Beiträge zum Stichwort »Neuseeland«

Dienstag, 09. Oktober 2007

Zurück in Auckland

Thames - Manukau - Auckland 152 km

Nun sind wir wieder zurück in Auckland. Nach 62 Tagen und 9.046 km auf den Straßen der Nord- und Südinsel hat unsere Reise durch Neuseeland ein Ende gefunden. Es war eine sehr abwechslungsreiche, wenn auch manchmal verregnete Zeit. Das Land hat uns gut gefallen. Durch den offenen Kontakt zu den Kiwis konnten wir sehr viele Eindrücke sammeln und einiges über die Lebensmentalität der Leute in Erfahrung bringen. Sicherlich war der Partybesuch bei Anns Geburtstag der Höhepunkt unserer Neuseelanderfahrungen. Nun lassen wir die verbleibende Reisezeit in der City Garden Lodge ausklingen. Irgendwie verschlägt es hierher zumeist deutschsprachige Leute, doch das tut der Stimmung keinen Abbruch. Die Leute vermitteln einen das Gefühl einer großen Familie und der Backpacker tut einiges dazu, dass man sich in der Tat fast heimisch fühlt.

Wir sind gespannt auf Südafrika. Schon bald werden wir im Flieger sitzen, um uns dann wieder in einer ganz anderen Welt vorzufinden.

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Sonntag, 07. Oktober 2007

Coromandel-Halbinsel

Cathedral Cove

Ohope Beach - Waihi Beach - Hahai - Coromandel - Thames 489 km

Coromandel, schon der Name klingt exotisch. In der Tat erinnerte uns die 80 km lange Halbinsel sehr an vergangene Tage in Indonesien. Kein Wunder, denn auch Coromandel ist vulkanischen Ursprungs. So sind an einigen Küstenabschnitten deutliche Spuren vulkanischer Aktivität erkennbar. Einst bedeckte mächtiger Kauriwald die Halbinsel, doch 150 Jahre Siedlungsgeschichte reichten aus, um das begehrte Holz zu schlagen. Der Kahlschlag nahm extreme Formen an, so dass heute nur noch winzige Restbestände des Primärurwaldes vorhanden sind. Während des 2. Weltkrieges sollten dann auch noch die letzten dieser Bäume geschlagen werden, doch eine Initiative lokaler Einwohner stemmte sich mit aller Macht gegen dieses Vorhaben. Diesen Menschen ist es zu verdanken, dass an der "309" Road die "Kauri Grove" der Nachwelt erhalten blieb.

Die 309 Road war die erste Verbindungsachse von der Ost- zur Westküste Coromandels. Ein hartes Stück Pionierarbeit war nötig, um die Straße in den Fels zu schlagen. Sie verkürzt den Weg nach Coromandel Town um einige Kilometer. Früher galt das kleine Städtchen neben Thames als pulsierende Metropole Coromandels. Einst lebten hier über 7.000 Menschen, die hauptsächlich von der Waltwirtschaft und vom Gold angezogen wurden. Heute hingegen ist von diesem Rausch nicht mehr viel geblieben. Lediglich die schönen alten Holzhäuser zeugen von der kolonialen Vergangenheit, und verleihen Coromandel Town einen anheimelnden Charakter. Folgt man der Straße von Coromandel Town weiter nördlich, so gelangt man nach einigen Kilometern nach Colville, einer kleinen Siedlung, die etwas von der letzten Bastion auf dieser Halbinsel hat. Hier gibt es das nördlichste Café und die letzte Tankstelle. Eine unbefestigte Straße führt noch einige Kilometer weiter nördlich zum äußersten Zipfel der Halbinsel, doch leider verbieten alle Autovermieter die Straßen nördlich von Colville. Warum? Keine Ahnung! Vielleicht sollten wir bei JUCY-Rentals mal nachfragen. Auf jeden Fall ist Colville interessant, denn viele "Aussteiger" und Ruhesuchende haben sich hier in Communities zusammengefunden. Einige suchen den Weg zurück zur Natur, was hauptsächlich an der ökologischen Landwirtschaft zu erkennen ist. Andere hingegen ziehen sich in Meditation- und Glaubensgemeinschaften zurück. So findet man bei Colville ein buddhistisches Zentrum mit eigener Stupa! 

