Crows Nest – Sydney 329 km

Nach 61 Tagen und 9397 km auf den Straßen Australiens, 2 kg Schokoladenaufstrich und einem “Bed Bug-Blutsauger” in unserer neuen Unterkunft, führt uns das Ende unserer Reise durch Australien wieder zurück nach Sydney, wo wir im Lane Cove National Park die letzten zwei Tage in unserem zu Hause auf Rädern verbrachten. Die Suche nach einer Autowäsche gestaltete sich schwierig, denn unseren Campervan wollten und konnten wir nicht in eine vollautomatische Waschanlage fahren. Zum einem ist der Camper dafür zu groß, auf der anderen Seite sind einige Dichtungen der Scheiben zu empfindlich für Dauerberegnung. Also blieb uns nur die Handwäsche. Doch zuerst fanden wir keinen Waschservice, dann wurden wir abgewiesen, da den Leuten unsere Kiste zu groß war zum waschen und erst viel später fanden wir dann einen bereitwilligen Autowäscher, der sich unseres Campers annahm. Nun erstrahlt die Kiste im hellen Glanz. Da werden die Jungs von der Autovermietung Augen machen! Auch der Innenraum wurde nach deutscher Norm gesäubert, denn eine mögliche Reinigungsgebühr des Autovermieters zwang uns zu drastischen Maßnahmen.

Nach einer ungewollten Stadtrundfahrt durch Sydney haben wir heute den Camper bei der Autovermietung abgegeben. Die Übergabe verlief ohne Probleme. Wollen wir hoffen, dass uns nicht noch eine nachträgliche Gebühr für Verkehrsvergehen abgezogen wird.

Nun bleiben uns noch zwei Tage in Sydney, ehe wir am Freitag nach Neuseeland fliegen werden.

Written on August 8th, 2007 , Australien Tags:

Lismore - Dorrigo – Coffs Harbour – Crows Nest 962 km

Nach einigen Bergetappen sind wir nun geschult für das, was uns auf den Straßen in Neuseeland erwarten könnte!

Zurück nach Dorrigo. Wir hatten uns auf unserer Reise durch Australien mehrfach darüber unterhalten, dass ein zweiter Abstecher nach Dorrigo am “Waterfall Way” sicherlich lohnenswert wäre. Allein schon die unzählbaren Wasserfälle an der Straße von Armidale bis Coffs Harbour machen diese Wegstrecke so interessant. Doch auch die kleinen Örtchen Bellingen und Dorrigo lohnen einen Besuch, versprühen sie mit ihren alten Häusern und Straßencafés doch eine sehr angenehme Atmosphäre, die zum längeren Verweilen einlädt. Auch der Regenwald bei Dorrigo war uns einen zweiten Besuch wert, da wir anfangs die schönen Wasserfälle im Nationalpark versäumt hatten. Der “Tristan Waterfall” und die “Christal Shower Falls” leuchteten im schönsten Sonnenschein und brachen die Sonnenstrahlen zu einem Regenbogen.

Die Straße von Dorrigo führt einige Kilometer abwärts nach Bellingen. Einige der alten Autos haben mit dieser Bergstraße so ihre Probleme. Bergauf lassen die Geräusche der Motoren nichts Gutes erahnen und abwärts beginnen die Bremsen zu qualmen. Nicht nur den Autos vor uns erging es so, denn auch wir mussten ein paar Minuten in einer Haltebucht ausharren, um den heißen Bremsen Abkühlung zu verschaffen!

Am “Moonee Beach” bei Coffs Harbour gönnten wir uns zwei Tage am Meer. Die Temperaturen und die starke Briese hingegen luden nicht zu einem Bad ein. Nur ein paar hartgesottene Surferboys ritten auf den Wellen des Meeres und nutzten die gute Brandung vor der geschützten Lagune am Moonee Beach.

