Angkor

Karte Kambodscha

Angkor Wat

Der größte und berühmteste Tempel liegt im gewaltigsten Tempelkomplex der Welt. Dabei ist Angkor Wat nur einer der unzähligen Bauten im Territorium der Khmer Könige. Um 1150 unserer Zeit erlebte das alte Khmer-Königreich seinen Höhepunkt. Die damalige Stadt Angkor galt zu seiner Zeit als die größte Stadt der Welt. Unzählige Menschen lebten und arbeiteten in den Tempelkomplexen. Heute zählt Angkor zu einer der weltweit bekanntesten Sehenswürdigkeiten. Unzählige Touristen pilgern nach Kambodscha, um sich einen Eindruck von der architektonischen Meisterleistung der Khmer zu verschaffen.

Einst galt die Stadt als versunken und vergessen. 600 Jahre lang war das Gebiet um Angkor praktisch vom Dschungel überwuchert, und auch heute noch tut der Dschungel viel daran, sich Teile der freigelegten Stadt zurückzufordern. In den Wirren des Krieges und zu Zeiten des Pol Pot Regims wurden die Tempelanlagen als Rückzugsgebiet und militärische Sperrzone verwendet. Etliche Teile des gewaltigen Areals waren und sind es vielleicht immer noch vermint. Obwohl viel gegen die Landminen getan wurde, gibt es teilweise immer noch Warnungen die darauf hindeuten, dass abgesteckte Wege und Pfade nicht verlassen werden sollten. Ein trauriges Vermächtnis der blutigen Pol Pot Zeit im 20. Jahrhundert!

Trotzdem darf gesagt werden, dass Angkor heute unbedingt eine Reise wert ist. Obwohl der Eintritt zu den Tempelanlagen nicht ganz kostengünstig ist (ein Dreitage-Ticket kostete 2004 40,- US$ - unbedingt an zwei Passbilder denken), sollte man sich unbedingt die Zeit und das Geld für diesen Ort aufsparen. Meiner Meinung nach war das im Jahr 2004 unser Höhepunkt der Asienreise.

An unzähligen Tempelanlagen kann man noch immer die Spuren der Zeit erkennen. Der Ort lebt und atmet den Dschungel, so dass an einigen Stellen noch heute Tempel zerbröckeln, weil üppig wuchernde Bäume ihren Weg durch das Mauerwerk suchen. 

Als Inbegriff von Angkor gilt der gleichnamige Tempel Angkor Wat, der im 11. Jahrhundert vom Gottkönig Suyarvarman erbaut wurde. Er ist dem hinduistischen Gott Vishnu geweiht und dient zugleich auch als Heiligtum und Grabstätte für Suyarvarman selbst. Die Khmer betrachteten sich als irdische Inkarnation von Vishnu. Dabei galt Angkor Wat als eine Art himmlischer Palast, in dem sich der Geist der Könige aufhalten konnte.

Als der Krieg 1973 eskalierte, zwang man französische Archäologen, die Angkor Wat beaufsichtigten, die Tempelanlage zu verlassen. Der gesamte Tempelkomplex diente den Roten Khmer als Versteck. Noch heute kann man an den Tempelanlagen Einschusslöcher erkennen. Erst nach über 20 Jahren, also in den 1990er-Jahren konnte mit der Restaurierung und Entminung der Tempelanlagen begonnen werden. Zeitgleich gab es immer öfter finanzielle Probleme, die die Restaurierung zeitweise zum Stillstand brachten.

Heute kann man nur hoffen, dass die Eintrittsgelder auch für den Erhalt der Tempelanlagen eingesetzt werden, wobei aber die unzähligen Bau- und Werterhaltungsmaßnahmen eine positive Antwort geben!