Die große Hauptattraktion Coromandels ist ganz sicher die bekannte Cathedral Cove, die im gleichnamigen Schutzreservat an der Ostküste der Halbinsel zu finden ist. Ein schöner aber auch anstrengender Wanderweg führte uns zum wunderschönen Sandstrand. Wind- und Wassererosion haben die Felsen der Küste deutlich geformt und an einigen Stellen Höhlen und Durchgänge geschaffen. So gelangt man bei der Cathedral Cove von einer schönen Bucht zur nächsten, wenn man den natürlich geschaffenen Durchgang im Felsen benutzt.

In Thames trafen wir auf einem Campingplatz auf einen deutschen Aussteiger, der nach viel Träumerei seine Segel in Deuitschland gestrichen hatte. Aus einem Dreimonatsvisum ist inzwischen ein 10-monatiger Aufenthalt mit fester Anstellung als Schreiner geworden. Wir führten ein sehr interessantes Gespräch mit ihm, was uns einige Dinge von Neuseelands Wirtschaft in ein ganz anderes Licht rückte!

Schon bald werden wir in Auckland unsere geliebte JUCY abgeben müssen. Südafrika steht vor der Tür und somit die letzte Station unserer Round-The-World Reise. 

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Mittwoch, 03. Oktober 2007

Im Osten geht die Sonne auf

East Cape

Hastings - Gisborn - Te Araroa - Ohope Beach 746 km

Das Eastland ist die Heimat der Maori und der Ort Neuseelands, dessen Land von den ersten Sonnenstrahlen des neuen Tages wachgegüsst wird. Das East Cape ist der östlichste Zipfel des Landes, deren Spitze von einem weißen Leuchtturm geziert wird. Normalerweise kann man das East Cape Lighthouse über 700 Stufen erklimmen, doch der Zugang zum Leuchtturm erfolgt über privates Farmland, so dass uns der Zutritt leider versperrt blieb.

Die Region Eastland ist eine der einsamsten Gegenden Neuseelands. Hier gibt es weder große Städte oder nennenswerte Siedlungen. Hin und wieder schmiegen sich die kleinen Küstendörfer in Buchten und an sagenhafte Strände, der größte Teil des Kaps hingegen ist menschenleer. Bereits in Gisborn oder Opotiki kann der Reisende zwischen zwei Routen wählen. Highway 2 führt auf dem direktesten Weg ans Ziel, der Highway 35 hingegen schlängelt sich auf 343 km um das Kap und erschließt damit die gesamte Region. Zeugnisse längst vergangener Tage findet man in Whangara und der Tokomaru Bay. Einst waren diese Ortschaften blühende Handelszentren, dessen alte Lagerschuppen und weit auf das Meer hinausreichende Pier letzte stille Hinweise jener Zeit sind. Bei Te Araroa zweigt die East Cape Road zum östlichsten Punkt Neuseelands ab. Die kurvenreiche Straße führt direkt an der Küste entlang und bietet grandiose Ausblicke auf die Weiten des Ozeans. An einigen Stellen hingegen ist äußerste Vorsicht auf dieser Straße geboten, denn herabstürzende Wasserfälle führen manchmal zu Erdrutschen, wenn nicht gerade das Meer die Küstenstraße gierig verschlingt! Trotzdem lohnt sich ein Ausflug, schon allein wegen des Anblicks der spektakulären Küstenlinie. Die angeschlagenen Warnungen sollte man aber unbedingt berücksichtigen, denn Leichtsinn wird an diesem Ort ganz sicher bestraft!

Erschöpft und beeindruckt kehrten wir dann in den einzigen verzeichneten Holiday Park des Ostkaps ein, auf deren Gelände sich auch das kleinste Kino des Landes befindet. Sicherlich hat dieser Campingplatz schon bessere Zeiten erlebt, doch Bauaktivitäten zeugen von der Modernisierung der Anlage. Glücklicherweise hatte uns das gute Wetter bis zum Abend hin begleitet, denn erst in der Nacht setzte starker Regen ein, der bis zum nächsten Morgen anhalten sollte. Der Anblick der hier existierenden Maori-Community löste großes Erstaunen bei uns aus. Zumeist wirken die Maori wie "Stämme in der Brandung", deren Gesichtstätovierungen wie eine Kriegsansage anmuten. Hinter dieser Fassade verbirgt sich aber meist ein freundliches Wesen, welches uns auf diesem Campingplatz mehrfach entgegengebracht wurde.   