Heute haben wir uns auf den Rückweg nach Sydney gemacht, denn am 8. August müssen wir dort nach 61 Tagen unseren Campervan abgeben. Vermissen werden wir ihn wohl nicht, denn irgendwie bekommt das Auto von Tag zu Tag immer mehr Macken. Nachdem die elektrische Wasserpumpe unter ständigen Aussetzern leidet, hatte sich gestern auch noch die Düse der Scheibenwischanlage gelöst und baumelte im Fahrtwind vor unserer Frontscheibe umher. Nur gut, dass der Superkleber aus Indonesien dieses Problem “fixte”!

Written on August 5th, 2007 , Australien

Glass House Mountains – Warwick – Lismore 759 km

Haben uns heute seit langer Zeit wieder einmal ein Glas Dillgurken gekauft, da uns die Spreewälder Gurken schon etwas fehlen. Haben bewusst nach dem polnischen Produkt gegriffen, da wir glaubten, dass unsere osteuropäischen Nachbarn das Handwerk des Gurkeneinlegens verstehen würden. Nun haben wir aber festgestellt, dass diese Gurken nur in Polen geerntet wurden, um anschließend nach Indien verschifft zu werden. Dort wurden dann die polnischen Gurken mit heimischen und importierten Produkten weiterverarbeitet, um anschließend nach Neuseeland exportiert zu werden. In Neuseeland wurden dann diese Gurken von einem weiteren Händler nach Australien exportiert, um nun auf unseren Tisch zu landen. Sieht so der viel beschriebene Globalisierungsprozess aus? Wahnsinn! Die Gurken haben trotzdem geschmeckt.

In den vergangenen Tagen haben wir uns die Region um Warwick und Lismore näher angeschaut. Zu Beginn unserer Reise durch Australien hatten wir diese Regionen verpasst, da uns die nächtlichen Temperaturen abgeschreckt hatten. Dank des Heizers ist es aber kein Problem mehr, zudem es inzwischen auch nicht mehr so kalt ist, wie es noch zu Beginn der Reise war.

Warwick gehört zur Region “Darling Downs”, die an der Grenze zu New South Wales gelegen ist. Die Darling Downs ist bekannt als das größte Obstanbaugebiet Queenslands. Insbesondere die landschaftlichen Reize und schönen Nationalparks machen die Darling Downs so interessant.

Warwick gilt als Metropole dieser Region und ist im Land auch als “The Rose and Rodeo City” bekannt. Jedes Jahr findet das Warwick Rodeo statt, zu dem auch heute noch unzählige Australier pilgern um sich in der Oktoberzeit als beste Cowboys Australiens zu messen. Das gemäßigte Klima sorgt für ein reges Wachstum der Rosen in den Vorgärten und Gartenanlagen der Stadt. Zu den besonderen Attraktionen der Umgebung zählen die “Queen Mary Falls”, die zusammen mit zwei weiteren Wasserfällen den “Queen Mary Fall National Park” bilden. Ein Tourist Drive führt von Warwick aus zu dem Park. Die Straße windet sich über verschiedene Berghänge und gipfelt beim “Carrs Lookout”, der eine wunderschöne Aussicht auf die Darling Downs bietet.

Ebenso spektakulär verlief die Fahrt in unserem Campervan von Warwick nach Lismore. Die kleine Straße ist an einigen Stellen besonders eng und schlängelt sich kurvenreich den Berg rauf und wieder runter. Der Zustand dieser Straße ist an einigen Stellen so schlecht, dass die Wasserpumpe unseres Campers abermals ihre Funktion versagte. Nur nach ”intensiver” Behandlung auf einer ebenso unebenen Piste tut sie wieder ihren Dienst!

Die Region um Lismore gilt als die Wiege der Alternativen Lebensformen. Verschiedene Kommunen haben sich unter den Namen “Back To The Land” oder “Down To Earth” bereits in den 1970er Jahren zusammengeschlossen. Der kleine Ort Nimbin ist heute noch Zentrum der Hippies und Feaks. Die Menschen produzieren verschiedene Waren, die sie am Straßenrand oder auf dem sonntäglichen Markt in Lismore verkaufen.

