Unsere letzten Tage lassen wir am Strand von Ngwe Saung ausklingen. Obwohl wir lange überlegten, ob wir wirklich die 38 US$ Fahrtkosten investieren sollten, sind wir richtig glücklich darüber. So einen wunderschönen Strand haben wir noch nie gesehen. Palmengesäumt und über 40 Km lang. Zwar reihen sich jetzt schon die teuren Resorts aneinander und es entstehen immer weitere Strandbungalows, doch der Massentourismus ist noch ein ganzes Stück weit entfernt! Wir sind froh, dass wir an diesem Ort verweilen dürfen und ihn jetzt sehen können. Einhellig sind wir der Meinung, dass in wenigen Jahren die Ruhe gewichen sein wird.

Das kleine Dorf Ngwe Saung ist von unserem Hotel eine Stunde Fußweg entfernt. Gestern haben wir uns in der Hitze auf den Weg gemacht, um einen Blick in den Ort zu werfen. Gleich bei der Ankunft wurden wir von den Einheimischen herzlich empfangen und man lud uns zu Süßigkeiten und Cola ein. Auch für heute Abend haben wir eine Verabredung im Dorf. Wir erzählten den jungen Einheimischen von unserem ehemaligen Club in Altdöbern und den Punk- und Rockkonzerten. Da die jungen Leute hier sehr auf diese Musik abfahren, war das Interesse sehr groß. Heute Abend spielen sie extra für uns ihre Version von Punkmusik. Mal sehen was uns erwarten wird.

Morgen werden wir wieder zurück nach Yangon fahren, da wir am 1. April nach Bangkok fliegen müssen. Uns bleiben wunderschöne 25 Tage Myanmar in Erinnerung!

Written on März 28th, 2007 , Asien, Myanmar

Was für eine Nacht. Nachdem wir von unserem Ausflug zum “Golden Rock” zurückgekehrt waren, fuhren wir wieder in das bekannte Guesthouse in Yangon. Leider war das uns bekannte Zimmer ausgebucht, also erhielten wir einen Raum im hinteren Teil des Hauses. Kein Problem, sah doch das Zimmer recht ordentlich aus. Caros erster Blick fiel intuitiv auf die Klimaanlage und sie sah dabei einen Schwanz. Wir dachten an die üblichen Geckos als Haustiere und machten uns keine weiteren Gedanken. In der Nacht allerdings wurden wir eines besseren belehrt!

Am Tage zermürbten wir uns den Kopf darüber, ob wir an den Strand nach Ngwe Saung fahren sollten. Eigentlich kein Thema, fahren doch öffentliche Verkehrsmittel dorthin und auch die Fahrtzeit von 5 bis 6 Stunden ist erträglich. Nur der Preis stimmte uns nicht gerade freundlich. Als Touristenzuschlag sollten wir mal glatt 4.000 Kyat pro Person mehr zahlen als die Einheimischen. Dazu noch das Taxi und am Ende stand der stolze Fahrpreis von 19 US$ One Way unterm Strich. Da fiel uns die Entscheidung nicht leicht, doch nach langem Überlegen entschieden wir uns für den Strand. Da der Bus vom Busbahnhof in Yangon in aller Frühe losfahren würde, benötigten wir für den nächsten Morgen das Taxi, dass uns der Besitzer unseres Guesthouses organisieren sollte. Alles war also eingefädelt.

In der Nacht wurden wir dann vom Rascheln und Krabbeln geweckt. Hinter der Holzverkleidung der Wände vermuteten wir die Übeltäter. Also wurde die Suche aufgenommen, doch es fand sich nur ein Loch neben der Klimaanlage, die den Abluftrohren galt. Dieses Loch war nicht richtig verschmiert und offenbarte einen indirekten Blick ins Freie. Hier schien der Zugang gefunden. Wir verstopften das Loch so gut es ging mit Pappe und Zeitungspapier, doch nach zwei Stunden Schlaf rüttelte mich Caro aus meinen Träumen. Sie sah bereits das Maul der Ratte, wie es sich durch das Papier arbeitete. Auch ihre hellen Töne waren nicht zu überhören! Sie wollte mit aller Macht in unser Zimmer und wir mit allen Sachen heraus. Nur gut, dass die Nebenzimmer frei waren und die Türen offen standen. So zogen wir in der Nacht um, um der Ratte zu entkommen.