Inzwischen haben wir das Kap bei strahlenden Sonnenschein umrundet und befinden uns auf dem Rückweg nach Aukland. Unsere verbleibende Camperzeit werden wir wohl auf der Coromandel Halbinsel verbringen, ehe wir das Auto in Aukland abgeben werden.    

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Sonntag, 30. September 2007

Cape Palliser und Birthday Party

Cape Palliser Leuchtturm

Wellington - Upper Hutt - Hastings 621 km

Raue See und hohe Wellen bewirken schwankende Momente, von denen wir reichlich auf unserer Fährüberfahrt von Picton nach Wellington hatten. Die Cook-Straße befand sich in heller Aufruhr, so dass einige Gäste der Fähre mit der Seekrankheit zu kämpfen hatten. Beeindruckend war die Kraft der Wellen, die das Schiff tosend und aufschäumend auf und ab tanzen ließen. Selbst im Freien auf dem Oberdeck spürte man die Wucht des Wassers, welches in sprühenden Fontänen über das Schiff schwappte. Ein echtes Erlebnis! Trotzdem war es ein gutes Gefühl, nach verlängerter Fährüberfahrt in Wellington anzukommen.

Wir entschieden uns für den direkten Weg nach Upper Hutt, einem Vorort von Wellington, da wir der Einladung der neuseeländischen Familie gern folgen wollten. Der Zufall wollte es, dass der australische Familienvater aus Mackay, dessen Familie wir während unseres Aufenthalts in Australien besuchten, eine Schwester hat, die seit 26 Jahren in Neuseeland lebt und arbeitet. So erhielten wir bereits in Australien die Einladung, die wir nun gern annehmen wollten. Bereits von Picton aus nahmen wir mit Ann Kontakt auf und wußten, dass sie ihren Geburtstag feiern würde. Welch ein Zufall! Also eine Geburtstagsparty mit ganz vielen Gästen. Eine "organisch" gewachsene Topfpflanze im "Brown Bag" (Pilztüte) samt Schleife aus asiatischer "Wunderwickelschnur" eröffnete uns den Eintritt zu einer kunterbunten Party voller wildfremder Menschen. Ganz sicher waren wir an dem Abend die interessantesten Gäste, denn die Fragen der Partybesucher wollten nicht abreißen. Wir hatten einen sehr schönen Abend und eine wundervolle Feier, die uns mit reichlich Unterhaltung und viel Bier "serviert" wurde. Eine schöne Einladung!

Bereits am Freitag unternahmen wir einen Abstecher zum Cape Palliser, welches den südlichsten Punkt der Nordinsel markiert. Die Anfahrt zum Kap erfolgt von Upper Hutt aus über die Rimutaka Range. Der Highway 2 schlängelt sich in zahlreichen Kurven über den 555 Meter hohen Pass. Von Featherston aus zweigt der Highway 53 nach Martinborough und zum Cape Palliser ab. Die letzten Kilometer zum Kap führen durch eine landschaftlich sehr abwechslungsreiche Gegend. Die Küste wirkt mit ihren bizarren Felsen, die durch die wilde Brandung geformt werden, sehr rau und schroff. Die oft meterhohen Wellen sind ein Paradies für Surfer, die sich insbesondere an den Wochenenden hier einfinden. An der Spitze des Cape Palliser dominiert ein Leuchtturm die Szenerie. Eine abenteuerliche Schotterpiste ist die einzige Verbindungsstraße. Insbesondere bei Sturm und aufgewühlter See ist diese Anfahrtsstraße nicht zu unterschätzen. Nach 220 Treppenstufen erreichten wir den Fuß des Leuchtturms und hatten eine wundervolle Aussicht auf die Küste des Cape Palliser und konnten sogar die Gipfel der Berge der Südinsel erblicken.     

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Mittwoch, 26. September 2007

Goodbye South Island

Anakiwa Strandwanderung

Kaikoura - Blenheim - Richmond - Picton 576 km

Nach 30 Tagen und 4.768 km auf der Südinsel ist es nun an der Zeit Abschied zu nehmen. Allerdings noch nicht ganz. Morgen werden wir erst einmal mit der Bluebridge Fähre zur Nordinsel übersetzen. Es verbleiben uns dann noch 2 Wochen in Neuseeland, ehe wir zu unserer letzten Station der Round-The-World Reise aufbrechen werden. Südafrika ist inzwischen schon ganz nah, obwohl es vor 38 Wochen noch ganz fern schien...