Written on Juli 31st, 2007 , Australien Tags:

Crows Nest – Brisbane – Glass House Mountains 638 Km

Unser Weg führte uns über Toowoomba, Esk und Caboolture nach Brisbane. Unseren Abstecher in die Stadt nutzten wir, um bei der Qantas Fluggesellschaft unsere Flüge für die verbleibende Reisezeit anzupassen. Wir haben uns dazu entschlossen, die restlichen vier Monate gerecht auf Neuseeland und Südafrika aufzuteilen. In diesem Zuge haben wir uns gefragt, wo die Zeit eigentlich geblieben ist… Nun dreht sich unsere Reiseuhr wirklich immer schneller rückwärts!

Von Familie Pardella aus Mackay hatten wir den Tipp bekommen, dass der Tourist Drive in die Glass House Mountains sehr schön sein soll. Also entschlossen wir uns zu einer Erkundung dieser Region, die man von Brisbane innerhalb von 45 Autominuten erreichen kann. Die Fahrt auf dem langweilen Motorway bietet dagegen nur wenig Abwechslung, doch führt dieser Weg ohne Umschweife aus der Stadt heraus.

Der Tourist Drive in die Glass House Mountains führt durch die Blackall Range, die wunderschöne Ausblicke auf die Küste, Glass House Mountains National Park und Brisbane bietet. Bei klarer Sicht kann man auch die der Küste vorgelagerte Insel Bribie Island sehen. An einigen Stellen ist die Fahrt in die sehr steil ansteigenden Berge wirklich ein Abenteuer für Mensch und Auto! Insbesondere die Straße nach Mt. Mee und Mount Mee Forest Reserve ist aufgrund der wunderschönen Ausblicke eine echte “Sahnestrecke”, sowohl für motorisierte Fortbewegungsmittel als auch für ”Pedalritter”. Die Teilnehmer der ”Tour de France” hätten hier ebenso das Gefühl, als würden sie tatsächlich eine Bergetappe des härtesten Radrennes der Welt fahren!

Der Glass House Mountains National Park ist ein Paradies für Berg- und Waldliebhaber. Die vielen Wanderwege bieten einen sehr schönen Einblick in die fantastische Bergwelt der Glass House Mountains. An einigen Stellen haben Kletterfreunde die Möglichkeit, die aus alten Vulkangestein geformten Berge zu erklimmen.

Die gesamte Region der Glass House Mountains spielt eine wichtige Rolle in der Mythenwelt der Aborigines. Jeder der zehn Berge verkörpert eine “Dreamtime-Figur” des Stammes der Kabi. Hinter den Bergnamen “Tibrogargan”, “Beerwah” und “Coonowrin” verbergen sich die versteinerten Seelen von Vater, Mutter und Sohn.

Anbei sei noch erwähnt, dass der gesamte nördlich von Brisbane gelegene Landstrich die größte Anbauregion für die auch bei uns bekannten Macadamia Nüsse ist. Mehr als 80 Prozent der Ernte geht in den Export. Vielleicht erklärt das den hohen Preis von bis zu 36 AUD pro Kilogramm.

Written on Juli 27th, 2007 , Australien Tags:

Gin Gin – Gympie – Kingaroy – Dalby – Crows Nest 782 Km

So langsam können wir uns als australische Naturliebhaber bezeichnen. Ganz bewußt hatten wir unsere Fahrtroute so gewählt, dass uns einer der ältesten Nationalparks Queenslands nicht entgehen sollte. Von Gympie aus führt der “Great Bunya Drive” durch eine wunderschöne Landschaft der “Darling Downs” und “South Burnett”, mit kleinen und sehenswerten Städten und Dörfern. Westlich von Brisbane und der Sunshine Coast, zieht sich diese sehenswerte Strecke bis in den bezaubernden “Bunya Mountains National Park”, der wegen seiner Vegetation einzigartig in Australien ist. Bereits im Jahre 1908 wurden 93 km² des Gebiets der Bunya Mountains zum Nationalpark erklärt. Heute umfasst der Park eine Fläche von 120 km².

