Beiträge zum Stichwort »Myanmar«

Montag, 13. April 2009

Diavortrag 24. April in Calau

Reisebild

Foto: U. Hegewald

Altdöberner Weltenbummler erzählen. In 28 Ländern war der Rucksack von André Muschick und Carolin Büttner ein treuer Begleiter, bevor er - verziert mit den Flaggen der Reiseländer - von den Weltenbummlern in den Ruhestand versetzt worden ist. Die Live-Diashow „Immeraufderreise – sechs Monate durch Südostasien“ wird am 24. April im Gasthaus During in Calau/Altnau gezeigt.

Permalink
Abgelegt unter: Thailand, Laos, Vietnam, Myanmar, Kambodscha, Bangladesh, Malaysia, Singapur, Indonesien

Donnerstag, 02. April 2009

Altdöberner Weltenbummler erzählen

Erlebnisse ihrer Weltreisen schildern André Muschick und Carolin Büttner. Sie sind „immer auf der Reise“. Bevor die Ergotherapeutin und der Sozialarbeiter erneut zu einer vierwöchigen Reise nach Südostasien aufgebrochen sind, berichteten sie in der Aula der Altdöberner Förderschule von unvergessenen Eindrücken, die sie von früheren Touren dorthin mitgebracht haben.

Rucksackbild
In 28 Ländern war der Rucksack von André Muschick und Carolin Büttner ein treuer Begleiter, bevor er - verziert mit den Flaggen der Reiseländer - von den Weltenbummlern in den Ruhestand versetzt worden ist. Foto: U. Hegewald 

Die Zahlen sprechen für sich: Mit 42 Kilogramm Rucksackgewicht auf den Schultern, bereisten die beiden Weltenbummler 2006/2007 in 180 Tagen neun südostasiatische Länder. Bei einem Dia-Reisevortrag führten Carolin Büttner und André Muschick ihre Gäste in den asiatischen Dschungel, an bedeutende Kultstätten und in entlegene Landstriche, in denen sie das Gefühl hatten, am Ende der Welt angekommen zu sein. „Der Weg ist immer das Ziel und jeder Tag ein Erlebnis“, ließ Carolin Büttner noch einmal ihre Erinnerungen kreisen. Längst hat sich die 24-Jährige vom Reisefieber ihres 31-jährigen Lebensgefährten André Muschick anstecken lassen, der seit 1998 die Erdkugel ergründet und dabei inzwischen 32 Staaten durchquert hat. „Zwei- bis dreiwöchige Pauschalreisen mit Halb- oder Vollpension in einem gemütlichen Hotel sind nicht unser Ding. Für uns ist es wichtig, Ausflugsziele und Aufenthaltsdauer selbst festzulegen“, sagte er. Trotz aller Spontanität sei eine rigorose Reisevorbereitung unumgänglich. Ohne Reisepässe, Führerscheine, Impfungen, Englischkenntnisse und einer gesunden Portion Hintergrundwissen könne eine Tour schnell zur Tortur werden. Wer sich mit spartanischen Nachtlagern anfreunden und auf westeuropäischen Luxus verzichten kann, sich auf Begegnungen mit krabbelnden Acht- und Vierbeinern einstellt und bereit ist, religiöse Regeln zu respektieren, wird mit faszinierenden Erlebnissen belohnt, die alle vorherigen Strapazen vergessen lassen. „Reisen ist uns sehr wichtig, dafür sparen wir Monat für Monat. Für einen Reisetag in Südostasien sollte ein Paar rund 25 Euro einplanen“, sagt André Muschick. Von ernsthaften Erkrankungen blieben die Altdöberner auf ihrem Sechs-Monate- Trip ebenso verschont wie von Kriminalität. „Wir haben uns nie bedroht gefühlt“, entgegneten Carolin Büttner und André Muschick. Heimisch und willkommen sei man sich vielerorts vorgekommen, was sie dazu bewogen hat, erneut die Rucksäcke zu packen. „Es ist die Natur, die uns beeindruckt, die Spiritualität, die uns fesselt und die Gastfreundschaft der Menschen“, nannte André Muschick Gründe, warum die Reise wiederholt nach Südostasien führt. Ihren Reisegewohnheiten halten sie dabei die Treue: Bis auf zwei Sitzplätze im Flugzeug haben die beiden Weltenbummler für ihren Ausflug ins Unbekannte vorerst keine weiteren Annehmlichkeiten gebucht.