Schade, doch leider wurde unsere Erkundung von Neuseelands Südinsel zu oft von Regen und wechselhaften Wetter begleitet. So konnten wir an der Westküste nur einen Sonnentag erleben. Und trotzdem war es eine schöne Zeit. Die Südinsel Neuseelands ist ein unglaubliches Stück Land auf unserer Erde. Hier liegt alles so dicht beeinander, doch selbst ein Monat ist viel zu kurz, um die Insel tatsächlich zu erkunden. Trotzdem können wir sagen, dass wir ein großes Stück Neuseeland in unser Herz geschlossen haben. Die Vielfalt der Natur, die Abwechslung von hohen Bergen, Gletschern, Bergseen, dichten Urwäldern, einsamen Buchten, goldgelben Stränden und rauer Küste wirken so faszinierend, dass der Abschied eigentlich viel zu zeitig kommt. 

Wir freuen uns auf die verbleibende Zeit auf der Nordinsel. Morgen werden wir einer Einladung in Wellington folgen und eine neuseeländische Geburtstagsfeier miterleben. Anschließend werden wir wohl an der Ostküste entlang zur Coromandel Halbinsel fahren.    

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Donnerstag, 20. September 2007

Rasante Autorennen und entspannte Seelöwen

Seelöwe

Akaroa - Hanmer Springs - Kaikoura 558 km

In Akaroa hatten wir einige nette Tage verbracht. Nachdem uns am ersten Tag das Wetter einen Strich durch unsere Rechnung machte, entschlossen wir uns noch einen weiteren Tag zu bleiben, um die Banks-Halbinsel zu erkunden. Der Entschluss hatte sich wirklich gelohnt. Hier gibt es so viel zu sehen und schöne Wanderwege erschließen die Halbinsel, so dass wir die Zeit richtig genießen konnten. Am Campingplatz in Akaroa trafen wir zwei junge Deutsche, die seit zwei Wochen in Neuseeland sind. Mit einem Work & Holiday Visa wollen sie für sieben Monate in Neuseeland bleiben, ehe sie anschließend nach Südostasien reisen möchten. Wir verplauderten unsere Zeit und hatten einen gemütlichen Abend. Wir wünschen den beiden alles Gute auf ihrer Erfahrungsreise im Kiwiland.

Nachdem wir in Akaroa unsere Zelte abgebaut hatten, entschlossen wir uns nach Hanmer zu fahren. Der kleine Ort ist durch seine Thermalquellen bekannt geworden. Im Jahre 1859 wurden die Quellen entdeckt und knapp 30 Jahre später wurde das erste Badehaus in Hanmer errichtet. Seitdem wurde das Thermalwasser für therapeutische Zwecke genutzt und später wurden hier während der beiden Weltkriege Soldaten in einem großen Rehabilitationszentrum behandelt. Heute lassen sich hier die Touristen so richtig verwöhnen.

Auch Neuseeland hält rasante und unerwartete Ereignisse parat. Nachdem wir Akaroa verlassen hatten und auf dem Weg nach Hanmer waren, da wurden wir Zeuge einer wilden Verfolgungsjagd auf offener Straße! Im Augenwinkel nahm ich einen Schatten war und einen Bruchteil einer Sekunde später raste ein Auto an uns vorbei, um in wilder Manier vor uns einzuscheren. Der nächste Hügel ließ das Fahrzeug mehrere Meter in der Luft fliegen. Zwei Sekunden später folgte ein Polizeiwagen in Zivil. Ob sie den Raser stellen konnten, keine Ahnung! Jedenfalls waren später einige wichtige Straßen mit Polizeiposten bestellt. Der absolute Wahnsinn!

Seit gestern sind wir in Kaikoura. Das Örtchen ist für seine Wale bekannt, die man aus der Luft, vom Wasser oder vom Land aus beobachten kann. Leider konnten wir keine Schwanzflossen sichten, dafür hatten wir an der Seelöwenkolonie auf der Kaikoura-Halbinsel Glück und konnte einige faule Meeresbewohner sichten, die sich auf den Steinen in der Mittagssonne ausruhten. Nur drei Meter vor uns lag ein riesiges Tier, dass sich durch unsere Anwesenheit nicht stören ließ.   

