Phnom Penh

Strassenszene

Hauptstadt Kambodschas

Von einer Hauptstadt erwartet man sicherlich mehr. Phnom Penh ist keine dieser typischen Städte, die mit großen Sehenswürdigkeiten auftrumpft. Noch immer führen staubige Hauptstraßen durch die Stadt und abbruchreife Häuserfassaden tragen nicht gerade zu einem modernen Stadtbild bei. Doch inzwischen ist der Aufschwung kaum noch zu übersehen. An vielen Stellen wird gebaut und neue Einkaufsmöglichkeiten und Hotels entstehen. Die Jugend trägt maßgeblich dazu bei, dass Phnom Penh ein weltoffenes Aussehen erhält. Die kleinen verwinkelten Gassen beherbergen noch das typische asiatische Leben, in denen man das ursprüngliche Kambodscha finden kann. 

Der Reiz der Stadt liegt wohl darin, dass sie sich noch immer ihren provinziellen Charakter bewahrt hat. Noch ist Phnom Penh einen ganzen Weg weit entfernt, ein Großstadtmoloch wie Bangkok und dergleichen zu sein. 

Trotz seiner kurzen Geschichte, hat Phnom Penh schon etliche Höhen und Tiefen erlebt. Zuvor als eine der schönsten und modernsten Städte Südostasiens bekannt, mutierte die Stadt unter Lon Nol (Begründer der Khmer Republik 1970 - 1975) zu einem riesigen Flüchtlingslager und später unter Pol Pot und seinen Anhängern zu einer Geisterstadt. Quasi über Nacht vertrieben die Schergen um die Roten Khmer die 2 Millionen Einwohner der Stadt aufs Land. Ihr Gedanke galt der bedingungslosen Errichtung eines Agrarstaates ohne Intellektuelle und Religion. Erst 1992 tauchten in der Hauptstadt Kambodschas die Soldaten der UNO als Blauhelme auf. Ihr Geld und ihre Anwesenheit trugen dazu bei, dass Phnom Penh seither wieder zu einer wohlhabenden Stadt geworden ist, die sich von der armen Provinz abhebt. Die Überreste aus der Kolonialzeit der Franzosen sind unübersehbar. Viele Villen, großzügig angelegte Parks und Boulevards zeugen von einer beeindruckenden Epoche.

An dieser Stelle noch einige Tipps: Eine Stadtbesichtigung durch die Stadt sollte unbedingt am Königspalast vorbeiführen. Weit über die nationalen Grenzen hinaus symbolisiert dieser Ort die wieder auferstandene Monarchie, die Kambodscha in eine friedliche zukunft führen soll. Das Areal beherbergt neben einigen eindrucksvollen Tempeln und Ausstellungsstücken der königlichen Familie auch die Silver Pagoda, die für die Öffentlichkeit ebenfalls zugänglich ist. Besuchen kann man den Königspalast täglich (außer Montag) in der Zeit von 7.30 - 11.30 und 14.00 - 17.00 Uhr. Der Eintritt beträgt 3 US$, für Kamera werden nochmals 2 US$ und für Video 5 US$ fällig. Achtung: Auf angemessene Kleidung achten! (bedeckte Knie und Schultern)

Eine Besichtigung der ganz anderen Art stellt das Killing Field dar. Während der Herrschaft der Ultra-Kommunisten unter Leitung von Pol Pot wurden allein in der Umgebung von Phnom Penh am Chheung Ek mehr als 17.000 Menschen hingerichtet. Heute ist Chheung Ek ein mystischer Ort, an dem nur die Fremdenführer zu hören sind. Die meisten Besucher schweigen, während sie das Areal besuchen. Auf dem Gelände befanden sich etliche Massengräber, in denen die Opfer zu Hunderten vergraben wurden. Das größte Massengrab war mit 450 Leichen gefüllt! Eine Gedenkhalle beherbergt die Überreste von unzähligen Menschen und gilt als Mahnmal für diese blutige Zeit im Land. Der Eintritt beträgt 2 US$.

Wer die Stadtbesichtigung auf die angenehme Art und Weise durchführen möchte, kann sich ein Tuk Tuk samt Fahrer für einen Tag für 10 bis 15 US$ mieten.