Die Live-Diashow „Immeraufderreise – sechs Monate durch Südostasien“ wird am 24. April im Gasthaus During in Calau/Altnau gezeigt.

Von Uwe Hegewald

Permalink
Abgelegt unter: Thailand, Laos, Vietnam, Myanmar, Kambodscha, Bangladesh, Malaysia, Singapur, Indonesien

Mittwoch, 04. Februar 2009

Diavortrag März und April

Diaschau Ankündigung

"Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon." Aurelius Augustinus

Von der quirligen Metropole Bangkok aus beginnt eine 6-monatige Reise durch das reizvolle Südostasien. Nur mit dem Rucksack auf dem Rücken und ohne festen Plan zog uns dieser Erdteil immer wieder fest in seinen Bann. Der Wind machte es uns vor und wir folgten ihm. Der Weg war das Ziel und er führte uns durch atemberaubende Landschaften in Thailand, Laos, Vietnam und Kambodscha. Neben der klassischen Route verschlug es uns aber außerdem noch in das ehemalige Burma - das heutige Myanmar. Wir folgten einer Einladung nach Bangladesch und verbrachten zwei Wochen bei einer einheimischen Familie in Dhaka. Anschließend setzten wir unsere Reise nach Westmalaysia fort, um über Singapur nach Indonesien einzureisen. Auf Bali und Lombok ließen wir nach 180 Tagen das Abenteuer Südostasien ausklingen.

Immeraufderreise - 6 Monate durch Südostasien erzählt in abwechslungsreichen Bildern unsere Reisegeschichten, die wir auf mehreren Etappen in den Jahren 2003 - 2007 erlebt haben.

Wir möchten alle Interessierten recht herzlich einladen, um mit uns am 06. März 2009 in der Aula der Förderschule Altdöbern und am 24. April 2009 in der Gaststätte During in Calau gemeinsam auf Reise zu gehen. Einlass ist jeweils um 19 Uhr - Beginn um 19.30 Uhr. Der Eintritt beträgt 4,- €. 

Permalink
Abgelegt unter: Thailand, Laos, Vietnam, Myanmar, Kambodscha, Bangladesh, Malaysia, Bali, Singapur, Indonesien

Donnerstag, 07. Juni 2007

Jetzt geht es weiter

Nach 180 Tagen auf Reise in Asien erwartet uns morgen der Flug nach Australien. Am Samstag werden wir dann in Sydney landen und auf uns warten dann ganz andere Erfahrungen und Eindrücke.

Südostasien ist uns in dem halben Jahr auf Reise sehr ans Herz gewachsen. Die Menschen waren fast durchgängig sehr freundlich und empfingen uns zumeist offen und herzlich. Oft wurden wir eingeladen und konnten so am Leben der Einheimischen teilnehmen. Wir haben viele schöne Erinnerungen an Asien. Insbesondere die letzten 20 Tage in Indonesien werden wir wohl lange in Erinnerung behalten. Sowohl auf Bali als auch auf Lombok hatten wir nette Zimmer und nette Vermieter.

Hinsichtlich unserer Vorbereitung auf Australien und Neuseeland, scheint Asien viel unkomplizierter zu sein. Weniger Bürokratie und Regeln aller Art machen das Leben in fast allen bisher bereisten asiatischen Ländern wesentlich einfacher.

Für uns steht fest: Asien wird wohl auch in Zukunft auf unserer Reiseliste ganz oben stehen. Alsbald möchten wir Indonesien intensiver erkunden, denn nach Myanmar und Laos empfanden wir das größte südostasiatische Land als sehr abwechslungsreich und spannend. 

Wir hoffen, dass die nächsten 180 Tage ebenfalls so reibungslos verlaufen werden und wir im Anschluss unseres Round-The-World Trips sagen können: "Das war ne geile Reise".  

Permalink
Abgelegt unter: Thailand, Laos, Vietnam, Myanmar, Kambodscha, Malaysia, Singapur, Indonesien, Bangladesch

Mittwoch, 28. März 2007

Wunderschöne Strandtage

Ngwe Saung Meerblick

Unsere letzten Tage lassen wir am Strand von Ngwe Saung ausklingen. Obwohl wir lange überlegten, ob wir wirklich die 38 US$ Fahrtkosten investieren sollten, sind wir richtig glücklich darüber. So einen wunderschönen Strand haben wir noch nie gesehen. Palmengesäumt und über 40 Km lang. Zwar reihen sich jetzt schon die teuren Resorts aneinander und es entstehen immer weitere Strandbungalows, doch der Massentourismus ist noch ein ganzes Stück weit entfernt! Wir sind froh, dass wir an diesem Ort verweilen dürfen und ihn jetzt sehen können. Einhellig sind wir der Meinung, dass in wenigen Jahren die Ruhe gewichen sein wird. 