Die Bunya Mountains sind ein Schutzgebiet für Regenwald, Eukalyptusbäume und Grasland. Ein überwiegender Teil des Parks wird von den gewaltigen “Bunya Pines” eingenommen, die teilweise ein stattliches Alter von über 450 Jahren vorweisen können. Diese Bäume können eine Höhe von 50 m erreichen. Zwischen Dezember und März sollte man es vermeiden, sich unter diese Bäume zu stellen oder zu verweilen. Dann nämlich ist die Zeit, wo die überdimensionalen Pinienzapfen abgeworfen werden, die mit ihrer stattlichen Größe von bis zu 30 cm ein Gewicht von bis zu 10 kg auf die Waage bringen können!

Die Wälder durchzieht ein Netz von abwechlungsreichen Wanderwegen, die mit einer Länge von 500 m bis zu 10 km variieren.

Die Berge erheben sich bis zu 1135 m in den Himmel. Der plötzliche Anstieg des Gebiets machte eine Erschließung offensichtlich schwierig. Heute führen durchgängig sehr steile und enge Straßen zu den Bunya Mountains. Alle sind für Busse, LKWs und Autos mit Anhänger unpassierbar! Diese Information veranlasste uns zur Nachfrage bei den Einheimischen, da unser Campervan nicht gerade über einen neuen und kraftvollen Motor verfügt. Doch alle befragten Leute waren der Meinung, dass unser Gefährt den Anstieg schaffen sollte. Unsere “Luzy”, wie wir unser rollendes Heim auf Zeit getauft haben, sollte dem Anstieg nicht gewachsen sein, denn schon nach den ersten paar Metern tendierte die Tachonadel immer weiter gen Null! Diese Qual konnten wir uns schenken, zumal noch 7 km Anstieg der Kategorie “Motortortur” bevorstanden. Also rollten wir die gefahrene Wegstrecke wieder rückwärts hinunter und parkten unser Gefährt am Fuße der Berge. Wenigstens wollten wir einen kleinen Teil der Berge erkunden und machten uns zu Fuß auf den Weg. Es dauerte nicht lange, da bot uns ein Australier im Sportwagen eine Mitfahrgelegenheit an, die wir nicht ausschlagen wollten. So kamen wir nach kurvenreicher und rasanter Fahrt alsbald in “Dandabah” an, von wo aus wir tatsächlich auch noch eine Wanderung unternehmen konnten. Viel glücklicher waren wir aber, als wir ebenso einen “Lift” nach unten gefunden hatten, denn die Rückfahrt gestaltete sich etwas komplizierter, da auf dieser Wegstrecke kaum Autos verkehren. Die ersten Leute konnten uns keine Mitfahrgelegenheit anbieten. Erst etwas später überlegte sich ein ebenso rasant fahrender Familienvater im Allradfahrzeug eine kleine “Sonderfahrt” nach unten anzubieten. So hatten wir dann doch noch die erhoffte Mitfahrgelegenheit gefunden.

Inzwischen sind wir im kleinen Örtchen “Crows Nest” angekommen, welches wir schon zu Beginn unserer Reise durch Australien besuchen wollten. Der Ort liegt am New England Highway, dessen Hauptattraktion der 4,9 km² kleine “Crows Nest Falls National Park” ist. Früher konnte man in diesem Areal auch die eigenartigen Schnabeltiere beobachten. Seit der Austrocknung des Flusses ist es damit aber vorbei. Der angrenzende Stausee hat momentan ein Wasserlevel von nur 14 Prozent seines eigentlichen Wasservolumens, wodurch in dem Gebiet die Warnstufe 5 ausgerufen wurde! Die Bezirksleitung hat daher für die Menschen eine Einschränkung des Wasserverbrauchs ausgerufen, der sich in Brisbane auf 140 Liter pro Tag und pro Person beschränkt. Mehrverbrauch wird mit hohen Geldstrafen und Druckminderung der Wasserleitung geahndet.

Heute bietet der Nationalpark eher einen trockenen und bizarren Anblick. Doch die Begegnung mit einem kleinen Felsenkänguruh machte den Besuch zu einem Erlebnis, da es keine Scheu zeigte und die Eukalyptusblätter als Futtergabe gern annahm.

