika, Swaziland Tags:

Matsapha – Mlilwane – Shewula 446 km

Bei einer meiner abendlichen Lesestunden im Reiseführer stieß ich auf eine ungewöhnliche Unterkunft in den Bergen beim Hlane National Park. Da wir uns ohnehin einen Besuch im ehemaligen königlichen Jagdgrund vorgenommen hatten, schien diese Bleibe die ideale Ausgangsbasis für einen Tagestrip in den Park zu sein. Auch das kleine Coast To Coast Büchlein informierte uns über das Shewula Mountain Camp. Also machten wir uns am Morgen auf den Weg gen Norden, nahe an die Grenze zu Mozambique. Da uns mal wieder der chronische Geldmangel in meiner Geldbörse plagte, mussten wir vorab noch einen Stopp im nahegelegenen Ort einlegen, um uns mit Baren einzudecken. Ein lange Schlange am einzigen Bankautomaten ließ uns jedoch nichts Gutes erahnen. Alle warteten wohl auf den Geldtransporter, dass dieser die Geldmaschine wieder befüllen könnte. Doch offensichtlich war das Problem anderer Natur. Der Geldautomat wollte den wartenden Menschen gar kein Geld ausspucken. Auf Nachfrage am Bankschalter erhielten wir die Antwort, dass das Problem gerade behoben werde, man könne aber nicht genau sagen, ob der Automat heute noch Geld rausrücken würde. Also blieb uns nur die Weiterfahrt auf gut Glück in den nächsten Ort, wo es wohl eine andere Bank geben sollte. Und tatsächlich, eine ATM war vorhanden. Es gab sogar einen freundlichen Angestellten, der hilfebedürftigten Kunden beim Abheben des Geldes über die Schulter schaute. Wir verließen uns auf unsere eigene Sachkenntnis, damit wir nicht Ziel der Begierde werden würden. Trotzdem haben wir in Sawaziland nicht das Gefühl, dass die Leute uns was Schlechtes antun würden. Nachdem wir uns also doch noch das nötige Bargeld beschaffen konnten, folgten wir der spärlichen Wegbeschreibung und Beschilderung zum Shewula Mountain Camp. Über eine hopelige Sand- und Schotterpiste führte uns der Weg durch die Berge der Shewula Community, in der mehr als 10.000 Menschen leben sollen. Hier gibt es einige Projekte und Mikroprojekte, die von der EU gefördert werden. So findet man mehrere Schulen, Polizeigebäude und ärztliche Versorgung. Zum Großteil versorgt sich die Gemeinschaft über den Obst- und Gemüseanbau. Ein eingerichtets Mountain Camp dient als zusätzliche Finanzierungsquelle. Uns wurde das erst später bewusst. Die Anfahrt zum Camp gestaltet sich schwierig. Der populäre Baz Bus kehrt hier ganz sicherlich nicht ein, was uns aber nach den letzten Erfahrungen mit einigen Baz Bus Reisenden ganz recht war! Über Stock und Stein fuhren wir einige Minuten durch die Berge bei Shewula und mussten mehrmals nach dem Weg fragen, da wir inzwischen unsicher ob der Richtigkeit der eingeschlagenen Fahrtrichtung waren. Doch die unzähligen Schulkinder wiesen uns den Weg. Irgendwie begrüßten uns die Menschen hier mit offenen Armen. Alle waren begeistert, dass sich weiße Touristen in ihre Community verirrt hatten. Uns gefiel das, da wir wussten, dass wir eine richtige Wahl getroffen hatten. Und tatsächlich, der Weg führte uns zum Mountain Camp. Einhellig wurden wir von den vier anwesenden Einheimischen in Rondavel Nr.1 einquartiert. Von außen sehen die runden Steinbauten weniger geräumig aus, als sie sich im Inneren tatsächlich erweisen. Hier gibt es keinen Strom. Kochen kann man mit Gas und als Beleuchtungsquelle dienen Öllampen. Angekommen… Das ist Afrika! Der rythmische Klang der Trommeln dröhnte an unser Ohr und die Gesänge der Kinder folgten im Einklang mit der Musik. Das letzte Licht des Tages verlosch und nur spärlich funzelten die Lampen. Wie gegensätzlich es doch anmutet, mit verbleibender Akkuleistung den Tagebucheintrag im Schein einer Öllampe zu schreiben. Das ist ein Stück Afrika, dass wir hier ganz sicherlich einatmen können!

Written on Oktober 26th, 2007 , Afrika, Swaziland Tags:

“Himmlisches Tal”, so nennen die Swazis den 18 km langen Landstrich, der sich von Lobamba bis nach Mbabane erstreckt. Er gilt als die touristische Hochburg von Swaziland. Verkaufsstände, Hotels, Restaurants, Nachtclubs und einige Schönheitsfarmen weisen den Weg durch das Valley, dass aber nicht nur durch alle Annehmlichkeiten für Touristen auffällig ist. Alles wirkt sehr gepflegt. Kein Wunder, denn an den Toren zum Ezulwini Valley befindet sich der Wohn- und Regierungssitz der königlichen Familie. Uns zog es aber nicht nach Lobamba zum Parlamentsgebäude, sondern wir wollten der Tradition der Swazis auf den Grund gehen. Im Swaziland Cultural Village hat der Tourist alle Chancen dazu. Das kleine traditionelle Dorf wird heute von 24 Menschen bewohnt, die in den typischen Bienenkorb-Hütten leben. Die alte Lebensweise ist alles andere als monogam. So kann ein Mann mehrere Frauen haben, wenn er diese mit jeweils 17 Kühen bezahlen kann. Männer und Frauen leben bis zu ihrem 18. Lebensjahr streng getrennt in verschiedenen Hütten. Erst mit der Heirat darf die Frau in die Hütte des Ehemannes einziehen. Das Kochen erledigen die älteren Frauen, wobei das Essen immer gemeinsam von einem Teller mit der Hand gegessen wird. Das soll das Sozialgefüge der Dorfgemeinschaft stärken. Den ältesten Dorfbewohnern wird die größte Anerkennung und Respekt beigemessen, was wiederum die sozialen Bindungen stärken soll. Swazis sind selbstbewußte Menschen, die mit Stolz ihre bunte traditionelle Kleidung tragen. Ganz besonders imposant wirkt dieser Kleidungsstil in Verbindung mit den alten Tänzen und Gesängen. So bietet die folkloristische Vorführung im Swazidorf einen guten Einblick in die tradionelle Lebensart der Menschen von Swaziland. Heute leben noch etwa 10% der Swazis in diesen traditionellen Dörfern.

Das Mantenga Nature Reserve bietet neben dem Swaziland Cultural Village auch einige Wanderwege und Übernachtungsmöglichkeiten. Am schönen Mantenga Wasserfall kann man ein erfrischendes Bad nehmen oder in abwechslungsreicher Natur ein Picknick genießen.

Obwohl wir nun schon wieder tausende Kilometer von Australien entfernt sind, machen einige altbekannte “Freunde” an den Ländergrenzen keinen Halt. So trifft man inzwischen auch in Afrika auf die lästigen Bed Bugs – Bettwanzen - kleine Blutsauger, die einem den Aufenthalt in jeder Unterkunft vermiesen können. Ob es sich bei dem kleinen Mistvieh um einen Einzelfall handelte, werden wir wohl in den nächsten Tagen und Wochen erfahren…

Written on Oktober 23rd, 2007 , Afrika, Swaziland

Nelspruit – Matsapha 333 km

Swaziland wir kommen. Schon zu Beginn unserer Reiseplanung für Südafrika hatten wir uns dazu entschlossen, dem kleinen Königreich Swaziland einen Besuch abzustatten. Hier zählen noch alte Werte und Moral, was Swaziland zu einem der sichersten afrikanischen Reiseländer macht. Mit einer Fläche von 17.364 km² wirkt Swaziland winzig im Vergleich zum fast 70 mal größeren Südafrika! Und trotzdem birgt das kleine Land viele kulturelle und natürliche Schönheiten. Wir entschlossen uns für den Grenzübertritt bei Jeppe’s Reef. Die Grenzübergänge nach Swaziland sind täglich geöffnet. Eigentlich ist es kein großes Kunststück die Grenze zu passieren. Das Visum bekommt man als deutscher Staatsbürger ohne Umstände in den Reisepass gestempelt. Mit ein wenig bürokratischen Aufwand hält man zuerst an der südafrikanischen Grenze, wo zumeist hart wirkende Beamte einen den Grenzübertritt in kurzen Wortfetzen andeuten. Alsbald hält man den Passierschein für das Auto in der Hand, um wenig später ein paar Meter weiter den Ausreisestempel von Südafrika in Empfang nehmen zu dürfen. Danach befindet man sich kurze Zeit in einer ”Grauzone”, um gleich im Anschluss auf gelangweilte aber lustige Swazi-Beamte zu stoßen. Die weisen einem kurz den Weg zum Nachbarschalter, wo die Grenzbeamte einen flüchtigen Blick in den Pass wirft, um wenige Augenblicke später den Eintritt in das Königreich zu gewähren. Jetzt wendet man sich an den Nachbarschalter, zahlt seine 50 Rand Straßennutzungsgebühr und darf sich an den Schrankenbalken begeben. Dort wirft ein weiterer Beamter einen flüchtigen Blick ins Auto und macht nun endgültig den Weg frei. Ganz simpel – Willkommen in Swaziland!

Wenige Kilometer hinter der Grenze wurden wir auf Straßenhändler aufmerksam, die mit Gesängen, Trommelspiel und tanzenden Kindern unser Interesse weckten. Alsbald entwickelte sich ein freundliches Verkaufsgespräch, in dem die harte aber faire Verhandlungstaktik letztlich zum Erfolg führte. Zwei kleine Figuren sollten den Besitzer wechseln, wobei der Verkäufer eindrücklich darauf bestand, dass der ausgehandelte Preis nur für die größere der beiden Figuren gelten sollte. Die zweite Figur überreichte er mir als Geschenk. Während der Verhandlungen entdeckten die Kinder die Keksdose auf dem Rücksitz unseres “Tazzies”, so dass ein wildes Geschrei dazu führte, dass ich alle verbleibenden Schokoladenkekse an die Kinder und an die drei älteren Verkäufer verschenkte. Mit so viel gegenseitiger Freundlichkeit hatten wohl beide Seiten zu Beginn der Verkaufsverhandlungen nicht gerechnet. Später dann erfuhren wir von einer Einheimischen, dass die gegenseitige Freundschaft und Anerkennung zwischen Swazis oft mit Geschenken und gemeinsamer Teilung des Essens zum Ausdruck gebracht wird. Für uns war dies ein ganz besonderes Erlebnis, was uns neugierig auf die verbleibende Woche im Königreich machte.

Written on Oktober 22nd, 2007 , Afrika, Swaziland

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