Gegen 4.30 Uhr morgens klingelte der Wecker, da unser Taxi für 5 Uhr bestellt war. Auch der Nachtwächter wusste das. Nur hatte der sich zuerst in der Zimmertür geirrt. Er klopfte an der Tür die zum Raum gehörte, in dem wir üblicherweise schliefen. Nur nächtigte in dieser Nacht dort ein Japaner, der völlig verwirrt den Nachtwächter anstarrte, als dieser ihm von seinem Taxi erzählte. Alsbald sah der Nachtwächter seinen Fehler ein und klopfte an der Tür, in deren Raum er uns vermutete. Er wusste nicht, dass wir in der Nacht umgezogen waren. Also reagierte er auf unsere Aussage, dass sei unser Taxi mit der Antwort: “Nein das ist nicht euer Taxi!” Erst nachdem der Besitzer bemerkte, dass wir umgezogen waren, klärte sich auch das Missverständnis mit dem Taxi. Leider hatten wir nicht mehr die Zeit zu erklären, warum wir das Zimmer wechselten. Das müssen wir noch am letzten Tag in Yangon nachholen.

Am nächsten Tag verstopften wir dann alle Löcher und möglichen Zugänge zu unserem Bungalow in Ngwe Saung, da uns ein deutschsprachiges Paar von ihren Erlebnissen in der Nacht im Bungalow berichtete. Offensichtlich war dort auch eine Ratte sehr hungrig auf Früchte und Kekse, so dass am nächsten Morgen der Rucksack repariert werden durfte. Bei uns hat nun keine Ratte mehr Zutritt! Was Kleintiere so für Auswirkungen haben …

Written on März 27th, 2007 , Asien, Myanmar Tags:

Viel zu schnell vergingen die 14 Tage unserer Rundreise durch Myanmar. In der Zeit haben wir das Land wesentlich intensiver bereist und kennengelernt, als uns das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln möglich gewesen wäre. Zum Abschluss unserer Tour baten wir Salim, uns am alten Guesthouse in Yangon abzusetzen. Wir kannten bereits die Besitzer und auch die Umgebung um das Guesthouse gefiel uns. Wir entschlossen uns, den Ausflug zum Golden Rock am nächsten Tag zu unternehmen.

Der Goldene Fels, auf dem die Kyaikhtiyo (sprich Tschai Tiyo) Pagode steht, zählt zu den wichtigsten Heiligtümern von Myanmar. Zugleich stellt der Anblick ein bizarres Bild dar. Auf einem Fels, der auf einer Klippe steht und jeden Moment droht herabzustürzen, thront die Pagode aus Gold. Der gesamte Felsen ist mit Blattgold überzogen, welches gläubige Buddhisten auftragen. Früher stemmten sich einige Männer gegen den Fels, wobei sich dieser sogar bewegte. Allerdings sind diese Spielchen heute verboten. Eine Legende berichtet von einem Haar Buddhas, welches den Felsen und die Pagode in Gleichgewicht hält.

Unser Aufstieg zum Golden Fels begann im Basecamp von Kinpun, ein Nest, welches sich auf die unzähligen Pilger eingerichtet hat. In der einzigen Einkaufsstraße des Ortes bieten mindestens 30 Händler die gleichen Waren an, urklebrige und super süße eingelegte Früchte. Restaurant reiht sich an Restaurant. Alle hier leben von den Pilgern! Auch die Fahrer der kleinen LKW’s, auf deren Ladefläche man mit weiteren 40 Leuten zum Ausgangspunkt (1.000 Kyat pro Person und Weg) für eine 45-minütige Wanderung zum Gipfel gelangt. Die Fahrt ist weniger schön, wenn man in der Mitte der Ladefläche sitzen muss. Die Enge ist für europäische Verhältnisse recht unbequem, doch die Natur macht die Schmerzen und die Platzangst recht schnell wett. Der Aufstieg zu Fuß war ebenso beschwerlich, da der Weg sehr steil ansteigt und die Sonne dazu beiträgt, dass man seinen Wasserhaushalt mehrmals nachregulieren muss. Doch dann erreicht man den Ort, wo täglich hunderte Menschen anzutreffen sind. Wir als Ausländer durften allerdings nochmals tief in die Tasche greifen, um den “Eintritt” zur archäologischen Zone zu zahlen. Wieder weitere 6 US$ pro Person, die in die Taschen der Regierung fließen. Dafür hat das Ticket aber eine Gültigkeit von 30 Tagen.