Written on Juli 22nd, 2007 , Australien Tags:

Gladstone – Town of 1770 – Bundaberg – Gin Gin 320 Km

Im Jahre 1770 landete Kapitän James Cook an der Ostküste von Australien. Sein eigentlicher Weg führte ihn damals nach Tahiti, wo er astronomische Beobachtungen vornehmenen sollte. Mit seinem Schiff “Endeavour” segelte er weiter zum damaligen “Zeelandia Nova” und fertigte als erster detailierte Karten der Nord- und Südinsel des heutigen Neuseelands an. Am 20. April 1770 sichtete der englische Kapitäin erstmals australisches Land, welches er am 30. April 1770 bei der heutigen “Botany Bay” bei Sydney betrat. Von dort aus segelte er später noch fast 3.000 Km in Richtung Norden. Bei Cairns lief später die “Endeavour” auf ein Riff auf. Während die Besatzung das Schiff wieder hochseetauglich machte, erkundete James Cook das Land an der Ostküste. Sichtlich beeindruckt kehrte er später nach England zurück, um der Krone von einem fruchtbaren Land zu berichten, welches im krassen Gegensatz zu den damaligen bekannten Aussagen der Seefahrer stand: Australien war bisher nur als ödes und wüstenhaftes Land ein Begriff! Es dauerte kein halbes Jahr, als das britische Empire am 22. September 1770 die Ostküste Australiens in ihren Besitz nahm. Seither begann die intensive Besiedlung des 5. Kontinents. Zuerst galt Australien lange Zeit als Deportationsland für Gefangene, welches sich für die Abschiebung von “Kriminellen” anbot. Erst später folgten die “braven” Einwohner des Mutterlands.

Heute gilt Australien als “Schmelztigel” multikultereller Abstammung, denn ein Großteil der Australier hat europäische Vorfahren oder Urahnen aus Asien.

Der Küstenstreifen bei Agnes Water und Town of 1770 lädt zum längeren Verweilen ein, denn lange Sandstrände, ein schöner Nationalpark und ein tolles Lebensflair tragen zum “Wohlfühlgefühl” bei.

Written on Juli 16th, 2007 , Australien

Eungella – Mackay – Rockhampton – Gladstone 654 Km

Vom 12. bis zum 14. Juli hatten wir die Möglichkeit, reale Einblicke in den “Australien Way Of Life” zu bekommen. Während unseres Aufenthalts in Rubyvale erhielten wir von Familie Pardella aus Mackay eine Einladung.  Nachdem wir zwei Tage im Eungella Nationalpark gewandert waren, entschlossen wir uns zu einem Anruf bei der besagten Familie aus Mackay. Wir wußten, es würde uns einen ganz anderen Eindruck von Australien vermitteln, wenn wir einen Einblick in das Leben einer australischen Familie bekommen könnten. Und tatsächlich, unsere Gastgeber Tom und Karen, samt Kinder Kirsty, Christopher und Courtney waren sehr freundlich und empfingen uns mit offenen Armen. Gleich am ersten Tag zeigte uns das Familienoberhaupt “Big Tom” einige sehr sehenswerte Ziele in der Stadt, die wir vermutlich allein nicht entdeckt hätten. In Mackay wurde für viel Geld und mit großen Aufwand ein künstlicher Hafen geschaffen, der heute den Menschen als “Marina” bekannt ist. Es bezeichnet eine der teuersten Wohngegenden von Mackay, in der prächtige Häuser und teure Eigentumswohnungen zu finden sind. Alle verfügen natürlich über einen exklusiven Blick aufs Meer.