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Samstag, 15. September 2007

Hang Over und Ruhepausen

Lake Tekapo

Dunedin - Oamaru - Fairlie - Akaroa 868 km

Seit mehr als einem Monat sind wir nun "On the Road" Neuseeland. Inzwischen sind wir etwas müde geworden. Ja, auch Reisen kann anstrengend sein! Folglich brauchten wir eine Ruhepause von dem rastlosen Reisen, die wir uns in Fairlie gönnten. Es klingt märchenhaft, doch eigentlich handelt es sich mehr um ein verträumtes Kaff im südlichen Canterburry.

Als eine Art "Überflutung der Sinne" entpuppt sich die Bergstraße von Kuwaru über Mt. Cook, Lake Pukaki nach Fairlie. Die verschiedenen Bergseen der Region spiegeln bei klarer Sicht und Windstille vorbildlich das Gebirgsmassiv der Südalpen wider. Die Aussicht ist so grandios, dass unbeschreibliche Gefühlswallungen den Körper erfassen. Bei so viel schöner Aussicht wird selbst das stärkste Reiseherz müde... Wegen Reizüberflutung geschlossen... Kein Wunder, dass wir Ruhe brauchten.

Das Gebiet bei Fairlie ist bekannt unter dem Namen "Mackenzie Country", dass nach dem Viedieb James Mackenzie benannt wurde. Er galt als der größte Viehdieb Neuseelands. Mit seinen zusammengestohlenen Viehherden hielt er sich jahrelang in dem Gebiet versteckt. Schließlich machte er die Gegend so bekannt, dass sie für weiße Siedler interessant wurde, die mit unzähligen Schaffarmen die Landschaft prägten. Heute kann man den "Exportschlager" Schaf überall millionenfach auf den zwei Hauptinseln finden. Neben der Schafzucht spielt die Wasserkraft eine große Rolle im Mackenzie Country. Unzählige Wasserkanäle speisen Kraftwerke, die einen Großteil des Energiebedarfs Neuseelands decken.

Inzwischen sind wir nach Akaroa weitergefahren, was auf der Banks-Halbinsel bei Christchurch zu finden ist. Zwei riesige erodierte Vulkankrater bilden diese Halbinsel. Wunderschön gelegen findet man die herrlichen Naturhäfen Lyttelton und Akaroa. Viele einsame Buchten und Strände laden zu ausgiebigen Wanderungen ein. Vermutlich werden wir unsere Zeit auf der Halbinsel ausdehnen, da sie auf uns einen angenehmen Hauch von Ruhe und Geborgenheit vermittelt. 

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Montag, 10. September 2007

Von Bluff auf der Southern Scenic Route

Nugget Point

Milford Sound - Invercargill - Bluff - Dunedin 578 km

Auf der Southern Scenic Route schlugen wir den Weg nach Bluff ein, einem eher kleinen und unbedeutenden Ort an der Südspitze der Südinsel Neuseelands. Bekannt wurde der Flecken eigentlich nur durch seine riesigen Austern und durch die Fähre nach Steward Island, der dritten großen Hauptinsel Neuseelands. Wir versuchten vom Bluff Hill einen Rundblick auf die Küste und Steward Island zu erhaschen, jedoch war uns an dem Tag keine gute Sicht vergönnt. Schade das wir nicht vorab unserer Planungen Steward Island in unsere Reisepläne aufgegriffen hatten, denn ein Trip auf diese grüne Insel hätte sich sicherlich gelohnt. So bleibt uns nur die Gewissheit, dass wir einen Besuch auf dieser Insel nachholen werden...

In unserem Durcheinander aus Informationsbroschüren - irgendwie wird man in Neuseeland ständig mit diesem Zeug versorgt - fanden wir eine Broschüre über die Southern Scenic Route, die uns von Bluff über Invercargill nach Dunedin führen sollte. Wir entschlossen uns für diese Route, da sie uns auch durch den kaum beachteten Landstrich "The Catlins" bringen würde. Dieser Landstrich ist mit Sicherheit der Höhepunkt des Südostens der Insel. Eine eindrucksvolle Felsküste, steile Dünen, Flußmündungen und einsame Sandbuchten sind das Markenzeichen von "The Catlins". Der Küstenabschnitt bietet gute Möglichkeiten zur Beobachtung von Pinguinen, Seevögeln und Robben, von denen wir tatsächlich einige zu sehen bekamen. Interessant sind auch die vielen unbefestigten Straßenverläufe, die zu einsamen Meeresbuchten, versteckten Wasserfällen, dichten Regenwäldern, Felsenhöhlen und Fossilienrelikten führen. Leider können einige dieser Punkte nur bei Ebbe angefahren werden, da bei Flut eine Erkundung unmöglich ist. So blieb uns ein Blick in die "Cathedral Caves" verwährt, die eindrucksvoll die Kraft des Meeres erahnen lassen. Fast 30 Meter ragen die steilen Felswände dieser Höhlen in die Höhe, die einzig durch die Naturgewalt des Wassers geformt wurden. An "Nugget Point" hatten wir nochmals eine schöne Aussicht auf die stark zerklüftete Felsküste. 