Wir allerdings machten uns noch am selben Tag wieder auf den Weg ins Basecamp, da wir bereits am nächsten Morgen wieder nach Yangon wollten. Mehr Zeit am Berg hätte sicherlich nicht geschadet!

Written on März 26th, 2007 , Asien, Myanmar

Mit Bagan erwartete uns das wohl spektakulärste Reiseziel von Myanmar. Im Trockengürtel des Landes gelegen, erklärte die UNESCO Bagan zum Weltkulturerbe. Nach der Ernennung wurden offiziell 2.229 Ruinen registriert. Die Zahl dürfte aber weitaus höher sein. Manche Wissenschaftler schätzen die Gesamtzahl der Pagoden, Klöster und Andachtstellen auf über 12.000 Bauten! Aufgrund dieser hohen Anzahl von Sehenswürdigkeiten wird selbst der hartgesottenste Kulturbegeisterte müde. Auch wir! Nachdem wir in Bagan drei Tage die unglaublich große archäologische Zone begutachtet haben, sind wir nun deutlich erschöpft von den Eindrücken aus Bagan.

Der Bauboom setzte bereits im Jahr 849 ein, als Bagan erstmals mit einem Schutzwall vor Angreifern befestigt wurde. Der spätere Aufstieg der Stadt zur seinerzeit weltgrößten buddhistischen Metropole begann im Jahr 1057 mit der Einnahme der Mon-Hauptstadt Thaton durch König Anaw-rahta. Viele Handwerker und Architekten der Mon wurden in dem Zuge nach Bagan verschleppt, wo sie einen großen Anteil an dem nun einsetzenden Baurausch der Könige von Bagan hatten. Dieser Rausch dauerte bis zum Ende des ersten burmesischen Reiches rund 240 Jahre später an.

Heute kann man von den hauptsächlich aus Holz erbauten Wohnhäusern, Klöstern und Palästen nichts mehr erkennen, dafür sind die aus Ziegel errichteten Monumente des Buddhismus nicht zu übersehen. Ein alter Namen nennt die Ebene von Bagan auch “Tattadesa”, was so viel bedeutet wie “verdorrtes Land”. Der Trockengürtel von Myanmar liegt im Regenschatten des Rakhine-Gebirges. Die Landschaft um Bagan gleicht einer riesigen, kargen Steppe mit Palmyrapalmen. Dank des heißen und trockenen Klimas sind die unzähligen Bauten bis heute so gut erhalten geblieben.

Durch ein schweres Erdbeben in den 1970er Jahren wurden einige Pagoden und Tempel stark zerstört. Die UNESCO hat einen wesentlichen Teil zur Erhaltung der anderen Bauwerke beigetragen.

Ein schönes Erlebnis stellte die Begegnung mit einer Einheimischen dar, die uns bei einem Spaziergang am Fluss ansprach und uns in ihr zu Hause einlud. Sie beköstigte uns mit Tee und Palmzucker und stellte uns ihrer Familie vor. Zur Familie gehörte auch der jüngste Spross “Tu Tu”, der gerade mal 8 Monate alt war. Wir versprachen ihr alsbald wiederzukommen. Lange dachten wir über die Begegnung nach und wussten nicht, ob wir etwas für die Familie tun sollten. Mit einer Packung Reispuder – Babynahrung – kehrten wir zwei Tage später in ihr Haus zurück und übergaben ihr diese als Geschenk. Wir hoffen, dass wir damit ein wenig helfen konnten.