Während unserer Tour durch die Stadt fragte uns Tom, was wir denn gern zum Abendessen hätten. Mit einiger Zurückhaltung meinten wir, dass wir seit unserer Zeit in Indonesien keinen frischen Fisch mehr gegessen hätten. Ohne Umschweife steuerte Tom dann einen Fischmarkt an, in dem es alle erdenklichen Meeresfrüchte zu kaufen gab. Als “Snack” kaufte er leckere 1 Kg Schrimps und 6 Kg fangfrischen Fisch. Die Lieblingsbeschäftigung der Australier ist das Grillen, was im Land als “barbie” bezeichnet wird. Dazu gönnen sich dann die Teilnehmer auch gern ein “coldie”, was den liebsten Aggregatzustand australischen Biers kennzeichnet: eiskalt. Der Australier freut sich immer, wenn er Gäste begrüßen kann, weil dann nämlich wieder eine Möglichkeit zum “barbie” gegeben ist. Tom meinte, wer dieses Haus hungrig verlässt, ist selbst daran schuld.

Am nächsten Tag fuhren uns Tom und Karen mit ihrem Auto durch die Umgebung von Mackay. Ihnen bereitete es sehr viel Freude, uns die schönen und sehenswerten Ziele zeigen zu können. So erhielten wir einen sehr guten Einblick in die Zuckerrohrernte. In der Region von Proserpine bis Mackay fährt man hunderte von Kilometern durch dichte Zuckerrohrplantagen, die in dieser Region unzählige Familen ernähren. Der Rohrzucker wächst mehrere Meter in den Himmel und bildet kurz vor der Erntezeit einen wunderschönen Blütenteppich. Wenn es soweit ist, werden die Felder mit gewaltigen Erntemaschinen binnen kurzer Zeit abgeerntet. Das zerhäckselte Zuckerrohr geht dann über ein gewaltiges Schienennetz per Bahn in die größte Zuckerfabrik der südlichen Hemisphäre in Mackay. Auch hier gewannen wir einen Einblick, denn Tom zeigte uns auch einen kleinen Teil der Fabrik und wußte uns einiges über den Verarbeitungsprozess zu berichten.

Später fuhren wir gemeinsam nach “Hay Point”, einem der größten Verladehäfen Australiens für Kohle. Über zwei Kilometer lange Kohlezüge werden von drei Diesellokomotiven am Anfang des Zuges und weiteren zwei Lokomotiven in der Mitte gezogen und kommen mehrmals (!) täglich am Verladebahnhof an. Dort wird die Kohle über einen 3,8 km langen Pier zu den Frachtern befördert. Insgesamt warten bei “Hay Point” täglich 50 (!) Frachtschiffe, die die Kohle hauptsächlich nach China und Japan verschiffen. Welch ungeheuren Ernergiebedarf muss das Reich der Mitte haben, dass täglich so viele Frachter die Kohle verschiffen?

Zum Abschluss des Nachmittags hatte sich Tom und Karen noch eine kleine Überraschung einfallen lassen. Ihr Sohn Christopher und ihre Tochter Courtney durften uns in ihrem Go-Kart durch die Zuckerrohrfelder fahren. Christopher ist ein “manic driver”, der hohe Geschwindigkeiten und enge Feldwege nicht scheut! Es ist ein tolles Gefühl, mit 65 km/h durch die engen Wege der Felder zu fahren. Auch Caro hatte ihren Spaß, als Christopher das Go-Kart versehentlich durch ein Schlammloch navigierte… Nur gut, dass uns Karen gleich noch einen kostenlosen Waschservice anbot.

Für uns war es eine sehr schöne Erfahrung, einen Einblick in den australischen Lebensweg zu bekommen. Es freute uns noch viel mehr, dass sich Tom und Karen ebenso über unseren Besuch bedankten und viel Interesse an unserer Reise und unser Leben in Deutschland zeigten. Uns hat die Zeit bei dieser Familie gezeigt, dass das Leben in Australien ganz andere Wege geht als bei uns in Deutschland. Hier haben Mütter und Väter viel mehr Zeit für ihre Kinder, von denen es zahllose in Australien gibt. Man kann sagen, dass die Bewohner Australiens eine unkomplizierte Lebensart geniessen, die uns Deutschen seit Jahren verloren gegangen ist!

Written on Juli 15th, 2007 , Australien

Giru – Conway Beach – Proserpine – Eungella 608 Km

Auf dem Weg durch die Whitsundays sind wir im “Land der treibenden Wolken” angekommen, wie die Aborigines die Landschaft, rund 80 km westlich von Mackay, nennen.