Das kleine Dorf Ngwe Saung ist von unserem Hotel eine Stunde Fußweg entfernt. Gestern haben wir uns in der Hitze auf den Weg gemacht, um einen Blick in den Ort zu werfen. Gleich bei der Ankunft wurden wir von den Einheimischen herzlich empfangen und man lud uns zu Süßigkeiten und Cola ein. Auch für heute Abend haben wir eine Verabredung im Dorf. Wir erzählten den jungen Einheimischen von unserem ehemaligen Club in Altdöbern und den Punk- und Rockkonzerten. Da die jungen Leute hier sehr auf diese Musik abfahren, war das Interesse sehr groß. Heute Abend spielen sie extra für uns ihre Version von Punkmusik. Mal sehen was uns erwarten wird.

Morgen werden wir wieder zurück nach Yangon fahren, da wir am 1. April nach Bangkok fliegen müssen. Uns bleiben wunderschöne 25 Tage Myanmar in Erinnerung! 

Permalink
Abgelegt unter: Myanmar

Dienstag, 27. März 2007

Kleintiererfahrungen und ihre Auswirkungen

Was für eine Nacht. Nachdem wir von unserem Ausflug zum "Golden Rock" zurückgekehrt waren, fuhren wir wieder in das bekannte Guesthouse in Yangon. Leider war das uns bekannte Zimmer ausgebucht, also erhielten wir einen Raum im hinteren Teil des Hauses. Kein Problem, sah doch das Zimmer recht ordentlich aus. Caros erster Blick fiel intuitiv auf die Klimaanlage und sie sah dabei einen Schwanz. Wir dachten an die üblichen Geckos als Haustiere und machten uns keine weiteren Gedanken. In der Nacht allerdings wurden wir eines besseren belehrt!

Am Tage zermürbten wir uns den Kopf darüber, ob wir an den Strand nach Ngwe Saung fahren sollten. Eigentlich kein Thema, fahren doch öffentliche Verkehrsmittel dorthin und auch die Fahrtzeit von 5 bis 6 Stunden ist erträglich. Nur der Preis stimmte uns nicht gerade freundlich. Als Touristenzuschlag sollten wir mal glatt 4.000 Kyat pro Person mehr zahlen als die Einheimischen. Dazu noch das Taxi und am Ende stand der stolze Fahrpreis von 19 US$ One Way unterm Strich. Da fiel uns die Entscheidung nicht leicht, doch nach langem Überlegen entschieden wir uns für den Strand. Da der Bus vom Busbahnhof in Yangon in aller Frühe losfahren würde, benötigten wir für den nächsten Morgen das Taxi, dass uns der Besitzer unseres Guesthouses organisieren sollte. Alles war also eingefädelt.

In der Nacht wurden wir dann vom Rascheln und Krabbeln geweckt. Hinter der Holzverkleidung der Wände vermuteten wir die Übeltäter. Also wurde die Suche aufgenommen, doch es fand sich nur ein Loch neben der Klimaanlage, die den Abluftrohren galt. Dieses Loch war nicht richtig verschmiert und offenbarte einen indirekten Blick ins Freie. Hier schien der Zugang gefunden. Wir verstopften das Loch so gut es ging mit Pappe und Zeitungspapier, doch nach zwei Stunden Schlaf rüttelte mich Caro aus meinen Träumen. Sie sah bereits das Maul der Ratte, wie es sich durch das Papier arbeitete. Auch ihre hellen Töne waren nicht zu überhören! Sie wollte mit aller Macht in unser Zimmer und wir mit allen Sachen heraus. Nur gut, dass die Nebenzimmer frei waren und die Türen offen standen. So zogen wir in der Nacht um, um der Ratte zu entkommen.