Written on März 22nd, 2007 , Asien, Myanmar

Um Myanmar zu bereisen, wählten wir das Taxi, da es uns als die beste Variante erschien, sich im Land zu bewegen und dem ewigen Kampf um Informationen über Abfahrtzeiten und Preise der öffentlichen Verkehrsmittel aus dem Weg zu gehen. Zudem befinden sich einige öffentliche Fortbewegungsmittel im miserablen Zustand und sind zumeist über Nacht auf den zum Teil sehr schlechten Straßen unterwegs.

Salim ist 46 Jahre alt. Als alter Seefahrer hat er nun den Job des Taxifahrers in Yangon übernommen. Doch da man als Taxifahrer in der Hauptstadt ständigen Gefahren ausgesetzt ist (Diebstahl und Raubüberfälle) , entschloss er sich zu Fahrten mit Touristen durch Myanmar.

Salim ist ein sehr kluger und ehrlicher Burmese. Seine Meinung über die Regierung ist umso schlechter, da er schon viele Erfahrungen als Schiffskoch auf diversen Hochseeschiffen in der Welt gesammelt hat. Er kennt so viele Länder und hat so viele Freunde in der Welt, dass es für uns manchmal unglaublich erscheint!

Auf unseren Fahrten durch Myanmar können wir viel von Salim und über die Burmesen und deren Lebensart und das politische System erfahren. Er gewährt uns viele freiwillige aber auch unfreiwillige Einblicke in sein Leben. Er grüßt unterwegs sehr viele Leute und stellt sie uns als Freunde vor. In einem Gruesthouse eingetroffen, erkennen ihn sofort die Hofhunde wieder. Wenn er mal den gesamten Nachmittag nicht zu sehen ist, zockt er mit Freunden Karten oder betätigt sich in der Küche, um leckere Speisen zuzubereiten. Wenn man ihn bittet sich um unsere Schmutzwäsche zu kümmern, organisiert er einen günstigen Waschservice. Er ist stets zur Stelle, um eventuelle Fragen oder Problemchen zu klären, auch wenn es keine gibt. Er kennt die besten Wechselkurse auf dem Schwarzmarkt.

Da auch die Burmesen keine Verkehrserziehung kennen, sieht er sich manchmal dazu genötigt, aus dem Taxi einige Worte zu den “Verkehrssündern” zu rufen! Kein Wunder, wird doch gern der Kaffeeklatsch mitten auf der Straße abgehalten! Seine Worte: “Stell dich doch gleich mitten auf die Straße so wie es immer die Büffel tun!”

Mit Salim erreichen wir alle “versteckten Plätze”, die wir mit einem öffentlichen Verkehrsmittel nicht angefahren hätten.

Oft spielt unser Taxifahrer Lotto und manchmal gewinnt er auch! Wenn wir dann am Abend völlig verwundert feststellen, dass unser Essen im Restaurant bezahlt wurde, wissen wir er hatte Glück.

Written on März 20th, 2007 , Asien, Myanmar

Obwohl Mingun nie den Rang einer Königstadt erlangte, warten auf den Besucher dank königlichem Größenwahn einige interessante Sehenswürdigkeiten. Mingun ist von Mandalay aus nur mit dem Fährboot zu erreichen, welches täglich ab Mandalay um 9 Uhr morgens ablegt. Die Fahrt auf dem “Fluss nach Mandalay” dauert ca. 1,5 Stunden flussaufwärts und gut die Hälfte flussabwärts. Allerdings richten sich die Zeiten stark nach dem Wasserstand. Da im Moment die Trockenzeit für niedrige Pegelstände sorgt, fahren einige Boote mit abgezählten Fahrgästen nach Mingun.