Auf den ersten Blick wirkte der Süden der Südinsel eher etwas fad auf uns, doch die schönen Wasserfälle und die versteckten Regenwälder belehrten uns eines besseren.

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Samstag, 08. September 2007

Cruising Milford Sound

Waschküche Milford

Wanaka - Queenstown - Te Anau - Milford Sound 619 km

That´s great! Queenstown, die Stadt des Bungy Jump. Hier wurde 1988 der erste Sprung weltweit durchgeführt. A. J. Hackett gilt als der Begründer des Sprungs am Gummiseil. Seitdem hält er mit seiner Firma das Patent an den meisten Gummiseilen weltweit. So fanatisch einst der Urvater des Bungy Jump war, genauso begierig sind seine Jünger, denn in Queenstown werden die Sprünge in die Tiefe wie am Fließband durchgeführt. Je höher, desto abgefahrener... Entweder man springt von der 43 m hohen Kawarau Bridge und taucht dabei seinen Kopf in die kühlen Fluten des darunter fließenden Flusses, oder man wählt gleich den waghalsigen Fall aus dem Hubschrauber über Queenstown. Dem Erfindungsreichtum an Gummiseilsprüngen sind wohl keine Grenzen gesetzt...

Nachdem wir die Freizeitmetropole Queenstown hinter uns gelassen hatten, erreichten wir Te Anau. Hier soll es angeblich den besten Campingplatz in ganz Neuseeland geben. Wie es dann auch immer so ist, hat man gleich das passende Bild vor seinem geistigen Auge. Umso ernüchtert ist man, wenn sich dieser Campingplatz als eher normal entpuppt. So waren wir mehr über die vielen gigantischen Motorhomes (riesige Campmonster auf vier Rädern) erstaunt, die den doch engen Campingplatz bevölkerten. Naja...

Von unserer Autovermietung hielten wir einen Gutschein für eine Fahrt mit dem Schiff im Milford Sound in den Händen. Dieses Angebot wollten wir uns nicht entgehen lassen, da von vielen Seiten der König des Fjordlandes angepriesen wurde. Von Te Anau führt die 121 km lange Milfoard Sound Road zum Milford Sound. Im Winter kann diese Straße durch Eis, Glätte und Schnee oft geschlossen sein. Also mussten wir uns vorab in der Info von Te Anau über die Straßenverhältnisse erkundigen. Doch das Winterwetter meinte es wohl gut mit uns, denn die klaren Nächte sorgten für eine eis- und schneefreie Straße, so dass der Anfahrt nach Milford Sound nichts im Wege stand.

Der eigentliche Höhepunkt des Tages waren die wunderschönen Ausblicke von der Milford Road auf die schneebedeckten Berghänge, die sich steil aufragend an der Straße empor heben. Die alpine Welt von Fjordland ist beeindruckend. Anfangs versetzte die Sonne die Berghänge in ein grandioses Farbspiel, später sorgte der Regen für nasse Felswände, die von unzähligen kleinen Wasserfällen übersät waren. Ja, Regen ist im Milford Sound nicht ungewöhnlich. Im Durchschnitt regnet es an 180 Tagen im Jahr, von denen uns einer "vergönnt" war. So empfing uns der 16 km lange Milford Sound wolkenverhangen. Er erinnerte eher an Muttis Waschküche. Leider baten sich uns nur sehr wenige Lichtblicke auf die steilen Berghänge, grünen Buchten und Berggipfel des Milford Sound. Schade, denn bei schönen Wetter sind die Ausblicke auf den Fjord sicherlich unvergesslich. Uns bleibt nach wie vor nur die Vorstellungskraft, die uns den Milford Sound in das Bild rückt, von dem uns bisher immer berichtet wurde - als unbeschreiblich.    