Die Whitsundays bezeichnet die Region zwischen Sarina und Airlie Beach. Sie gehört zu den am schnellsten wachsenden Touristenregionen ganz Australiens. Kein Wunder, denn tiefblaues Meer, azurblauer Himmel, weiße Sandstrände und tiefe Wälder ziehen Jahr für Jahr unzählige Gäste aus aller Herren Länder an. Die 74 vorgelagerten Inseln der Küstenregion sind zumeist unbewohnt und gehören zum großen Nationalpark der Whitsundays. Inzwischen beginnt die Tourismusindustrie schneller und schneller zu wachsen. Es entstehen künstliche Häfen, die teuren und großen Segelschiffen und Yachten als Ankerplatz bei Shute Harbour dienen. Airlie Beach ist das quierlige Zentrum der Whitsundays. Hier befinden sich Pubs, Hotels, Campingplätze, Restaurants und teure Luxusresorts. Viele Reiseagenturen bieten Eintages- und Mehrtagestouren in die Inselwelt der Whitsundays an. Als Highlight gilt sicherlich ein Mehrtagestourn mit einem Segelboot, der allerdings mit 349,- AUD nicht ganz billig ist. Bei Conway Beach fanden wir einen schönen Campingplatz, der einen direkten Zugang zum langen Strand bietet. Bei Ebbe wirkt der Conway Beach wie ein riesiges Wattland an der Nordsee.

Proserpine galt einst als Ausgangsort für Besuche von Whitsundays Islands. Inzwischen hat aber Airlie Beach der Stadt den Rang abgelaufen. Proserpine repräsentiert heute die Hochburg der Zuckerindustrie. Hier steht eine der modernsten Zuckerfabriken der südlichen Hemisphäre. Während der Erntezeit zwischen Juli und Dezember liefern die Zuckerzüge Unmengen an Zuckerrohr an, das hier verarbeitet und als Rohrzucker in alle Welt exportiert wird. Im Bezirk der Whitsundays fährt man hunderte Kilometer mit dem Auto durch dichte Zuckerrohrplantagen, die scheinbar jedes freie Felt einnehmen. Manchmal kann man die Auswirkungen von übermäßigen Zuckerkonsum bei den lokalen Einwohnern erkennen, der sich im schlechten Zustand der Zähne wiederspiegelt.

Eungella (ausgesprochen Young-g´lah) ist ein Ausdruck der Aborigines und bedeutet soviel wie “Land der treibenden Wolken”. Das gleichnamige Örtchen dient als Ausgangspunkt für Wanderungen im “Eungella National Park”, dessen Gesamtfläche fast 500 km² umfasst. Nur ein kleiner Teil des Parks kann auf Wanderwegen erkundet werden, die aber eine Gesamtlänge von knapp 30 km einnehmen. In den Flüssen des Parks kann man wohl eines der merkwürdigsten Tiere Australiens beobachten, das Schnabeltier. Es handelt sich bei diesen Tier um einen Säuger mit Pelz und entenähnlichen Schnabel, Schwimmhäute zwischen den Zehen und einen biberähnlichen Schwanz. Obwohl das Weibchen Eier legt, säugt es später doch seine Jungen.

Written on Juli 10th, 2007 , Australien Tags:

Richmond – Charters Towers – Giru 557 Km

Schneller als gedacht haben wir wieder die Ostküste bei Townsville erreicht. Von nun ab geht es wieder Richtung Süden, wo wir am 8. August in Sydney das Auto abgeben müssen. Doch bis dahin verbleibt noch einiges an Zeit, die wir natürlich an der Ostküste auskosten möchten.