In Mingun hatte einst der König Bo-daw-hpaya mit dem Bau der größten Pagode der Welt begonnen. Das Mammutprojekt sollte einen Tempel fertigstellen, der alle bisherigen Pagoden übertreffen sollte. Von dem Größenwahn des Königs zeugen heute noch die Überreste zweier überdimensionaler Löwen, die allerdings bereits eingestürzt sind. In Myanmar gelten die Löwen als Wächter der Pagoden, weshalb man an fast allen Tempeln diese Figuren sehen kann.

Schon vom Fluss aus erkennt man die Überreste des 50 Meter hohen Ziegelblocks der Mingun Pagode. Viele Einheimische starben beim Bau der überdimensionierten Pagode, so dass alsbald das Gerücht entstand, dass mit Fertigstellung des Baus das Ende der Dynastie des Königs folgen würde. König Bo-daw-hpaya konnte nur ein Drittel der Pagode fertigstellen, während sein Niedergang besiegelt wurde. Im Jahr 1838 stürzte durch ein Erdbeben die Reliquienkammer ein. Heute zeugt davon noch ein riesiger Spalt.

Nachdem wir nach Mandalay zurückgekehrt waren, machten wir noch an dem “größten Buch der Welt” halt. In den 729 kleinen Pagoden ließ man die Marmortafeln anbringen, die die einheitliche Fassung der Tipitaka enthalten. Im Jahr 1871 mussten sich in Mandalay 2.400 Mönche auf eine einheitliche Fassung der Schrift einigen, die anschließend in den Pagoden angebracht wurde. Deshalb bezeichnet man die Anlage auch als “das größte Buch der Welt”.

Written on März 19th, 2007 , Asien, Myanmar

Schon der heutige Morgen zeigte uns deutlich, wie ursprünglich Myanmar noch wirklich ist. Die Entwicklung in den Städten geht wesentlich schneller voran, als die infrastrukturelle Entwicklung überhaupt Schritt halten könnte. Noch nie ist es und in den 11 Tagen Myanmar so bewusst geworden, wie viele Stromgeneratoren auf den Straßen laufen, um überhaupt die komplette Stadt mit Elektrizität versorgen zu können. Dass in Myanmar das Licht im Discotakt flackert, daran haben wir uns inzwischen gewöhnt. Aber das den gesamten Tag über die Versorgung mehrmals zusammenbricht, das war neu für uns!

Mit unserem Taxi fuhren wir heute in die Umgebung von Mandalay. Es stand eine ausgiebige Besichtigung der Städte Amarapura, Inwa und Sagaing auf dem Plan. Und da die Fahrt mit dem Taxi unser Budget arg strapaziert, wusste Salim immer einen Weg, um den teuren Eintrittspreisen an den Sehenswürdigkeiten zu entgehen.

Das Areal um Mandalay ist so weitläufig, dass man es ohne motorisiertes Fortbewegungsmittel kaum erkunden könnte. Die Tempelanlagen erstrecken sich auf drei verschiedene Städte, die jeweils mehrere Kilometer auseinander liegen.

Amarapura galt einst als die “Stadt der Unsterblichen”. Inzwischen ist die Stadt unter den Einwohnern nur noch als die südliche Stadt bekannt, Mandalay hingegen als die nördliche Stadt. Mit der Zeit sind die Städte zusammengewachsen. Entlang der Straßen in Amarapura haben sich unzählige Handwerksbetriebe angesiedelt. So werden z.B. unter großen Anstrengungen Goldfolien für die Klöster hergestellt. Aus einem 30 Gramm schweren Goldstück können bis zu 4.000 Goldfolien produziert werden. Dazu müssen allerdings die kleinen, zuvor durch eine Presse verformten Goldfolien, sechs Stunden lang mit einem drei Kilo schweren Hammer per Muskelkraft geplättet werden! Und alles in Myanmar strahl in reinem Gold…

Als besonders sehenswert erwies sich die U-Bein-Brücke, die längste Teakholzbrücke der Welt. Die Gesamtlänge beträgt 1,2 km. Sie überspannt den Taungthaman-See, der aufgestaut worden ist und deshalb in der trockenen Jahreszeit nicht austrocknet.