Gegen 4.30 Uhr morgens klingelte der Wecker, da unser Taxi für 5 Uhr bestellt war. Auch der Nachtwächter wusste das. Nur hatte der sich zuerst in der Zimmertür geirrt. Er klopfte an der Tür die zum Raum gehörte, in dem wir üblicherweise schliefen. Nur nächtigte in dieser Nacht dort ein Japaner, der völlig verwirrt den Nachtwächter anstarrte, als dieser ihm von seinem Taxi erzählte. Alsbald sah der Nachtwächter seinen Fehler ein und klopfte an der Tür, in deren Raum er uns vermutete. Er wusste nicht, dass wir in der Nacht umgezogen waren. Also reagierte er auf unsere Aussage, dass sei unser Taxi mit der Antwort: "Nein das ist nicht euer Taxi!" Erst nachdem der Besitzer bemerkte, dass wir umgezogen waren, klärte sich auch das Missverständnis mit dem Taxi. Leider hatten wir nicht mehr die Zeit zu erklären, warum wir das Zimmer wechselten. Das müssen wir noch am letzten Tag in Yangon nachholen.

Am nächsten Tag verstopften wir dann alle Löcher und möglichen Zugänge zu unserem Bungalow in Ngwe Saung, da uns ein deutschsprachiges Paar von ihren Erlebnissen in der Nacht im Bungalow berichtete. Offensichtlich war dort auch eine Ratte sehr hungrig auf Früchte und Kekse, so dass am nächsten Morgen der Rucksack repariert werden durfte. Bei uns hat nun keine Ratte mehr Zutritt! Was Kleintiere so für Auswirkungen haben ...

Permalink
Abgelegt unter: Myanmar

Montag, 26. März 2007

Golden Rock

Golden Rock Goldfolie

Viel zu schnell vergingen die 14 Tage unserer Rundreise durch Myanmar. In der Zeit haben wir das Land wesentlich intensiver bereist und kennengelernt, als uns das mit den öffentlichen Verkehrsmitteln möglich gewesen wäre. Zum Abschluss unserer Tour baten wir Salim, uns am alten Guesthouse in Yangon abzusetzen. Wir kannten bereits die Besitzer und auch die Umgebung um das Guesthouse gefiel uns. Wir entschlossen uns, den Ausflug zum Golden Rock am nächsten Tag zu unternehmen.

Der Goldene Fels, auf dem die Kyaikhtiyo (sprich Tschai Tiyo) Pagode steht, zählt zu den wichtigsten Heiligtümern von Myanmar. Zugleich stellt der Anblick ein bizarres Bild dar. Auf einem Fels, der auf einer Klippe steht und jeden Moment droht herabzustürzen, thront die Pagode aus Gold. Der gesamte Felsen ist mit Blattgold überzogen, welches gläubige Buddhisten auftragen. Früher stemmten sich einige Männer gegen den Fels, wobei sich dieser sogar bewegte. Allerdings sind diese Spielchen heute verboten. Eine Legende berichtet von einem Haar Buddhas, welches den Felsen und die Pagode in Gleichgewicht hält.

Unser Aufstieg zum Golden Fels begann im Basecamp von Kinpun, ein Nest, welches sich auf die unzähligen Pilger eingerichtet hat. In der einzigen Einkaufsstraße des Ortes bieten mindestens 30 Händler die gleichen Waren an, urklebrige und super süße eingelegte Früchte. Restaurant reiht sich an Restaurant. Alle hier leben von den Pilgern! Auch die Fahrer der kleinen LKW's, auf deren Ladefläche man mit weiteren 40 Leuten zum Ausgangspunkt (1.000 Kyat pro Person und Weg) für eine 45-minütige Wanderung zum Gipfel gelangt. Die Fahrt ist weniger schön, wenn man in der Mitte der Ladefläche sitzen muss. Die Enge ist für europäische Verhältnisse recht unbequem, doch die Natur macht die Schmerzen und die Platzangst recht schnell wett. Der Aufstieg zu Fuß war ebenso beschwerlich, da der Weg sehr steil ansteigt und die Sonne dazu beiträgt, dass man seinen Wasserhaushalt mehrmals nachregulieren muss. Doch dann erreicht man den Ort, wo täglich hunderte Menschen anzutreffen sind. Wir als Ausländer durften allerdings nochmals tief in die Tasche greifen, um den "Eintritt" zur archäologischen Zone zu zahlen. Wieder weitere 6 US$ pro Person, die in die Taschen der Regierung fließen. Dafür hat das Ticket aber eine Gültigkeit von 30 Tagen.

Wir allerdings machten uns noch am selben Tag wieder auf den Weg ins Basecamp, da wir bereits am nächsten Morgen wieder nach Yangon wollten. Mehr Zeit am Berg hätte sicherlich nicht geschadet!