Von Richmond aus fuhren wir nach Charters Towers. Das Outback lag nun hinter uns und wir waren froh, wieder mehr Menschen und Autos zu Gesicht zu bekommen. In Charters Towers legten wir eine Pause ein, um uns zwei Tage von der Fahrt durch die Leere Australiens zu erholen. Manchmal kann auch Urlaub sehr anstrengend sein! Charters Towers war einst als blühende “Outbackmetropole” bekannt. Noch heute versprüht die Stadt den Charme alter Tage. Die schön sanierte Altstadt mit ihren kleinen Einkaufsläden, Cafés, Restaurants und Hotels lädt zu einem Spaziergang ein. Die Stadt erlebte einst “goldene Tage”, da in der Region bereits seit 1871 nach Gold gegraben wurde. Damals blühte die Stadt auf und erreichte einen regelrechten Goldrausch. Heute ist davon nichts mehr zu erkennen, denn bereits im Jahre 1926 stellte die letzte Goldmine ihren Betrieb ein.

Einige hunderte Kilometer weiter fuhren wir dann über Townsville Richtung Süden. Bei Giru fanden wir einen sehr schön gelegenen Campingplatz. Der “Mountain View Lake Holiday Park” wurde vor 15 Jahren von einem Deutschen errichtet, der nach dem Krieg von Schwerin in Ostdeutschland nach Hamburg in Westdeutschland flüchtete. Von hier aus setzte er 1952 mit dem Schiff nach Australien über, wobei ihn seine 4-wöchige Reise über Madrid und Kapstadt nach Perth führte. Mit nicht mehr als 200 Zigaretten in der Tasche und erlaubten 20 Kg Gepäck erreichte er den fünften Kontinet. Sein erstes Geld verdiente er mit dem Verkauf der Zigaretten, die ihn den 10-fachen Einkaufswert einbrachten. Er gelangte in ein australisches Flüchtlings- und Auffanglager, von wo aus er später auf eine Schaffarm kam, um dort sein neues australisches Leben zu beginnen. Mit dem Campingplatz hat der alte Schweriner vermutlich seinen letzten großen Traum erfüllt, denn sein angelegter Bushtrack führt in den “Bowling Green Bay National Park”, in den er bis vor zwei Jahren noch zweimal täglich Schulklassen führte. Wir hingegen entschlossen uns zur Selbsterkundung des ca. 10 Kilometer langen Wanderweges durch den Busch. Wir verbrachten gut 5 Stunden im Park und fanden beim “Black Rock” eine wunderschöne Schlucht, in der sich das Wasser des “Palm Creek” über mehrere Etagen in die Tiefe stürzt.

Written on Juli 6th, 2007 , Australien Tags:

Mt. Isa – Richmond 407 Km

Nun haben wir den Weg Richtung Küste eingeschlagen, denn wir wollen spätestens in einer Woche Townsville erreicht haben.

Gestern Abend machten wir Rast in Richmond und wir entschlossen uns zu einem “Over-Stay” in dem kleinen 800-Seelenort, da es hier ein interessantes Museum zu sehen gibt. Es handelt sich um den “Kronosaurus Korner” (Eintritt 8 – 12 AUD), in dem man viele fossile Funde aus der Vergangenheit bestaunen kann.

Vor mehr als 100 Millionen Jahren war ein Großteil von Queensland, New South Wales und South Australia Teil eines gigantischen Inlandsees. Zirka 25 Millionen Jahre bedeckte dieser See weite Teile des heutigen Australiens. Erst mit dem Absenken des Meeresspiegels verschwand dieser See und hinterließ das heute bekannte “Great Artesian Basin”. Das größte lebende Wasserreptil war der “Kronsosaurus Queenslandicus”. Ihm war es möglich, alle möglichen Lebewesen des Meeres zu verspeisen. Sein gewaltiger Kopf maß eine Länge von 2 Metern und war damit größer als der eines T-Rex, dem größten Landräuber der Urzeit. Mit einer Gesamtlänge von 12,8 m ist das Skelett des im Jahre 1930 gefundenen Kronosaurus das größte der Welt. Eine Nachbildung des urzeitlichen Räubers steht vor dem Museum. Weiterhin beherbergt das Museum ein Skelett des “Richmond Pilosaur”, welches eine Gesamtlänge von 4,25 m aufweist. Es gilt als das best erhaltenste Fossil weltweit.

Written on Juli 2nd, 2007 , Australien

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