In Mandalay und Umgebung gibt es mehr als 735 Klöster in denen mehr als 8.000 Mönche, Novizen und Nonnen leben. Da die Menschen in den Städten und Dörfern nicht die Möglichkeit haben, die große Zahl an Mönchen allein versorgen zu können, gibt es in Mandalay eine eigene Vereinigung, die sich um den Unterhalt der Mönche kümmert. Als befremdlich mutet es für uns an, wenn Mönche nach Allmosen und Spenden fragen. In anderen asiatischen Ländern ist dies eher untypisch!

Written on März 18th, 2007 , Asien, Myanmar

Seit gestern wohnen wir in einem sehr einfachen Gästehaus in Nyaungshwe. Ursprünglich war dies die Hauptstadt des Shan-Staates, wovon heute jeoch nichts mehr zu erkennen ist.

In den vergangenen Tagen wurde unser Taxifahrer bereits mehr als 20 mal dazu aufgefordert, Wegezölle für die Benutzung der Straße zu zahlen. Gestern waren wir es, die einen “Eintritt” in die Inle Lake Zone zahlen durften. Netterweise wird die Entrichtung der 3 US$ pro Person bei der “MTT” (Myanmar Tourist & Travel) fällig, die eine Einrichtung der Millitärregierung darstellt. Wozu wir diesen Beitrag entrichten durften, konnte uns bisher noch niemand verraten. Zum ersten mal in Myanmar ist es mir passiert, dass eine Dollarnote aufgrund ihres Zustandes nicht akzeptiert wurde! In Myanmar ist es wichtig, dass das US-Geld tadellos in Ordnung ist. Es dürfen weder Risse noch Verschmutzungen die Qualität des Scheines beeinflussen, da ansonsten der Tauschkurs schlecht ausfällt oder die Akzeptanz des Geldes erst gar nicht gewährleistet ist! Bei meiner Dollarnote war ein Riss vorhanden, wodurch sich die nette Mitarbeiterin der “MTT” dazu genötigt fühlte, das Geld abzuweisen. Kurzerhand legte Salim (unser Taxifahrer) den Eintritt für uns aus, da er das Spiel bereits kennt.

Heute hatten wir uns ein Boot für eine ausgiebige Erkundung des Inle Sees angemietet. Der Inle See ist bekannt für die Einbeinruderer und seine schwimmenden Gärten. Da der See relativ flach ist (in der Trockenzeit nur gut 2 Meter tief), waren sonst übliche Fischfangmethoden nicht praktikabel, weshalb die Einwohner der Region ihre eigene Fischfangmethode entwickelten: Mit einem konischen, 2-3 Meter langen Bambuskorb gehen die Menschen auf Fischfang, wobei sie das Ruder mit einem Bein einklemmen, um die andere Hand für den Korb frei zu haben. Sobald Luftbläschen an der Wasseroberfläche auftauchen, stoßen die Männer den Korb auf den Grund des Bodens, um dann mit einem Stab die Fische aufzuscheuchen. Am oberen Ende des Korbes befindet sich ein Netz, in dem sich dann die Fische verfangen.

Eine weitere Besonderheit des Sees sind die schwimmenden Gärten. Wild wachsende Wasserhyazinthen bilden einen natürlichen Teppich, in deren Wurzeln sich der angeschwemmte Schlamm mit der Zeit verdichtet. Auf natürliche Art und Weise entstehen so schwimmende Gärten mit einer bis zu einem Meter tiefen Humusschicht, auf denen die Menschen Blumen, Tomaten, Gurken und Bohnen anbauen können.

Egal welches Boot man zu welchen Preis anheuert, die Tour fällt bei jedem Bootsfahrer ähnlich aus. Als besonders interessant empfanden wir die Behausungen und die Alltagsaktivitäten der Menschen am See. Kategorische Besuche in typischen Touristensouveniershops dürfen inzwischen auch am Inle See nicht fehlen!