Permalink
Abgelegt unter: Myanmar

Donnerstag, 22. März 2007

Wahnsinn: Über 2.000 Tempel in Bagan

Bagan Tempel

Mit Bagan erwartete uns das wohl spektakulärste Reiseziel von Myanmar. Im Trockengürtel des Landes gelegen, erklärte die UNESCO Bagan zum Weltkulturerbe. Nach der Ernennung wurden offiziell 2.229 Ruinen registriert. Die Zahl dürfte aber weitaus höher sein. Manche Wissenschaftler schätzen die Gesamtzahl der Pagoden, Klöster und Andachtstellen auf über 12.000 Bauten! Aufgrund dieser hohen Anzahl von Sehenswürdigkeiten wird selbst der hartgesottenste Kulturbegeisterte müde. Auch wir! Nachdem wir in Bagan drei Tage die unglaublich große archäologische Zone begutachtet haben, sind wir nun deutlich erschöpft von den Eindrücken aus Bagan.

Der Bauboom setzte bereits im Jahr 849 ein, als Bagan erstmals mit einem Schutzwall vor Angreifern befestigt wurde. Der spätere Aufstieg der Stadt zur seinerzeit weltgrößten buddhistischen Metropole begann im Jahr 1057 mit der Einnahme der Mon-Hauptstadt Thaton durch König Anaw-rahta. Viele Handwerker und Architekten der Mon wurden in dem Zuge nach Bagan verschleppt, wo sie einen großen Anteil an dem nun einsetzenden Baurausch der Könige von Bagan hatten. Dieser Rausch dauerte bis zum Ende des ersten burmesischen Reiches rund 240 Jahre später an. 

Heute kann man von den hauptsächlich aus Holz erbauten Wohnhäusern, Klöstern und Palästen nichts mehr erkennen, dafür sind die aus Ziegel errichteten Monumente des Buddhismus nicht zu übersehen. Ein alter Namen nennt die Ebene von Bagan auch "Tattadesa", was so viel bedeutet wie "verdorrtes Land". Der Trockengürtel von Myanmar liegt im Regenschatten des Rakhine-Gebirges. Die Landschaft um Bagan gleicht einer riesigen, kargen Steppe mit Palmyrapalmen. Dank des heißen und trockenen Klimas sind die unzähligen Bauten bis heute so gut erhalten geblieben.

Durch ein schweres Erdbeben in den 1970er Jahren wurden einige Pagoden und Tempel stark zerstört. Die UNESCO hat einen wesentlichen Teil zur Erhaltung der anderen Bauwerke beigetragen.

Ein schönes Erlebnis stellte die Begegnung mit einer Einheimischen dar, die uns bei einem Spaziergang am Fluss ansprach und uns in ihr zu Hause einlud. Sie beköstigte uns mit Tee und Palmzucker und stellte uns ihrer Familie vor. Zur Familie gehörte auch der jüngste Spross "Tu Tu", der gerade mal 8 Monate alt war. Wir versprachen ihr alsbald wiederzukommen. Lange dachten wir über die Begegnung nach und wussten nicht, ob wir etwas für die Familie tun sollten. Mit einer Packung Reispuder - Babynahrung - kehrten wir zwei Tage später in ihr Haus zurück und übergaben ihr diese als Geschenk. Wir hoffen, dass wir damit ein wenig helfen konnten. 

Permalink
Abgelegt unter: Myanmar

Dienstag, 20. März 2007

Aus dem Leben eines Taxifahrers

Um Myanmar zu bereisen, wählten wir das Taxi, da es uns als die beste Variante erschien, sich im Land zu bewegen und dem ewigen Kampf um Informationen über Abfahrtzeiten und Preise der öffentlichen Verkehrsmittel aus dem Weg zu gehen. Zudem befinden sich einige öffentliche Fortbewegungsmittel im miserablen Zustand und sind zumeist über Nacht auf den zum Teil sehr schlechten Straßen unterwegs.

Salim ist 46 Jahre alt. Als alter Seefahrer hat er nun den Job des Taxifahrers in Yangon übernommen. Doch da man als Taxifahrer in der Hauptstadt ständigen Gefahren ausgesetzt ist (Diebstahl und Raubüberfälle) , entschloss er sich zu Fahrten mit Touristen durch Myanmar.