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Mittwoch, 05. September 2007

Gletscher und hohe Berge

Fox Gletscher

Pohara - Greymouth - Franz Josef Glacier - Wanaka 986 km

Wir haben uns für die Fahrt entlang der Westküste der Südinsel entschlossen. Das Klima ist wesentlich rauer und mit Kilometer um Kilometer gen Süden spürt man die Nähe Neuseelands zum Südpol. Die Nächte rücken in ein ganz anderes Licht, wenn sternenklarer Himmel die Temperaturen unter Null Grad abfallen läßt. Nur gut, dass ein Heizer im Campervan seinen Dienst tut, denn ohne dieses kleine Ding täten wir sehr frieren. Doch bei selbstgekochten Glühwein lassen sich auch solche kalten Nächte aushalten! Eigentlich fragen wir uns fast täglich, warum in Neuseeland und auch in Australien Zentralheizungen eher unbekannt sind. Die schönsten und neusten Häuser verfügen selten über diesen Luxus, der uns Deutschen so elemantar erscheint. Zumeist verrichten Elektroheizer ihren Dienst, bestenfalls gibt es schöne Kamine, im schlimmsten Fall nur eine Wärmflasche!

Von Pohara aus führte uns der Weg nach Greymouth, wo uns das wohl typische Wetküstenwetter empfing. Es regnete unaufhörlich und ein kalter Wind vom Meer trübte jede Stimmung auf Besichtigung des Ortes oder der Umgebung. Auch der nächste Morgen sollte kaum besser werden. Lediglich ein paar kleine Auflockerungen am Himmel machten uns Mut, doch noch nach Punakaiki zu den "Pancake Rocks" zu fahren. Sie sind mit Sicherheit die größte landschaftliche Kuriosität in dieser Ecke der Westküste. Wind, Wetter und das raue Meer haben aus dem weichen Kalkstein Felsformationen herausgewaschen, die an eine Aufschichtung von Pfannkuchen erinnern. Die Felsen sind teilweise stark zerklüftet und werden noch immer von den Gezeiten geformt. Bei Flut werden einige Höhlen dieser Felsformationen mit Wasser gefüllt, welches unter starken Druck in die Ausgänge nach oben gepresst wird. Durch Felslöcher - Blowholes - entweicht dann das Wasser in meterhohen Wasserfontänen. Ein Schauspiel, welches uns aufgrund der nicht vorhandenen Flut versagt blieb.

Noch am selben Tag fuhren wir weiter nach Franz Josef, einer kleinen Ansammlung von Häusern, Gastronomieeinrichtungen und Beherbergungsbetrieben. Alles dient dem Zweck, den nahegelegenen Gletscher mit Touristen zu versorgen. In der Tat sind sowohl der "Franz Josef Glacier" als auch der "Fox Glacier" die große Attraktion der Bergwelt. Verschiedene Führungen können gebucht werden, um diese Naturschönheiten zu bestaunen. Der Franz Josef Gletscher verzeichnet ein stetiges Wachsen und Schrumpfen. Im Frühjahr wächst er durchschnittlich einen Meter am Tag, im Sommer sind es noch 70 cm. Und trotzdem hat sich der Gletscher in den letzten Jahrhunderten enorm zurückgebildet. Seine derzeitige Größe, die Gletscherzunge ist 800 m breit, der Eispanzer bis zu 30 m dick, entspricht nur noch einem Bruchteil seiner einstigen Ausmaße. Und trotzdem sind beide Gletscher und die umliegende Region einen Besuch wert, der sich trotz des eher schlechten Wetters gelohnt hatte.

Die Wege an der Westküste können teilweise sehr lang werden. Inzwischen haben wir fast 1.000 km zurückgelegt. Besonders die Straße am "Haast Pass" kann in den Monaten Juni, Juli und August sehr schneereich und glatt sein. Oft ist sie dann geschlossen. Auf 563 m Höhe markiert sie die niedrigste Verkehrsroute über die Südalpen. Folgt man dem Straßenverlauf, gelangt man nach Wanaka. Von dieser Stadt haben wir bereits einiges gehört. Als niedlich und toll beschrieben, machte sie auch auf uns einen schönen Eindruck. Gelegen am "Lake Wanaka", dessen Wasser von Bergen umrahmt wird, gilt das Gebiet bei Wanaka als beste Skiregion in den Südalpen. 

Wir feierten weder Apres Ski, noch jagten wir die schwarzen Pisten hinab, doch gönnten wir uns eine abendliche Aussicht am See auf die wunderschöne Bergkulisse.      

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