Written on März 16th, 2007 , Asien, Myanmar

Am heutigen Tag machten wir uns zusammen mit einem ortskundigen Führer auf den Weg in die Berglandschaft rund um Kalaw. Obwohl ich trotz Medikamente meine Probleme mit dem Verdauungstrakt noch nicht überstanden hatte, entschlossen wir uns doch zur Teilnahme an der Tagestour. In 8 Stunden Wanderung führte uns der Weg durch die Bergwelt von Kalaw. Zur Zeit herrscht in Myanmar die Trockenzeit. Von Tag zu Tag steigen die Temperaturen. Kein Wunder das sich früher die britischen Kolonialherren in Kalaw ein Bergresort errichteten, um der Hitze im flachen Burma zu entfliehen. Auf ca. 1.350 Metern über dem Meeresspiegel weht tagsüber ein frischer Wind, der für eine angenehme Abkühlung sorgt. Selbst am Abend müssen wir unsere dicken Jacken aus dem Rucksack hervorkramen, da wir bei nur 19 Grad zu frieren beginnen!

Auf unserer Wanderung durchquerten wir zwei Bergdörfer, in denen wir Bekanntschaft mit den Einheimischen machen konnten. Zweimal wurden wir bei Dorfbewohnern zum Tee eingeladen. Die Menschen leben hier wirklich in sehr einfachen Verhältnissen. Ihre Hütten weisen lediglich einen großen Raum samt Feuerstelle auf. Die Anzahl der Feuerstellen im Raum richtet sich auch nach der Anzahl der dort lebenden Familien. Ohne Abzug wird in der Hütte offenes Feuer gemacht, wodurch der Qualm im Raum steht. Für die Einheimischen ist dies ein gutes Zeichen, da sie davon ausgehen, dass der Rauch das Holz ihres Hauses in Ordnung hält. Für uns nicht ganz nachvollziehbar!

Die heutige Wanderung hat uns ein ganzes Stück näher an die typische Bevölkerung der Berge Myanmars gebracht.

Written on März 14th, 2007 , Asien, Myanmar

In der Nacht machte ich erstmalig Bekanntschaft mit der berüchtigten Reisekrankheit. Am nächsten Morgen fühlte ich mich total erschöpft und ausgelaugt. Obwohl der Morgen mit einem grandiosen Frühstück in Taungoo im “Myanmar Beauty Guest House” begonnen hatte, welches wir aber nicht wirklich genießen konnten, hatte ich den gesamten Tag über Probleme mit meinen Wohlbefinden. Am Abend zuvor hatten wir uns aufgrund schlechten Essens einige Bakterien zugezogen, die nun unseren Körpern zusetzten. Caro hatte weniger Probleme damit als ich. Mir setzte der enorme Flüssigkeitsverlust erheblich zu, so dass ich den gesamten Tag über auch noch mit meinem Magen zu kämpfen hatte. Doch die richtige Reiseapotheke linderte die Beschwerden bis zum Abend.

Auf dem Weg nach Kalaw machten wir die unterschiedlichsten Bekanntschaften mit öffentlichen Verkehrsmitteln und anderweitigen Fortbewegungsmitteln. Als ganz besonders einprägsam empfanden wir die Szene des Zuges. Bereits mehrere Minuten vor Ankunft der Bahn schlossen sich die Schranken am Bahnübergang, obwohl sich der Zug in der Ferne noch nicht abzeichnete. Doch alsbald folgte das bekannte Hupen der Bahn. Mit Schrittgeschwindigkeit näherte sich das Gefährt, welches jeder Fußgänger hätte gemächlich überholen können. Kein Wunder das niemand die geschlossenen Schranken als Grund für einen Stopp akzeptierte.