Salim ist ein sehr kluger und ehrlicher Burmese. Seine Meinung über die Regierung ist umso schlechter, da er schon viele Erfahrungen als Schiffskoch auf diversen Hochseeschiffen in der Welt gesammelt hat. Er kennt so viele Länder und hat so viele Freunde in der Welt, dass es für uns manchmal unglaublich erscheint!  

Auf unseren Fahrten durch Myanmar können wir viel von Salim und über die Burmesen und deren Lebensart und das politische System erfahren. Er gewährt uns viele freiwillige aber auch unfreiwillige Einblicke in sein Leben. Er grüßt unterwegs sehr viele Leute und stellt sie uns als Freunde vor. In einem Gruesthouse eingetroffen, erkennen ihn sofort die Hofhunde wieder. Wenn er mal den gesamten Nachmittag nicht zu sehen ist, zockt er mit Freunden Karten oder betätigt sich in der Küche, um leckere Speisen zuzubereiten. Wenn man ihn bittet sich um unsere Schmutzwäsche zu kümmern, organisiert er einen günstigen Waschservice. Er ist stets zur Stelle, um eventuelle Fragen oder Problemchen zu klären, auch wenn es keine gibt. Er kennt die besten Wechselkurse auf dem Schwarzmarkt.

Da auch die Burmesen keine Verkehrserziehung kennen, sieht er sich manchmal dazu genötigt, aus dem Taxi einige Worte zu den "Verkehrssündern" zu rufen! Kein Wunder, wird doch gern der Kaffeeklatsch mitten auf der Straße abgehalten! Seine Worte: "Stell dich doch gleich mitten auf die Straße so wie es immer die Büffel tun!" 

Mit Salim erreichen wir alle "versteckten Plätze", die wir mit einem öffentlichen Verkehrsmittel nicht angefahren hätten.

Oft spielt unser Taxifahrer Lotto und manchmal gewinnt er auch! Wenn wir dann am Abend völlig verwundert feststellen, dass unser Essen im Restaurant bezahlt wurde, wissen wir er hatte Glück. 

Permalink
Abgelegt unter: Myanmar

Montag, 19. März 2007

Mingun und das größte Buch der Welt

Mingun

Obwohl Mingun nie den Rang einer Königstadt erlangte, warten auf den Besucher dank königlichem Größenwahn einige interessante Sehenswürdigkeiten. Mingun ist von Mandalay aus nur mit dem Fährboot zu erreichen, welches täglich ab Mandalay um 9 Uhr morgens ablegt. Die Fahrt auf dem "Fluss nach Mandalay" dauert ca. 1,5 Stunden flussaufwärts und gut die Hälfte flussabwärts. Allerdings richten sich die Zeiten stark nach dem Wasserstand. Da im Moment die Trockenzeit für niedrige Pegelstände sorgt, fahren einige Boote mit abgezählten Fahrgästen nach Mingun.

In Mingun hatte einst der König Bo-daw-hpaya mit dem Bau der größten Pagode der Welt begonnen. Das Mammutprojekt sollte einen Tempel fertigstellen, der alle bisherigen Pagoden übertreffen sollte. Von dem Größenwahn des Königs zeugen heute noch die Überreste zweier überdimensionaler Löwen, die allerdings bereits eingestürzt sind. In Myanmar gelten die Löwen als Wächter der Pagoden, weshalb man an fast allen Tempeln diese Figuren sehen kann.

Schon vom Fluss aus erkennt man die Überreste des 50 Meter hohen Ziegelblocks der Mingun Pagode. Viele Einheimische starben beim Bau der überdimensionierten Pagode, so dass alsbald das Gerücht entstand, dass mit Fertigstellung des Baus das Ende der Dynastie des Königs folgen würde. König Bo-daw-hpaya konnte nur ein Drittel der Pagode fertigstellen, während sein Niedergang besiegelt wurde. Im Jahr 1838 stürzte durch ein Erdbeben die Reliquienkammer ein. Heute zeugt davon noch ein riesiger Spalt.

Nachdem wir nach Mandalay zurückgekehrt waren, machten wir noch an dem "größten Buch der Welt" halt. In den 729 kleinen Pagoden ließ man die Marmortafeln anbringen, die die einheitliche Fassung der Tipitaka enthalten. Im Jahr 1871 mussten sich in Mandalay 2.400 Mönche auf eine einheitliche Fassung der Schrift einigen, die anschließend in den Pagoden angebracht wurde. Deshalb bezeichnet man die Anlage auch als "das größte Buch der Welt".

Permalink
Abgelegt unter: Myanmar

Ältere Artikel »