Eigentlich hatten wir uns in Yangon aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse für ein privates Taxi entschieden, um für 14 Tage durch Myanmar zu reisen. Anfangs konnten wir unsere Entscheidung aber nicht ganz nachvollziehen, da die Straße in einem sehr guten Zustand war. Ohne Probleme konnte jedes Gefährt auf ihr verkehren, ob nun schwerer LKW, Reisebus, Taxi, Ochsenkarren oder anderweitige abenteurliche Vehikel. Doch am Abzweig nach Kalaw änderte sich der Zustand der Straße erheblich! Aus dem zuvor asphaltierten Hauptweg durch Myanmar wurde plötzlich die gefürchtete Offroad-Piste! Schlagloch an Schlagloch, zersplitterter Asphalt und lose Steine. Dazwischen versuchten Einheimische die Straße zu flicken. Selbst Kinder waren bei dieser Arbeit mit einbezogen. In der größten Hitze schlossen sie die Schlaglöcher mit primitivsten Mitteln. Die Steine wurden mit der Hand ausgesiebt, um sie anschließend mit ein wenig Teer in den Schlaglöchern zu befestigen. Oft hatten wir das Gefühl, dass komplette Familien am Straßenbau beteiligt waren. Der Grund liegt vielleicht darin, dass die Regierung die Straße an private Firmen veräußert hat, damit diese sie reparieren können. In der Folge haben aber alle Benutzer regelmäßig eine Gebühr zu zahlen, die eigentlich in den Ausbau der Straße fliessen soll. Davon ist nicht an allen Stellen etwas zu sehen! Oft werden lediglich nur die Schäden der letzten Regenzeit behoben, ohne damit wirklich etwas an dem Zustand der Straße zu verbessern! Viel schlimmer ist aber die Tatsache, dass ein Großteil der Leute die Arbeiten nicht ganz freiwillig leisten. Teilweise werden ganze Familien zum Straßenbau durch das Militär gezwungen! Als Dank dafür erhalten sie täglich die klägliche Lohnentschädigung von 1.000 Kyat, rund 0,70 Euro.

Als wir durch eine bergige Region mit einem Fluss fuhren, sagte uns unser Fahrer, dass ursprünglich an jenem Fluss die Einheimischen nach Gold schürften. Als die Regierung dies aber erfuhr, wurde jedem untersagt, ohne teure Genehmigung der Tätigkeit weiterhin nachzugehen. Mit allen Mitteln unterdrückt das Millitär das Bestreben der Menschen nach Unabhängigkeit und eventuellen Einkommensverbesserungen. Ein weiteres Beispiel dafür ist der Neubau von ganzen Städten und Siedlungen, die allein für das Millitär errichtet werden. Der Grund liegt in der Furcht der Regierung vor Konflikten zwischen dem Millitär und der einheimischen Bevölkerung.

Nachdem wir den “Goldschürferfluss” passiert hatten, führte uns der Weg auf einer unwegsamen Straße weiter in die Berge. Zwischenzeitlich mussten wir mehrfach einen Halt einlegen, da die Straße abgerutscht war! Den Grund dafür konnten wir nach der nächsten Biegung erfahren: Selbst die schwersten LKWs und Busse benutzen die Piste, um von Yangon aus nach Kalaw oder zum Inle Lake zu fahren. Uns beängstigte die Vorstellung, wie es wohl an solchen Passagen bei einer 18-stündigen Nachtfahrt mit dem Bus von Yangon aus abgegangen wäre! Durch die extreme Trockenheit sind die Wälder und Wiesen sehr anfällig für Feuer, die es an einigen Stellen immer wieder zu sehen gibt. Für Myanmar sind diese Feuer aber während der Trockenzeit eine normale Erscheinung. Für uns allerdings nicht! Bei einem weiteren unfreiwilligen Halt stand plötzlich hinter unseren Fahrzeug ein Tankwagen voll mit Benzin. Zwei Meter neben dem Tankwagen brannte ein Feuer… Glücklicherweise brauchten wir nur einige Sekunden dem Spektakel zu folgen, da sich alsbald der Stau vor uns auflöste.

Nach ca. 8 Stunden Fahrt mit dem Auto kamen wir sicher und doch entspannt in Kalaw an. Dank der vielen Freunde von Salim (unser Taxifahrer) schlafen wir nun in einem sehr schönen Guesthouse für weitaus weniger Geld als veranschlagt. Ein weiterer Freund von Salim wird uns Morgen auf einer Tageswanderung durch die Bergwelt von Kalaw begleiten.

Written on März 13th, 2007 , Asien, Myanmar

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